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Donnerstag, 1. Mai 2025

Eine einfache Borte aus Šilalė / Litauen

 

Dies ist ein Band, dass 2008 in einer Posterpräsentation vorgestellt wurde. Mit einer Abbildung und einer Musterzeichnung.

Es stammt aus Šilalė / Litauen (Požerė Grab 146 od 147)  und wird in das Mittelalter datiert. Es wird im Archiv des National Museums von Litauen aufbewahrt.

Leider habe ich keine weiteren Informationen zu diesem Band.

Montag, 5. August 2024

Die Ärmelborte aus Thorsberg

2020 hatte ich in Zusammenarbeit mit Marled Mader den Thorsberger Prachtmantel nachgearbeitet. Und diesen präsentiere ich seit einiger Zeit auf einer Schneiderpuppe, wenn ich zeitenübergreifende Displays vorstelle.

 

Aber nur den Mantel zur präsentieren ist ja irgendwie doof. Und deswegen trägt die Puppe (ich nenne sie Bobby) auch eine Tunika. Diese Tunika war bisher ohne Borte. Da es aus Thorsberg den Fund einer Tunika mit einer brettchengewebten Borte gibt, ist es doch schön, wenn man es als passendes Ensemble präsentiert kann. 


 

Donnerstag, 11. Juli 2024

Rekonstruktion einer historischen Borte - wie funktioniert das

Wie erarbeite ich mir eine Rekonstruktion? Oft schaue ich mir den Fund an und ich habe eine Idee, wie ich es machen kann. Besonders bei 'schwierigeren' Rekonstruktionen kann es oft eine längere Zeit dauern, bis ich das richtige Motiv und die richtige Technik entwickelt habe.

Hier zeige ich die Entwicklung anhand einer Borte aus Oseberg:

Ich kenne den Fund und die Bilder schon länger, u.a. gibt es Abbildungen davon im Buch Arne Emil Christensen, Margareta Nockert und Universitetet i Oslo, Osebergfunnet: Bind IV, Tekstilene, 2006. Ich hatte aber immer ein anders Projekt in der Planung, so dass ich nicht dazu kam, mich ausführlich damit zu beschäftigen.

Erneut darauf aufmerksam wurde ich durch einen Rekonstruktionsversuch im Januar 2023, wo ich gedacht habe, nein, so ist es nicht gewesen.

Und das motivierte mich dann doch, Zettel und Stift zu nehmen und einen ersten Entwurf zu zeichnen.


Freitag, 2. September 2022

Er ist fertig... der Thorsberger Prachtmantel

 Fast fertig war er schon länger, aber ich hatte mit mir gehadert, was ich mit den Fransen mache, wo die beiden schmalen Borten aufeinandertreffen. Eine Flechtung von der einen Seite und zwei von der anderen Seite ist nicht viel und sieht auch nicht so doll aus.
Leider gibt es davon keinen Fundbeleg... 

Entschieden habe ich mich dann nach langen Grübeln für abschneiden. 

Und dann war ich in Otzenhausen zum Keltenfest und Hans war so nett und hat den Mantel für mich angezogen, damit ich einige Bilder machen kann.

Wie er es dann geschafft hat, eine Reiterin, die nur zufällig vorbei kam, dazu zu überreden, dass er fürs Foto aufs Pferd kann, darüber bereiten wir jetzt den Mantel des Schweigens aus ;-) 


Mittwoch, 22. Dezember 2021

Ein einfaches brettchengewebtes Band aus Dublin

Aus Dublin kennt man einige wikingerzeitliche Borten. Die bekannteste ist wohl die Borte mit den goldbroschierten Drachenköpfen.

Bei Ausgrabungen  an der Fishamble Street in Dublin wurden insgesamt 30 einfache brettchengewebte Borten aus Wolle gefunden. 

Sie wurden zwischen 960 und 980 datiert.

Die Borte NMI E172:10571 wurde im Original mit 12 Brettchen gewebt. Es wurde um ein grobes Köpergewebe geklappt und war insgesamt 33 mm breit.


 

Dienstag, 26. Oktober 2021

Der Mantel der Dame von Baza

Bereits 1972 wurde in der spanischen Stadt Baza eine bemalte Statue gefunden, die in das 4. Jhd. v. Chr. datiert wurde.

Die Farben waren schon sehr vergangen, aber man konnte immer noch die Farbenpracht erahnen.

Ein Rekonstruktionsversuch wurde 2011 im Archaeological Textiles Newsletter 52  veröffentlicht. Allerdings wurde dort die Borte in blau und rot gewebt.

2021 gab es eine neuen Versuch der Complutense University of Madrid, die Farben mit einer digtalen Fotografiertechnik wieder lebendig zu machen.
Es gelang und die Abwesenheit von Farbe in dem Karoteil der Borte fiel mir besonders auf. 

Und so habe ich versucht diese Borte zu rekonstruieren.

Sonntag, 21. Juni 2020

Die Borte vom Thorsberg-Kittel



Manchmal ist das Ergebnis nicht so, wie man erhofft.

So hier. Die Struktur des Originals zeigt, dass es ein Zweilochgewebe sein muss, aber es ist so viel vom Original vergangen, dass man nicht mehr wirklich ein Muster erahnen kann.

Was man aber sieht, dass ich mit der einfarbigen Farbgebung wohl falsch liege.

Dienstag, 16. Juni 2020

Musteranleitungen ...

Vor einigen Tagen hatte ich auf meiner Facebook-Seite das Bild von der Borte einer anderen Weberin geteilt. Sie hatte meine Anleitung verwendet, die ich nach einem Fund aus Ägypten erstellt hatte. Ich hatte das Muster in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift 'TWIST' veröffentlicht.



Jetzt ist ihr Bild nicht mehr da, weil sie es gelöscht hatte.
Warum?

Samstag, 23. Mai 2020

Eine weitere Borte aus dem Erfurter Schatzfund

Der Erfurter Schatzfund (1349 versteckt) bestand nicht nur aus einem Gold- und Silberschatz, an vielen Gürtelapplikationen befanden sich noch Reste von Textilien.

Es handelt sich dabei meistens um einfarbige brettchengewebte Bänder mit einer Struktur, wie man sie nicht aus früheren Zeiten kennt.

Der große Unterschied ist, dass diese Borten mit 6-Loch-Brettchen als ausgelassener Einzug gewebt wurde. Dabei wurden zwei Schussfäden verwendet.



Donnerstag, 23. April 2020

Eins meiner Ufos (Unfinished Objekts)


Zur Zeit arbeite ich an der Rekonstruktion eines brettchengewebeten Bandes aus Antinoé, Grab 84 b.

Es ist ein Köperband, das aber auch waagerechte Linien kann, das mit insgesamt 49 Musterbrettchen gewebt wird.

Im Moment bin ich ein wenig frustriert, da das Bild, das ich von der Borte habe, nicht gut genug ist, um die Feinheiten der Broschur zu erkennen.
Und deswegen ruht es zur Zeit.

I'm also working at the reconstruction of a tablet woven band from Antinoé, grave 84b.

it is a broken twill with horizontal lines, and I'm working with 49 tablets in the pattern.

Right now I'm a little bit frustrated as the picture, which I have from the original band, is not detailed enough to see all details of the brocading. 

So right now it is not on the loom.




Literatur:
Maximilien Durand (Autor),‎ Florence Calament (Autor),‎ Collectif (Autor),  Antinoé, à la vie, à la mode : Visions d'élégance dans les solitudes, 2013
Die Borte ist aus Lyon, musée des Tissus inv. MT 28929.92.1, MT 28929.92.2, MT 2013.0.46.1 und MT2013.0.46.2
Muster: eigener Entwurf

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Das Band aus Grab C 395 aus Antinoè

Manche Bänder veröffentliche ich nur hier im Blog und noch nicht auf der Homepage, weil ich mit dem Rekonstruktionsversuch noch nicht zufrieden bin und noch weiter dran arbeiten muss.

Dies hier ist eins davon.


Freitag, 22. November 2019

Die Borte TX112a aus St. Truiden

Im 13. Jhd. sind viele Reliquien aus Köln nach St. Truiden weiter gegeben worden. Diese hatte man in wertvolle Textilien gehüllt.

Darunter waren viele brettchengewebte Borten, die alle in einem ähnlichen Stil gewebt waren.

Die Borte TX112a weicht ein wenig von den sonst üblichen geometrischen Motiven ab und hat exotischere Elemente.
 
 

Dienstag, 8. Oktober 2019

Borte nach einem Mazedonischen Frauengürtel aus dem 19. Jhd.

Im letzten Winter habe ich mir im Textilmuseum Krefeld die Ausstellung "Tracht oder Mode" - Die europäische Sammlung Paul Prött ansehen können.

Die Ausstellung hat mir gut gefallen, allerdings gab es keine Borten zu sehen. Als ich mir aber später den Ausstellungskatalog angesehen habe, fielen mir dort einige Borten auf. 

Und als ich jetzt eine Borte 'mal eben' weben wollte, habe ich eine davon nachgewebt:


Ja, es handelt sich um einen 'laufenden Hund'

Sonntag, 29. September 2019

Ein Besuch im Naturhistorischen Museum in Wien

Es war mal wieder soweit - der Besuch einer fremden Stadt und damit verbunden das Abklappern diverser Museen, in der Hoffnung, brettchengewebte Borten in der Ausstellung zu sehen.

In Wien war ich 2016 schon einmal erfolgreich, als ich die Borten aus dem Krönungsschatz fotografieren konnte.

Dieses Mal wollte ich die Borten aus Hallstatt *erwischen*.

Das NHM ist beeindruckend. Nicht nur das Gebäude, sondern auch die Einrichtung incl. der alten Vitrinen stehen unter Denkmalschutz.
Und genau das macht auch den Reiz der Ausstellung aus, man hat sehr sensibel die ‚neuen Medien‘ eingebaut, ohne die Ausstrahlung der alten Vitrinen kaputt zu machen.

Sonntag, 22. September 2019

Ein brettchengewebtes Band aus Dürrnberg

Als vor einigen Jahren Lise Raeder Knudson und Karina Grömer den Artikel 'Discovery of a New Tablet Weaving Technique from the Iron Age'  In: Archaeological Textiles Review No.54 veröffentlichten, war ich von der Borte fasziniert. Doch trotz einer ausführlichen Beschreibung in dem Artikel Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg - Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtchnik in der Eisenzeit   aus dem JAHRBUCH DES RÖMISCH-GERMANISCHEN ZENTRALMUSEUMS MAINZ 56. Jahrgang 2009 habe ich es damals nicht geschafft, eine Borte zu weben, die auch nur annährend dem historischen Vorbild ähnelten.

Das Band selbst wird in das frühe 3. Jhd. v. Chr. datiert und ist damit der LaTéne B Zeit zugeordnet. 

Inzwischen hat es geklappt.



Samstag, 6. Juli 2019

Halberstadt - mal wieder

Lange ist es her, dass ich dieses Motiv von einem Altartuches aus Halberstatdt (14. Jhd) zum ersten Mal gewebt habe. 2001 war ich schon auf den Weg in Richtung eigene Musterentwicklung und 'Rekonstruktionen von historischen Borten', als mir Fabian Peise nach einem interessanten Mailaustausch diese Anleitung zur Verfügung gestellt hatte.

Seitdem kenne und schätze ich dieses Muster.
2014 hatte ich die Gelegenheit, mir die Borte persönlich in Halberstadt anzusehen und festzustellen, dass das Muster wirklich dem Original entspricht (das ist nicht immer selbstverständlich) und auf meiner 'To do Liste' stand das Nachweben mit den passenden Farben.

Das habe ich jetzt gemacht.
Vergleich Original und Rekonstruktionen

Sonntag, 27. Januar 2019

Noch mehr St. Severin

Manche Borten webt man immer wieder, einfach weil es so viel Spaß macht, zu sehen, wie das Band entsteht.

Die Borte aus St. Severin, Köln  (6./7. Jhd)  ist eine davon. An grauen Wintertagen ist sie ein Farbtupfer.

Ich hatte Lust, sie wieder zu weben, nachdem ich mir von Marijke van Epen das 'Float Pattern Book' gekauft hatte und ihre Musteranleitung zu der Borte gesehen hatte.


Samstag, 26. Januar 2019

Ein weiteres Band aus Antinoe/Ägypten

Danke an Micky Schoelzke, die mich vor einigen Wochen mit einem Blogeintrag auf dieses Band aufmerksam gemacht hat.

Es handelt sich hier um ein ganz einfaches Band mit einem Einzugsmuster, das ständig in eine Richtung gedreht wird.

Die Anleitung dazu findet man auch bei Micky.


Dienstag, 8. Januar 2019

Das brettchengewebte Band aus Maaseik

2016 hatte ich die Chance, in der St. Catherinenkirche in Maaseik mehrere brettchengewebte Borten betrachten zu können.

Darunter auch eine Borte, die ich schon vor einigen Jahren nach einer Vorlage von Nancy Spies gewebt hatte. Danach war ich mit dieser Version nicht mehr zufrieden.

Und jetzt habe ich es geschafft, die seit Jahren fertige Musteranleitung zu weben.

Es handelt sich um ein Band mit Köpermuster, das zusätzlich broschiert worden ist.

Zudem hat das Band im Original mehr Mustersequenzen, als Nancy Spies urspünglich aufgezeichnet hatte.


Samstag, 8. Dezember 2018

Ein Gürtel im Stil des 14. Jhd.

Einige Muster bestechen mit ihrer Schlichtheit.

So auch dieses einfarbige Motiv, das ich nach einem Fund aus dem Erfurter Schatzfund (1349) gewebt habe.

 Wie viele Borten aus dem 14. Jhd. wird dieses mit 6-Loch-Brettchen gewebt.