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Sonntag, 24. März 2024

'Tablet woven Bands from Egypt' - Das Buch

 Vielleicht hat es der eine oder andere schon mitbekommen: ich habe ein Buch geschrieben. 

Über brettchengewebte Borten aus der byzantinischen Zeit in Ägypten. Sie gehören zu den sog. koptischen Textilien.


In Deutschland ist es bei Amazon oder dem Buchhändler deines Vertrauens erhältlich. Kostenpunkt: 57,00 Euro.
Ist viel Geld, ich weiß. Ihr bekommt dafür 160 Seiten voll mit Musteranleitungen, die es größtenteils so nicht gibt, da die Borten eine ganz andere Formensprache haben. Insgesamt habe ich hier 62 Muster rekonstruiert.

International ist das Buch günstiger, dann ist der Druck aber nur in schwarz-weiß.

Dienstag, 14. Dezember 2021

Uuups, I did it again...

 

Ich habe schon mehrfach das Band von Moscevaja Balka (Inf. Nr Kz 6778) versucht zu rekonstruieren.

Und jedes mal bin ich dem Original ein Stückchen näher gekommen.

Bei meinem ersten Versuch 2008 habe ich mich sehr aus die Vorgabe des Buches gehalten, wo beschrieben wurde, dass das Band mit 13 Musterbrettchen gewebet worden war. Aber die Löcher waren viel zu klein gewesen.

2019 habe ich einen neuen Anlauf gemacht. Dieses Mal waren die Löcher größer, aber ich hatte 16 Brettchen + 2 Randbrettchen benötigt, um es so zu weben.

Anfang des Jahres hat dann Sylvie Odstrčilová sich noch einmal an das Muster gesetzt und einfach die Ränder abgeschnitten, dass man nur 13 Musterbrettchen benötigte. Zudem hatte sie Bilder zur Verfügung, wo man erkennen konnte, dass auch zwischen den Rauten eine weiße Linie war.

Also musste ich noch einmal ran.


Samstag, 20. November 2021

Oseberg 15D

Bente Skogsaas hat in dem Buch 'Oseberg' einige einfachere Bänder rekonstruiert.

Eins davon ist das Band 15D, das eigentlich nur ein Schnurbindungsmuster mit einem komplexen Drehrhytmus ist (ähnlich wie ein Widderhorn).

Ich habe mich für die schmalere Version entschieden und 22 Brettchen aufgekettet und einfach Ihre Anleitung nachgewebt.


Dienstag, 16. Juni 2020

Musteranleitungen ...

Vor einigen Tagen hatte ich auf meiner Facebook-Seite das Bild von der Borte einer anderen Weberin geteilt. Sie hatte meine Anleitung verwendet, die ich nach einem Fund aus Ägypten erstellt hatte. Ich hatte das Muster in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift 'TWIST' veröffentlicht.



Jetzt ist ihr Bild nicht mehr da, weil sie es gelöscht hatte.
Warum?

Dienstag, 26. Mai 2020

Die Borte vom Kinderkleid aus Ägypten

Manche Borten muss ich mehrfach weben, so diese Borte eines Kinderkleides (Inv Nr. 9935).

Ich hatte die Borte aus Ägypten, die ins 6./7. Jhd. datiert ist ursprünglich in den Farben wie sie jetzt (also nach 1300 Jahren) aussieht und viel zu dick gewebt. 20/2 Wolle war einfach zu grob.

So habe ich jetzt noch einmal 28/2 Wolle in den ursprünglichen Farben kräftiges rot und weiß gewebt.



Donnerstag, 23. April 2020

Eins meiner Ufos (Unfinished Objekts)


Zur Zeit arbeite ich an der Rekonstruktion eines brettchengewebeten Bandes aus Antinoé, Grab 84 b.

Es ist ein Köperband, das aber auch waagerechte Linien kann, das mit insgesamt 49 Musterbrettchen gewebt wird.

Im Moment bin ich ein wenig frustriert, da das Bild, das ich von der Borte habe, nicht gut genug ist, um die Feinheiten der Broschur zu erkennen.
Und deswegen ruht es zur Zeit.

I'm also working at the reconstruction of a tablet woven band from Antinoé, grave 84b.

it is a broken twill with horizontal lines, and I'm working with 49 tablets in the pattern.

Right now I'm a little bit frustrated as the picture, which I have from the original band, is not detailed enough to see all details of the brocading. 

So right now it is not on the loom.




Literatur:
Maximilien Durand (Autor),‎ Florence Calament (Autor),‎ Collectif (Autor),  Antinoé, à la vie, à la mode : Visions d'élégance dans les solitudes, 2013
Die Borte ist aus Lyon, musée des Tissus inv. MT 28929.92.1, MT 28929.92.2, MT 2013.0.46.1 und MT2013.0.46.2
Muster: eigener Entwurf

Dienstag, 17. März 2020

Seidenstoffe im wikingerzeitlichen Skandinavien

Man sieht sie so oft bei Rekonstruktionen von wikingerzeitlicher Kleidung, und in immer bunteren Ausführungen, teilweise motivgewebt, teilweise bedruckt und so gut wie gar nicht einfarbig.
Aber was für Seide gab es nun im wikingerzeitlichen Skandinavien?
Aufgrund der vielen Funde kann ich nur eine Übersicht geben. Detaillierte Informationen findet man in den Büchern der unten angegebenen Bücherliste.


Mittwoch, 18. Dezember 2019

Das Band aus Grab C 395 aus Antinoè

Manche Bänder veröffentliche ich nur hier im Blog und noch nicht auf der Homepage, weil ich mit dem Rekonstruktionsversuch noch nicht zufrieden bin und noch weiter dran arbeiten muss.

Dies hier ist eins davon.


Montag, 16. Dezember 2019

Ein Spinnwirtel aus Antinoè

Der Spinnwirtel liegt Louvre in Paris in der Abteilung der Textilien aus Ägypten. Eigentlich wollte ich 'nur' die brettchengewebte Borte direkt daneben fotografieren, aber dann fiel mir dieser Schatz auf.

Einige Bücher aus der Fernleihe bestellt und in dem Buch 'Maximilien Durand, Egypte, la trame de l'Histoire : Textiles pharaoniques, coptes et islamiques' bin ich fündig geworden.

Jorgen Knochenschnitzer hat dann für mich die Spindel gefertigt.

Sie ist ein absoluter Traum und läuft fantastisch. Ein Schritt mehr, um wirklich hauchfeines Garn zu spinnen. Muss nur noch die Zeit dafür haben...

A spindle from finds from Antinoè (3rd to 7th century) (material: antler) on display in the Louvre/Paris. Yes you can spin very fine. I have to make the time.
Work by Jorgen Knochenschnitzer

Freitag, 17. Mai 2019

Das Band E 28438 aus dem Louvre

Als wir vor einiger Zeit in Paris waren,  gingen wir auch in den Louvre. Wir wussten schon vorher, dass dort eine brettchengewebte Borte ausgestellt wurde. Und im Raum mit den sog. koptischen Textilien konnte ich sie lange und ungestört betrachten.

E28438 on exhibition in Paris, Louvre

Sie hat mich fasziniert, da sie im Gegensatz zu den meisten anderen Borten zwei Musterteile hat. Ich habe versucht, sie zu fotografieren, aber trotz guter Kamera und der Unterstützung von Freunden, konnte ich keine detaillierten Bilder machen. Es war immer ein wenig unscharf. 

Noch in Paris, wo die Erinnerung an der Borte noch frisch war, fing ich an, das Muster nachzuarbeiten.

Sonntag, 7. April 2019

Wenn Bilder mehr sagen...

Oft genug werden Informationen zu Bortenfunden nur ein einziges Mal veröffentlicht. Meistens in Abhandlungen zu einer Ausgrabung bzw. in Ausstellungskatalogen.

Diese Texte behandel ich inzwischen mit Vorsicht und ich verlasse mich mehr auf die Bilder, denn ich bin mir nie sicher, ob derjenige, der den Text zu den Bortenfunden geschrieben hat, auch Fachwissen über das Brettchenweben hat.
Oft genug passiert es, dass Textilexperten nur mit Grundkenntnissen über das Brettchenweben seltsame Rückschlüsse ziehen.

Als ich mich vor mehr als 10 Jahren an die Borte aus Moscevaja Balka Inv. Nr. Kz 6778 gesetzt hatte, habe ich mir diese Frage nicht gestellt, einfach weil die Beschreibung stimmig war und mir Erfahrung fehlte, die ich heute habe.

Doch dann habe ich mir vor einiger Zeit noch einmal die Abbildung vom Fund und meine Rekonstruktion nach der Beschreibung angesehen und auf einmal hatte ich das Gefühl, dass es nicht richtig war.

Also habe ich mich hingesetzt und nach dem Fundbild einen neuen Musterentwurf gemacht.

Das neue Muster, das alte Muster, der Fund
The new pattern, the old pattern the find

Ich habe 20/2er Wolle verwendet und bin mit meiner 1,4 cm breiten Borte doppelt so breit geworden, wie das Original, das 0,8 cm breit ist. 

Sonntag, 27. Januar 2019

Noch mehr St. Severin

Manche Borten webt man immer wieder, einfach weil es so viel Spaß macht, zu sehen, wie das Band entsteht.

Die Borte aus St. Severin, Köln  (6./7. Jhd)  ist eine davon. An grauen Wintertagen ist sie ein Farbtupfer.

Ich hatte Lust, sie wieder zu weben, nachdem ich mir von Marijke van Epen das 'Float Pattern Book' gekauft hatte und ihre Musteranleitung zu der Borte gesehen hatte.


Samstag, 26. Januar 2019

Ein weiteres Band aus Antinoe/Ägypten

Danke an Micky Schoelzke, die mich vor einigen Wochen mit einem Blogeintrag auf dieses Band aufmerksam gemacht hat.

Es handelt sich hier um ein ganz einfaches Band mit einem Einzugsmuster, das ständig in eine Richtung gedreht wird.

Die Anleitung dazu findet man auch bei Micky.


Dienstag, 8. Januar 2019

Das brettchengewebte Band aus Maaseik

2016 hatte ich die Chance, in der St. Catherinenkirche in Maaseik mehrere brettchengewebte Borten betrachten zu können.

Darunter auch eine Borte, die ich schon vor einigen Jahren nach einer Vorlage von Nancy Spies gewebt hatte. Danach war ich mit dieser Version nicht mehr zufrieden.

Und jetzt habe ich es geschafft, die seit Jahren fertige Musteranleitung zu weben.

Es handelt sich um ein Band mit Köpermuster, das zusätzlich broschiert worden ist.

Zudem hat das Band im Original mehr Mustersequenzen, als Nancy Spies urspünglich aufgezeichnet hatte.


Samstag, 15. Dezember 2018

Skandinavisches Frühmittelalter - wie anfangen?

Wer kennt sie nicht, die Serie Vikings. Man ist begeistert und fängt an, sich für die Wikingerzeit zu interessieren und dann möchte man eine passende Darstellung machen. Aber wo fängt man an?

Wenn es ein Cosplay zur Serie Vikings werden soll, dann orientiert man sich an der Primärquelle - die Serie. Dann seid ihr hier falsch.

Wenn es eine frühmittelalterliche Darstellung mit Schwerpunkt Skandinavien werden soll, dann seid ihr hier richtig.

Alles wikingerzeitlich - das meiste für eine wohlhabende/reiche Ausstattung,
wenig für eine einfache Darstellung. Was passt? 

Samstag, 8. Dezember 2018

Ein Gürtel im Stil des 14. Jhd.

Einige Muster bestechen mit ihrer Schlichtheit.

So auch dieses einfarbige Motiv, das ich nach einem Fund aus dem Erfurter Schatzfund (1349) gewebt habe.

 Wie viele Borten aus dem 14. Jhd. wird dieses mit 6-Loch-Brettchen gewebt.

Sonntag, 9. September 2018

Birka B22

Eine Borte, die ich schon einmal gewebt habe: Birka B22

Mehr Details gibt es dazu hier 

Gewebt habe ich mit Seide, krapp gefärbt von Marled Mader und habe mit falschem Silber- und Goldlahn broschiert. 

Dieses Mal habe ich mehr Mustervariationen gewebt, um 'das' Birkamuster einzuarbeiten.

Breite der Borte: 1,6 cm - also mal wieder zu breit. 

Freitag, 27. Juli 2018

Die Borte aus dem Grab von Ketilstaðir, Island

Oder die Borte der 'Lady in Blue'

Ich weiß nicht, wie oft ich schon auf das Bild von der Website gestarrt habe.



Es handelt sich hier um die Anfangskante eines Stoffes, das am Gewichtswebstuhl gewebt wurde. Diese Kanten sind im Fundgut meistens einfach gehalten und oft zwischen 3 und 5 Brettchen breit.


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Wofür hat man früher die Borten verwendet / Skandinavisches Frühmittelalter und alles was dazu gehört

In der 'Wikingerzeit' gibt es es erstaunlich viele Funde von brettchengewebten Borten. Doch sie wurden nicht für alles verwendet und oft nicht dort, wo man es erwartet. Bitte beachtet, dass die meisten gefundenen Borten zwischen 0,8 cm und 1,5 cm schmal sind. Breite Borte waren zu früheren Zeiten (Völkerwanderungszeit) modern.

Hier ist eine Aufstellung nach der 'Lage' der Borte, wie sie bei Ausgrabungen gefunden wurden:

Sonntag, 24. September 2017

Meine aktuelle Baustelle. Skandinavisches Frühmittelalter

Meine aktuelle Baustelle. Skandinavisches Frühmittelalter.
Dieses Mal 'inspiriert von Birka'.
Die Grundstruktur kommt aus dem Grab 824. Daher habe ich die Idee gehabt, das seidene Schultertuch mit Borten an die Schalenfibeln zu klemmen.

Schuhe: nach Fund aus Haithabu
Unterwäsche: Leinen
Unterkleid: Wolle, Rot, der Halsausschnitt ist mit einem kleinen Fürspan geschlossen, was man hier nicht sieht, ist die kleine Schleppe
Trägerkleid: Handgewebter Diamantköper (von Anne Lembke)mit feinem Seidenbesatz und dünnen Seidenträgern
Schultertuch: Seide mit Indigo und Reseda gefärbt von Anne Tomczyk, mit dünner Wolle gefüttert
Kopfbedeckung: Seide, Waidfärbung, Schnitt nach Fund aus Dublin
Das Schultertuch ist mit der brettchengeweben Borte aus Grab 824 verziert und hat noch eine weitere Borte, mit der das Tuch in die Schalenfibel eingehängt werden kann.
Kopfbedeckung: nach Dublin
Schalenfibeln: P51 aus Bronze.
Was noch verbessert werden muss:
Das Unterkleid sitzt nicht so, wie es soll, da darf keine Fibel sein.
Die Seide von der Kopfbedeckung, sie färbt ab.
Die Glasperlenkette muss gegen 'Gebamsel' Schere, Kamm, Messer ausgetausch werden.

Bild vom AFM, Oerlinghausen, bearbeitet von Chris Eule