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Mittwoch, 24. Juni 2026

Farben der Eisenzeit

 

Farben der Eisenzeit... können ganz schön teuer sein.
Vor vielen Jahren hatte mir mein Mann zu Weihnachten Kermesgefärbte Wolle geschenkt.
Und weil dieses inzwischen fast aufgebraucht ist, habe ich jetzt noch einmal färben lassen.
In Deutschland kostet jetzt ein Kilo Kermes 35.640,50 Euro pro kg. Im Vergleich dazu bezahlt man für ein Kilo Gold 125.000,00 Euro.
Um 50 g Wolle zu färben hat Marled 6 g Kermes verwendet (ok, 10 g wäre besser gewesen, aber nachher ist man immer schlauer). Ihr könnt glaube ich selber rechnen, wie teuer die Wolle war. 
 
 
 

Donnerstag, 19. Juni 2025

Die Thorsberg-Tunika

 

In meinem Urlaub hatte ich die Chance, die Thorsberger-Tunika zu fotografieren.
Ich habe nicht so viel erwartet, da der Raum sehr dunkel ist und ich ohne Stativ fotografiert habe.
Dafür bin ich mit den Bildern von der Ärmelborte zufrieden.
  
Ein wirkliches Muster kann ich immer noch nicht erkennen.
 
 

Montag, 5. August 2024

Die Ärmelborte aus Thorsberg

2020 hatte ich in Zusammenarbeit mit Marled Mader den Thorsberger Prachtmantel nachgearbeitet. Und diesen präsentiere ich seit einiger Zeit auf einer Schneiderpuppe, wenn ich zeitenübergreifende Displays vorstelle.

 

Aber nur den Mantel zur präsentieren ist ja irgendwie doof. Und deswegen trägt die Puppe (ich nenne sie Bobby) auch eine Tunika. Diese Tunika war bisher ohne Borte. Da es aus Thorsberg den Fund einer Tunika mit einer brettchengewebten Borte gibt, ist es doch schön, wenn man es als passendes Ensemble präsentiert kann. 


 

Dienstag, 6. Februar 2024

 Eine neue Borte ist fertig - ich habe hier Motive aus dem Grab des Keltenfürsten von Hochdorf verwendet. Ich bin zwar ein wenig eingerostet, aber die Technikkombination Köper mit ausgelassenem Einzug und einseitiges Doubleface war mal wieder spannend.

Musterskizze aus Der Keltenfürst von Hochdorf. Methoden und Ergebnisse der Landesarchäologie. Katalog zur Ausstellung Stuttgart, Kunstgebäude vom 14. August bis 13. Oktober 1985, 1985

Dienstag, 14. Februar 2023

Tablet Woven Bands from the Iron Age © 2022,

Originally written for the summer edition of Twist 2022

Right now, we know of approximately 70 tablet woven fragments from the Iron Age. Some are too small to get a pattern from; many others are not well enough preserved to decipher a pattern. 

From some, I wasn’t able to get a picture to work out a reconstruction. There is a good overview in the article Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk 

Here are 17 bands of the Iron Age I have woven so far. 


 

Montag, 26. September 2022

Hochdorf - das Brettchengewebe vom Kessel (TK 7C)

 Manche Borten muss man mehrfach weben.... die Borte TC7C aus Hochdorf gehört für mich dazu.

 

 Some bands have to be woven several times.... the band TC7C from Hochdorf is one of them for me.

Freitag, 2. September 2022

Er ist fertig... der Thorsberger Prachtmantel

 Fast fertig war er schon länger, aber ich hatte mit mir gehadert, was ich mit den Fransen mache, wo die beiden schmalen Borten aufeinandertreffen. Eine Flechtung von der einen Seite und zwei von der anderen Seite ist nicht viel und sieht auch nicht so doll aus.
Leider gibt es davon keinen Fundbeleg... 

Entschieden habe ich mich dann nach langen Grübeln für abschneiden. 

Und dann war ich in Otzenhausen zum Keltenfest und Hans war so nett und hat den Mantel für mich angezogen, damit ich einige Bilder machen kann.

Wie er es dann geschafft hat, eine Reiterin, die nur zufällig vorbei kam, dazu zu überreden, dass er fürs Foto aufs Pferd kann, darüber bereiten wir jetzt den Mantel des Schweigens aus ;-) 


Donnerstag, 19. Mai 2022

Eisenzeittage auf der Zeiteninsel

Die Zeiteninsel ist ja noch eine Baustelle und das Museum ist noch nicht wirklich eröffnet. Es fehlt auch noch das Eingangsgebäude und alles ist ein wenig provisorisch. 
 
Das hat auch sehr viel Charme (abgesehen von den Dixiklos... auch wenn sie hier wirklich gut gepflegt waren...) und es wird sich verändern, wenn es in hoffentlich zwei Jahren eröffnet wird. Ich bin sehr froh, dass ich die Zeiteninsel so kennen gelernt habe.
 
Wir hatten am Wochenende wirklich tolles Wetter und viele interessierte Zuschauer. Ich bin ja gerne Erklärbär und freue mich, mehr über die Handarbeit zu erzählen.
 
Zusammen mit Karin waren wir unter einem Vordach aus Lindenrindenschindeln, das eigentlich Jungsteinzeitlich war. Es war ein schöner, nachmittags angenehm schattiger Platz. 
 
 
Vor 'unserem' Haus 


Dienstag, 26. Oktober 2021

Der Mantel der Dame von Baza

Bereits 1972 wurde in der spanischen Stadt Baza eine bemalte Statue gefunden, die in das 4. Jhd. v. Chr. datiert wurde.

Die Farben waren schon sehr vergangen, aber man konnte immer noch die Farbenpracht erahnen.

Ein Rekonstruktionsversuch wurde 2011 im Archaeological Textiles Newsletter 52  veröffentlicht. Allerdings wurde dort die Borte in blau und rot gewebt.

2021 gab es eine neuen Versuch der Complutense University of Madrid, die Farben mit einer digtalen Fotografiertechnik wieder lebendig zu machen.
Es gelang und die Abwesenheit von Farbe in dem Karoteil der Borte fiel mir besonders auf. 

Und so habe ich versucht diese Borte zu rekonstruieren.

Sonntag, 23. Mai 2021

Update zum Thorsberge Prachtmantel

 

Nach langer Zeit mal wieder eine Update vom Thorsberger Mantel. Die Fransen sind größtenteils fertig. Endlich... Achtfachflechtung ist zeitintensiv.
Ich muss jetzt noch an einer Seite eine schmale rote Borte anweben und dann die letzten Fäden von der Seite verflechten, dann bin ich fertig. 
 


 
 

Sonntag, 27. Dezember 2020

Die Borte von der Thorsberg-Tunika

Die Tunika aus den Moorfunden in Thorsberg wird in die 1. Hälfte des 3. Jhd. n. Chr. datiert. Sie ist die einzige komplett erhaltene Tunika aus der Zeit. 

Zusätzlich zu einer Anfangskante, die mit 4 Brettchen gewebt wurde, gibt es auch noch eine Zierborte am Handgelenk. 

Einige Autoren sagen, dass diese mit 21 Brettchen gewebt wurde und 1,4 cm breit ist.
Meine Rekonstruktionsversuch ist mit 20 Brettchen gewebt worden.


Mittwoch, 9. Dezember 2020

Brettchengewebe zu römischer Zeit

 

Kamm nach einem Fund aus Xanten, Brettchen generisch

Brettchengewebte Bänder zu römischer Zeit

 

Wenn man anfängt, sich mit den Funden zu beschäftigen, dann findet man erst mal nichts. Danach stößt man zuerst auf germanische Funde und wenn man ganz tief gräbt, dann gibt es auch einige ganz wenige Borten die man als 'römisch' bezeichnen kann. Aber sie sehen ein wenig anders aus, als erwartet. 

Sonntag, 21. Juni 2020

Die Borte vom Thorsberg-Kittel



Manchmal ist das Ergebnis nicht so, wie man erhofft.

So hier. Die Struktur des Originals zeigt, dass es ein Zweilochgewebe sein muss, aber es ist so viel vom Original vergangen, dass man nicht mehr wirklich ein Muster erahnen kann.

Was man aber sieht, dass ich mit der einfarbigen Farbgebung wohl falsch liege.

Samstag, 26. Oktober 2019

Eine Borte inspiriert von einem Musterband einer Schwertspitze aus Hallstatt

In Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg - Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtchnik in der Eisenzeit gibt es auf Seite 110 einige vergleichende Skizzen zu Mäandermotiven aus der keltischen Zeit.

Eine davon habe ich rausgesucht und zu einer brettchengewebten Borte entwickelt. Im Original ist es die Verzierung der Schwertscheide des Grabes 994 aus Hallstatt. Das Grab ist auf 400 - 300 v. Chr. datiert. 



Sonntag, 29. September 2019

Ein Besuch im Naturhistorischen Museum in Wien

Es war mal wieder soweit - der Besuch einer fremden Stadt und damit verbunden das Abklappern diverser Museen, in der Hoffnung, brettchengewebte Borten in der Ausstellung zu sehen.

In Wien war ich 2016 schon einmal erfolgreich, als ich die Borten aus dem Krönungsschatz fotografieren konnte.

Dieses Mal wollte ich die Borten aus Hallstatt *erwischen*.

Das NHM ist beeindruckend. Nicht nur das Gebäude, sondern auch die Einrichtung incl. der alten Vitrinen stehen unter Denkmalschutz.
Und genau das macht auch den Reiz der Ausstellung aus, man hat sehr sensibel die ‚neuen Medien‘ eingebaut, ohne die Ausstrahlung der alten Vitrinen kaputt zu machen.

Dienstag, 14. August 2018

Aus alt mach neu...

Manchmal muss man etwas ganz neu machen, immer dann wenn man etwas komplett überarbeitet hat.

Dieses Mal ein Muster aus Hochdorf, das brettchengewebte Band vom Wandbehang.


Das sieht jetzt so aus:


Samstag, 17. März 2018

Das brettchengewebte Band von Altrier

Seit im NESAT XII der Bericht Altrier (LUX): A fresh look at the textiles. In: K. Grömer and F. Pritchard (eds.) 2015 veröffentlicht wurde, beschäftige ich mich mit dem blau/roten Band (3-Fäden pro Brettchen) und versuche das Muster zu enträtseln.

Ich muss gestehen, dass ich lange und ausfühlich auf das Bild gestarrt habe, aber alles, nur kein Muster erkannt hatte.
Erst als Sylvia Crumbach ihren ersten Entwurf veröffentlichte, ging mir ein Licht auf (ok, es war ein ganzer Kronleuchter) und ich sah das erste Muster.


So habe ich 2016 den ersten Entwurf gewebt, war aber überhaupt nicht zufrieden.

Im Herbst 2017 habe ich einen neuen Versuch gestartet. 48 Brettchen, Wolle 3 Fäden pro Brettchen.


Sonntag, 9. April 2017

Hochdorf

Als ich vor drei Jahren mit der Borte angefangen hatte, habe ich ein anderes Material als im Original verwendet und mir weniger knalligere Farben ausgesucht, denn ich dachte, dass ich sowieso niemals kermesgefärbte Wolle in so feiner Qualität bekommen würde.

Nun, ich habe sie jetzt und deswegen habe ich entschieden, dass 65 cm genug sind, damit man einen Eindruck von der Borte bekommt.

Ich habe sie heute vom Webstuhl geschnitten...

... und wie man sieht, hatte ich eigentlich mehr geplant.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Das brettchengewebte Band von Altrier / LUX

Das brettchengewebte Band, das um  ca. 430  v. Chr. datiert ist (La Tène A), wurde bereits 1971 ausgegraben, aber erst mit dem Bericht in NESAT XII gibt es eine ausführlichere Beschreibung inklusive eines Bildes von dem Muster.

Ich muss gestehen, dass ich lange und ausfühlich auf das Bild gestarrt habe, aber alles, nur kein Muster erkannt hatte.
Erst als Sylvia Crumbach ihren ersten Entwurf veröffentlichte, ging mir ein Licht auf (ok, es war ein ganzer Kronleuchter) und ich sah das Muster.

Im Gegensatz zu Sylvia Crumbach sah ich es aber nicht als Köperborte mit ausglassenen Einzug, sondern hatte es als Sulawesi mit ausgelassenem Einzug entworfen (andere Anfangsstellung der Brettchen, anderer Drehrhythmus). Doch um es auszuprobieren hatte ich nur eine kurze Kette aufgezogen.

Es funktionierte und sogar die Punkte in der Mitte des Musters sind da - aber nur in jedem zweiten Motiv. Und die Struktur ist gut, aber sieht leider nicht so aus, wie auf der Abbildung.



Montag, 9. Mai 2016

Die Kelten kommen!

Letztes Wochenende war es wieder soweit und ich konnte in meiner 'Lieblingszeit' spielen. Die Kelten.
Naja, eigentlich ist es ein Zeitraum von mehreren hundert Jahren, wenn man nur die Hallstattkultur und die Latène Zeit nimmt.

Das Römerwelt in Rheinbrohl stellte das Museumsfest dieses Jahr unter dem Thema 'Die Kelten kommen' und die Wettervorhersage war vielversprechend.

Die Aufstellung war mit einem Zeitrahmen von 1200 v. Chr. bis ins 3. Jhd. nach Christus weit gefasst. Dafür war es eine wirklich feine Auswahl von Darstellern, die dort zu sehen war.

Das Brettchenweben war mir mehreren Webern 'überproportional' vertreten und leider war der Stand, den ich mir mit Sylvia Crumbach teilte, derjenige, der von den Besuchern zum Schluss angelaufen wurde. So war das Interesse bei uns dann etwas geringer als wir es sonst gewohnt waren. Zudem war ich dieses Mal sehr minimalistisch und hatte die Borten in einem Körbchen ausgestellt...

Gruppenbild - mein Dank für das Bild und dass ich es verwenden darf geht an Bernd Gaul und an alle, die sich aufgestellt haben.