Es gibt sie ja immer wieder, die Diskussion, welche Materialien damals beim Brettchenweben verwendet wurden und somit auch heute bei Rekonstruktionen verwendet werden können (es geht wie üblich um die Zeit bis ca. 1600 nach Christus, danach kam das Brettchenweben in Zentraleuropa aus der Mode).
Zu Wolle und Seide gibt es ja unzählige brettchengewebte Funde, aber was ist mit brettchengewebten Borten aus Leinen (oder anderem pflanzlichen Material)?
Zum einen muss man bedenken, dass man Leinen nicht so gut färben konnte wie Wolle oder Seide. Man konnte es blau färben oder ein helles rot, aber für alle anderen Farbtöne habe ich leider noch keinen Fundbericht auftreiben können.
Die früheste Leinenborte kommt aus der latènezeitlichen Nekropole von El Cigarralejo (Spanien), die als Kante an einem Leinentuch war. Die Borte wurde mit 33 Brettchen gewebt. Das Fundmaterial gibt nicht genug her, um zu sagen, ob es eine Anfangskante oder eine Seitenkante war.
Mit ca. 1,4 cm Breite und ungefärbt war sie nicht so auffällig wie viele andere Randborten.
Danke an Barbara Köstner für folgende Information über eine brettchengewebte Borte:
Zweeloo, NL, 450 n.Chr., Gewebekante eines leinernen Diamantköpers,
Leinen einfarbig, wohl ungefärbt, min. 12 Brettchen, durch Korrosion an
den Verschlüssen der auf den Schulter sitzenden Fibeln erhalten. Lit.:
S.Y. Vons-Comis, Een nieuwe reconstructie van de kleding van de Prinses
van Zweeloo. In: Nieuwe drentse volksalmanak 105, 1988, 151-187.
14./15. Jhd. Felixstowe/GB
Eine Gürtelschnalle mit einer brettchengewebten Borte, 13 Brettchen sind erhalten, ggfs. waren es mehr. Das zweifarbige Muster wurde mit gebleichtem und ungebleichtem Leinen gewebt.
Grace M. Crowfoot - a medieval tablet woven braid from a Buckle found at Felixstowe
Aus dem 15. Jhd. gibt es die sog. Stola des heiligen Adalrich. Die Kette ist aus weißem und blauen Leinen, insgesamt 35 Brettchen und mit Wolle broschiert worden.
Mehr reine Leinenborten kenne ich nicht. Es soll noch eine mittelalterliche Borte aus Polen geben, die auch aus Leinen gefertigt wurde, aber dazu habe ich noch keine weiteren Informationen gefunden.
Wenn jemand weitere 'sachdienliche Hinweise' zu reinen Leinenborten hat, würde ich mich sehr freuen.
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Sonntag, 28. Mai 2017
Sonntag, 24. April 2016
Die IRM 2016
Man muss schon ein wenig verrückt sein, wenn man nur für eine Verkaufsveranstaltung über 250 km eine Strecke fährt.
Aber wenn man sich eine Fahrgemeinschaft sucht und man und schon während der Fahrt beinahe die eine oder andere Abfahrt verpasst, weil man nonstopp quasselt, dann vergeht die Zeit wie im Flug.
Die Messe selbst war wieder klasse. Ich war zuletzt 2014 dort und war schon damals von dem Niveau angenehm überrascht gewesen, auch wenn es negative Ausrutscher gab.
Die wirklich schlechten Stände von damals habe ich dieses Mal vergeblich gesucht, aber es gab immer noch den einen oder anderen Stand mit einer eher zweifelhaften Qualität. Die gingen aber in der Masse der guten Stände unter.
Ich persönlich bevorzuge es ja, solche Veranstaltungen in meiner Kleidung des 21. Jhd. zu besuchen, aber einige der Besucher hatten sich in Schale geschmissen, trotzdem war Hannes (der übrigens bis auf das Foto immer in meiner Tasche war), derjenige mit der besten Ausstattung ;-)
Da ich vergessen hatte, in meiner Kamera einen Speicherchip einzulegen, gibt es sonst keine Bilder von der Veranstaltung. Nur von meinen Einkäufen.
Aber wenn man sich eine Fahrgemeinschaft sucht und man und schon während der Fahrt beinahe die eine oder andere Abfahrt verpasst, weil man nonstopp quasselt, dann vergeht die Zeit wie im Flug.
Die Messe selbst war wieder klasse. Ich war zuletzt 2014 dort und war schon damals von dem Niveau angenehm überrascht gewesen, auch wenn es negative Ausrutscher gab.
Die wirklich schlechten Stände von damals habe ich dieses Mal vergeblich gesucht, aber es gab immer noch den einen oder anderen Stand mit einer eher zweifelhaften Qualität. Die gingen aber in der Masse der guten Stände unter.
Ich persönlich bevorzuge es ja, solche Veranstaltungen in meiner Kleidung des 21. Jhd. zu besuchen, aber einige der Besucher hatten sich in Schale geschmissen, trotzdem war Hannes (der übrigens bis auf das Foto immer in meiner Tasche war), derjenige mit der besten Ausstattung ;-)
Da ich vergessen hatte, in meiner Kamera einen Speicherchip einzulegen, gibt es sonst keine Bilder von der Veranstaltung. Nur von meinen Einkäufen.
Sonntag, 25. Januar 2015
Dumm gelaufen....
Vor einiger Zeit war ich beim Handweavers Studio in London und habe mir diverse Sorten Wolle zugelegt.
Neben einer wunderbaren 'naturally-dyed worsted wool 18/2' auch eine 20/2 Merino-Wool, die wunderschöne Farben hatte und vernünftig gezwirnt schien.
Mit der ersten habe ich die schmale Oseberg-Borte gewebt und bin wunderbar damit klar gekommen.
Heute hatte ich mir ein einfaches kleines Muster erstellt (Gerüchten zufolge handelt es sich bei der Vorlage, die mich angelächelt hatte, um eine Rekonstruktion von Kaarina burial site grave 40 - aber das glaube ich erst, wenn ich das Original gesehen habe) und hatte mir drei Farben rausgesucht, um es zu weben.
Aufketten und anweben funktionierten auch wunderbar, aber schon nach kurzer Zeit wurde das Garn länger und länger und länger.
Ich hatte es mit Holzbrettchen aufgekettet, aber da es die leichten von Jens sind, sollte das Gewicht kein Problem sein.
Ich habe schon so manch ein anspruchsvolles Garn verarbeitet, aber ich hatte noch nie das Problem, dass alle Fäden gleichzeitig zickten. Hier hatte ich es.
So kam wie es kommen musste, und nach ca. 20 cm rissen 15 Fäden gleichzeitig und Besserung war nicht in Sicht. Ich bin zwar vieles, aber nicht so masochistisch veranlagt, dass ich mich da durchkämpfe, habe die Notbremse gezogen und kurzentschlossen die Borte abgeschnitten.
Inzwischen weiß ich, was das Problem war: Mangelnde Materialkenntnis.
Merinowolle ist zwar eine wunderschöne, flauschige Wolle, die hat aber meist kurzstapelige Wolle mit viel Crimp (Kräuselung)! Das bringt die Flauschigkeit in das Garn, hat aber den Nachteil, dass durch die kurze Faserlänge eigentlich sehr viel Drall vonnöten wäre.
Aber die Wolle, die ich gekauft hatte, hat nur 'normalen' Drall.
Schmeiße ich das Garn jetzt weg? Nein, ich werde es auch weiter als Kettfaden verwenden, ABER niemals mehr nur Merinowolle, sondern immer in Kombination mit anderer Wolle, so dass diese die Längung auffangen kann.
Das Muster werde ich demnächst noch einmal weben.
Neben einer wunderbaren 'naturally-dyed worsted wool 18/2' auch eine 20/2 Merino-Wool, die wunderschöne Farben hatte und vernünftig gezwirnt schien.
Mit der ersten habe ich die schmale Oseberg-Borte gewebt und bin wunderbar damit klar gekommen.
Heute hatte ich mir ein einfaches kleines Muster erstellt (Gerüchten zufolge handelt es sich bei der Vorlage, die mich angelächelt hatte, um eine Rekonstruktion von Kaarina burial site grave 40 - aber das glaube ich erst, wenn ich das Original gesehen habe) und hatte mir drei Farben rausgesucht, um es zu weben.
Aufketten und anweben funktionierten auch wunderbar, aber schon nach kurzer Zeit wurde das Garn länger und länger und länger.
Ich hatte es mit Holzbrettchen aufgekettet, aber da es die leichten von Jens sind, sollte das Gewicht kein Problem sein.
Ich habe schon so manch ein anspruchsvolles Garn verarbeitet, aber ich hatte noch nie das Problem, dass alle Fäden gleichzeitig zickten. Hier hatte ich es.
So kam wie es kommen musste, und nach ca. 20 cm rissen 15 Fäden gleichzeitig und Besserung war nicht in Sicht. Ich bin zwar vieles, aber nicht so masochistisch veranlagt, dass ich mich da durchkämpfe, habe die Notbremse gezogen und kurzentschlossen die Borte abgeschnitten.
Inzwischen weiß ich, was das Problem war: Mangelnde Materialkenntnis.
Merinowolle ist zwar eine wunderschöne, flauschige Wolle, die hat aber meist kurzstapelige Wolle mit viel Crimp (Kräuselung)! Das bringt die Flauschigkeit in das Garn, hat aber den Nachteil, dass durch die kurze Faserlänge eigentlich sehr viel Drall vonnöten wäre.
Aber die Wolle, die ich gekauft hatte, hat nur 'normalen' Drall.
Schmeiße ich das Garn jetzt weg? Nein, ich werde es auch weiter als Kettfaden verwenden, ABER niemals mehr nur Merinowolle, sondern immer in Kombination mit anderer Wolle, so dass diese die Längung auffangen kann.
Das Muster werde ich demnächst noch einmal weben.
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Brettchenweben,
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