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Sonntag, 30. April 2023

Neue Kleidung

Diesen Winter habe ich nicht nur viel gewebt, sondern auch ein neues Kleid für meine mittelalterliche Darstellung genäht.
Zeit: um 1300
Einfache, aber nicht ärmliche Darstellung im städtischen Umfeld
Ein bequemes Kleid, das Frau am Markttag tragen kann, aber mit dem sie auch anpacken kann. 

Da Gabriele auch ein neues Kleid ablichten wollte, haben wir uns zusammen getan und gemeinsam ein Shoting im Ort organisiert. Und ja, es gibt doch noch die eine oder andere Ecke, wo man nachher keine Bildbearbeitung benötigt, um  ein stimmiges Bild zu bekommen.

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.

 
Was nicht zu sehen ist: Leinenunterkleid und einfache Wendeschuhe. Auf dem grünen Kleid wird ein einfacher Gürtel getragen. Da ich das überboden lange Kleid mit dem Gürtel gerafft habe, damit es nicht über den Boden schleift, ist der Gürtel nicht zu sehen. Das Kleid hat Keile, die bist zum Armansatz gehen und die Ärmelnaht verläuft auf der Rückseite.
Da es ein wenig kühl ist, trage ich zusätzlich ein einfaches helles krapprotes Tuch.
Mein Kopf ist mit Haarnetz und Gebände bedeckt.
 
 

Freitag, 18. Juni 2021

Ein Wochenende in Nienover Teil 2

 Das Wetter war tagsüber schön und Abends verregnet, und sehr nass.

Donnerstag, 10. Juni 2021

Ein Wochenende in Nienover Teil 1

Ein Wochenende in Nienover. Keine Woche vorher dachten wir noch, dass wir coronabedingt absagen müssten. Aber Freitag abends war dann klar, dass wir am nächsten Donnerstag doch anreisen durften. So packten Gaby, Philipp, Claudia und ich kurzentschlossen unsere Sachen.
Deswegen gab es kein größeres Projekt, was wir machen wollten, sondern wir haben uns getroffen, gebastelt, Handarbeit gemacht, lecker gekocht und den wenigen Besuchern, die da waren viele Fragen beantwortet.
Und wir hatten viel Spaß gehabt!
 
 

Sonntag, 28. Februar 2021

Endlich mal die 'neue' Ausstattung ausführen

 

Wenn man den Göga überzeugt bekommt, doch mal einige Fotos von der 'neuen' schon seit einem Jahr ungetragenen Ausstattung zu machen... 

Inzwischen hat der Chiton Lagerfalten. Und wegen der Temperatur habe ich dann doch eine Tunika drunter angezogen. War aber absolut nicht notwendig. Der Wollstoff ist so warm, das ist nichts für den Sommer. (Deails zum Stoff kann ich nicht geben, er wurde von Sylvia Crumbach genäht und verkauft. Als die Besitzerin sich wegen Hobbyaufgabe davon trennte, habe ich den Zuschlag bekommen)
 

 

Dienstag, 14. Juli 2020

Kleidungsupdate

Ich hatte vor kurzem doch noch die Möglichkeit, an einer winzig kleinen Veranstaltung in Oerlinghausen teilzunehmen und konnte dort meine Wikingerausstattung, die ich im letzten Winter ein wenig überarbeitet hatte, zeigen.
Es ist auf Birka, Grab 824 basiert, aber statt Gebamsel trage ich eine einfache Glasperlenkette (das kommt davon, wenn Frau die Hälfte zu Hause vergisst).
Nicht zu sehen, das Leinenunterkleid.
Darüber ein rotes Wollkleid, das eine kleine Schleppe hat. Hier ein runder Halsausschnitt, da ich keine Funde von der Kombination Schalenfibeln und schmale Fibel am Hals kenne.
Das Trägerkleid ist aus handgewebten blauen Diamantköper mit feinem Seidenbesatz und dünnen Seidenträgern (und ja, die Träger sind zu dünn, das muss ich ändern, aber dafür muss ich erst mal Seide finden.... )
Schultertuch: grüne Seide, mit dünner Wolle gefüttert und mit brettchengewebter Borte (nach Grab 824) verziert und hat noch eine weitere Borte, mit der das Tuch in die Schalenfibel eingehängt ist, aber das kann man hier nicht so gut erkennen. Gefüttert mit einem dünnen Wollstoff.
Kopfbedeckung: Seide, Schnitt nach Fund aus Dublin
Schalenfibeln: P51 aus Bronze.
Schuhe: nach einem Fund aus Haithabu.



Zu den Farben:
Kopfbedeckung: Indigofärbung
Schultertuch: Seide Doppelfärbung aus Reseda und Indigo, Wollfutter Reseda
Trägerkleid: Seidenbesatz: Waidfärbung. Der handgewebte Stoff ist industriell gefärbt, da das 2 Stück Stoff im Museum ganz anderem Licht ausgesetzt ist und nicht ausbleichen darf. Aber es hat Waidfärbungen als Vorbild. Wie z.B. den Mantel hier
Das Wollunterkleid entspricht einer einfachen, nicht zu kräftigen Krappfärbung.


Donnerstag, 14. Mai 2020

Die Kelten in der Hallstattzeit - wie anfangen?


Die Kelten in der Hallstattzeit - wie anfangen?

Man hat schon viel von dieser mysteriösen Kultur gehört, und es gibt so manch eine Dokumentation im Fernsehen. Aber wenn man ernsthaft anfängt, sich mit ihnen zu beschäftigen und versucht, die Kleidung zu rekonstruieren, dann wird es eng. Zumal das, was man oft in den Dokumentationen sieht, nur bedingt bis gar nicht mit dem übereinstimmt, was gefunden wurde.
Hier beschäftige ich mich mit der Kleidung der Kelten in Zentraleuropa zur Hallstattzeit, die von 800 v. Chr. bis etwa 450 v. Chr. datiert wird (natürlich mit regionalen Unterschieden), regional begrenzt auf Süddeutschland, Österreich und die angrenzenden südlich und östlich angrenzenden Länder. Andere Regionen haben eine andere Mode.

Als absolutes 'Must have' für diese Zeit empfehle ich das Buch 'Bunte Tuche gleißendes Metall - Frühe Kelten der Hallstattzeit', das einen guten Überblick über verschiedene Rekonstruktionsvorschläge gibt.
Dann PrähistorischeTextilkunst in Mitteleuropa von Karina Grömer. DAS Buch zu Textilien aus der Zeit, das es im kostenlosen Download gibt. 
Einen allgemeinen Überblick über die Kelten und Funde gibt das Buch 'Die Kelten in Deutschland' von Sabine Rieckhoff und Jörg Biel.
Aus der Hallstattzeit gibt es wenige Funde und noch weniger Abbildungen von getragener Kleidung. Von den Textilien sind nur Fragmente erhalten. Hauptfundorte sind die Salzbergwerke in Österreich (Hallstatt und Hallein) und das Grab des Keltenfürsten von Hochdorf.
Abbildungen von Kleidung gibt es in Mitteleuropa fast keine. Wenn man für eine Darstellung aus Süddeutschland recherchiert, dann muss man z.B. auf Abbildungen auf einer Situla von Vace, Slowenien oder von einer Situla aus Bologna, Italien oder der Situla aus Kuffern, Östereich zurückgreifen, um überhaupt eine Idee zu haben, wie die getragene Kleidung ausgesehen haben könnte. 
Man muss noch weiter gehen (sowohl räumlich als auch zeitlich), wenn man Funde von kompletten Textlilien vergleichend anschauen will, etwa die Moorfunde in Dänemark, die zeitlich früher oder später liegen, genau wie die Textilien aus dem nachchristlichen Ägypten oder anderen wüstenartigen Gebieten, wo das Klima beigetragen hat, dass Stoffe über 2500 Jahre erhalten geblieben sind.

Textilfragmente aus dem Salzbergwerk von Hallstatt (vom Titelbild des Buches 'Textilien aus Hallstatt')
Vielen Dank an Karina Grömer und das Naturhistorische Museum Wien für die Genehmigung, es zu verwenden.

Montag, 22. Juli 2019

Ein Wochenende in Nienover Teil 1

Vereinsmitglieder waren schon öfters da gewesen und hatten von dem hübschen Haus und der gesamten Location geschwärmt,  also war es Zeit, dass wir (Projekte zur Lebendigen Geschichte e.V.), es zusammen ausprobierten. So hatten wir für Juli einen Termin reserviert.

Aufgrund von Brandschutzordnung ist das Übernachten im Haus nicht gestattet und wir mussten am Freitag unser Zelte auf der dazugehörigen Wiese aufschlagen. Wir waren noch nicht wirklich fertig, als der Himmel meinte, seine Schleusen zu öffnen und uns mit einem Wolkenbruch beglückte.

Kurze Zusammenfassung von Freitag Abend und Nacht: Wir sind abgesoffen.

Samstag, 15. Dezember 2018

Skandinavisches Frühmittelalter - wie anfangen?

Wer kennt sie nicht, die Serie Vikings. Man ist begeistert und fängt an, sich für die Wikingerzeit zu interessieren und dann möchte man eine passende Darstellung machen. Aber wo fängt man an?

Wenn es ein Cosplay zur Serie Vikings werden soll, dann orientiert man sich an der Primärquelle - die Serie. Dann seid ihr hier falsch.

Wenn es eine frühmittelalterliche Darstellung mit Schwerpunkt Skandinavien werden soll, dann seid ihr hier richtig.

Alles wikingerzeitlich - das meiste für eine wohlhabende/reiche Ausstattung,
wenig für eine einfache Darstellung. Was passt? 

Freitag, 3. August 2018

Meine neue Ausstattung für das 13. Jhd.

Manche Dinge sind Teamwork, die man einfach nicht alleine machen kann.

So auch meine Ausstattung für das 13. Jahrhundert. Einiges habe ich selbstgemacht, noch mehr habe ich eingetauscht und einige wenige Dinge habe ich dafür gekauft.



Sonntag, 8. Juli 2018

Pimp my belt

Manchmal hat man Dinge, die schön sind, die aber noch verbessert werden können.

So geschehen mit meinem Gürtel, der mit dem Grundmuster des Gürtels von Philipp von Schwaben gewebt wurde.

Seide 61 Brettchen, 2,1 cm breit.

Er war toll, aber als Gürtel zu unauffällig, also habe ich ihn aufgemotzt.


Donnerstag, 10. August 2017

Wikingerzeitliche Kopfbedeckung aus Dublin

Nachdem ich vor einiger Zeit schon versucht habe die brettchengewebten Borten aus Birka zu analysieren aber nicht weit gekommen bin,  hatte ich mir das Buch 'Viking Age Headcovrings from Dublin' von Elizabeth Wincott Heckett ausgeliehen, um mehr zu lernen.

Nachdem ich einen Blick hinein geworfen hatte, habe ich es sofort bestellt. Es ist genau das Buch, das man braucht, um eine Kopfbedeckung zu rekonstruieren und um mehr über die feineren Textilien zu erfahren.

In dem Buch werden 68 Textilien analysiert, die in der Fishamble Street/John's Lane (datiert 10. und 11. Jhd) und in der High Street (datiert 11. und 12. Jhd) gefunden wurden.

Ich habe mich dafür entschieden, mich mit den 'Kappen' (die englische Bezeichnung cap kann man auch mit Mütze oder Haube übersetzen. Ich denke Kappe passt am ehesten) zu beschäftigen, die in der Fishamble Street gefunden wurden.
Insgesamt wurden 12 Kappen gefunden, 3 aus Seide und 9 aus Wolle.
Alle Kappen wurden nach demselben Muster gefertigt und unterschieden sich nur ein wenig in Länge und Breite.
Einen ähnlichen Fund gibt es auch aus York.

Erinnert ein wenig an eine mittelalterliche Bundhaube

Mittwoch, 26. Juli 2017

Bilder von meiner Ausstattung aus der Wikingerzeit und dem Hochmittelalter

Und manchmal hat Frau auch Glück, sie fragt ganz vorsichtig bei einen befreundeten Hobbyfotografen an, was sie denn tun muss, um mal von ihm abgelichtet zu werden und die Antwort war: 'frag mich.'
Das hatte ich sofort getan. Schwieriger war es, einen Termin mit passendem Wetter zu finden.

Letztes Wochenende war es dann soweit und das sind die schönsten Bilder. Vielen Dank Flohli für die Mühe und die Zeit, die er investiert hat - ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis.


Donnerstag, 18. Mai 2017

Frauenmäntel bei den Wikingern?

Die Diskussion gibt es immer wieder und als eine der Grundlagen gilt der Artikel:


Dazu muss ich sagen, dass ich den Text nur teilweise verstehe und mich auf die die Bilder und die Deutschen Zeilen verlassen habe. Deswegen kann es durchaus sein, dass mir einige Feinheiten in ihrer Interpretation entgangen sind. Das möge man mir bitte nachsehen.

Ich finde es sehr mutig, dass aufgrund von Textilien an Spangen und einem Vergleich mit Männergräbern auf Mäntel bei Frauen geschlossen wird. 

Dienstag, 9. Mai 2017

Ein neuer Peplos

Zeitstellung 550 - 450 v. Chr, Eisenzeit. Süddeutschland für eine wohlhabenden keltischen Darstellung.

Die Schuhe sind Interpretationen auf der Baisis von Schuhleisten, Schuhgefäßen und Abbildungen
Der Peplos entspricht den Abbildungen auf Situlen und wird oben mit zwei Fibeln nach Funden aus Süddeutschland geschlossen. Der Stoff wurde von Marled gewebt und einem Fund aus Hochdorf nachempfunden. Am oberen Ende ist der Peplos mit einer schmalen, angewebten Brettchenborte verziert.

Das Gürtelblech ist den Grabfund aus Hallstatt nachempfunden - es gibt aber auch in Süddeutschland genügend ähnliche Funde. 


Schleier - es gibt zwar den Fund von einem Fragment mit Bortenkannte aus Bescheid (HA D) aber auch hier mussten Abbildungen von Situlen herhalten. Beim Schnitt habe ich mich an den Kopfbedeckungen des wikingerzeitlichen Dublin orientiert - und ich habe zum ersten Mal einen Schleier, der mit zwei Nadeln hält ;-)




Entstanden im Keltendorf in Otzenhausen


 
P.S.: das Huhn ist modern, aber erste Nachweise von Hühnern in Deutschland gibt es von der hallstattzeitlichen Heuneburg.


Dienstag, 13. Dezember 2016

Kopfbedeckung für eine wikingerzeitliche Ausstattung?

Schon seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einer passenden Kopfbedeckung.

Ich habe zwar lange Haare, aber sie haben einen modernen Schnitt und das kann ich nicht gut verbergen.

Leider gibt es zu Kopfbedeckungen nicht viele Nachweise.

Sonntag, 17. August 2014

Wikingerkleidung

Eigentlich habe ich mich bisher recht wenig für die Wikinger interessiert. Die haben zwar wirklich spannende Borten, aber ansonsten gab es kaum Berührungspunkte.

Aber dann habe ich mich für einen wikingerzeitlichen Termin Ende August entschieden und dafür wollte ich mir jetzt - natürlich in letzte Sekunde - ein Kleid nähen.

Nach erster Recheche entschied ich mich, dass ich mein einfaches Leinenunterkleid weiter verwenden werde, nur ein passendes Oberteil musste noch her.