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Samstag, 6. Juli 2019

Halberstadt - mal wieder

Lange ist es her, dass ich dieses Motiv von einem Altartuches aus Halberstatdt (14. Jhd) zum ersten Mal gewebt habe. 2001 war ich schon auf den Weg in Richtung eigene Musterentwicklung und 'Rekonstruktionen von historischen Borten', als mir Fabian Peise nach einem interessanten Mailaustausch diese Anleitung zur Verfügung gestellt hatte.

Seitdem kenne und schätze ich dieses Muster.
2014 hatte ich die Gelegenheit, mir die Borte persönlich in Halberstadt anzusehen und festzustellen, dass das Muster wirklich dem Original entspricht (das ist nicht immer selbstverständlich) und auf meiner 'To do Liste' stand das Nachweben mit den passenden Farben.

Das habe ich jetzt gemacht.
Vergleich Original und Rekonstruktionen

Donnerstag, 30. Juli 2015

Halberstadt - die Umsetzung

Als ich im letzten Jahr die Möglichkeit hatte, im Domschatzmuseum in Halberstadt zu fotografieren, habe ich mich auf die brettchengewebten Borten konzentriert. Über 100 Bilder sind es geworden.

Die meisten habe ich von dem Altartuch (Ende 14. Jahrhundert) gemacht, da man in diesem Tuch über 20 Meter Borte 'verarbeitet' hat.

Es gibt leider nur wenige Bilder von dem ganzen Tuch, im Internet nur in der Deutschen-Digitalen-Bibliothek.
Aber keins kann man zur Rekonstruktion der Borte heranziehen. Nachdem mir das Museum die Gelegenheit gegeben hatte, eigene Bilder zu machen, hatte ich hochauflösende Fotos, wo ich die einzelnen Fäden zählen konnte.

Ursprünglich wird das Band wohl mit Goldlahn broschiert gewesen sein, denn es gibt immer noch einige Stellen, die glitzern. Aber viel ist nicht mehr zu erkennen, da das Altartuch in den letzten Jahrhunderten intensiv genutzt wurde und die Borte sehr gelitten hat.

Sonntag, 6. Juli 2014

Halberstadt - eine Borte vom Leinentuch

Das Original aus dem Halberstädter Domschatz gehört zu einem gestickten Leinentuch, das auf ca. 1250-1300 datiert ist. Das Band hat eine Gesamtlänge von 4 Meter.
Wahrscheinlich ist das Original nicht mit Goldlahn broschiert worden, sondern mit doppeltem Faden. Ich vermute, dass es Leinen ist, konnte dies aber hinter Glas nicht genau erkennen. Der farbige Broschierfaden ist Seide.



Broschiertes Band vom  einem Leinentuch aus dem Domschatz in Halberstadt


The original on display in the 'Domschatz von Halberstadt' is from a embroidered linen cloth dated 1250-1300. Probably not brocaded with spun gold. I guess that it's linen but as the cloth had been behind glass I couldn't touch it. The colourd brocade weft is silk.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Der Halberstädter Domschatz

Ich hatte auf der Rückfahrt aus dem Urlaub ein absolutes Highlight für mich. Der Domschatz zu Halberstadt mit all seinen brettchengewebten Borten wurde auf dem Rückweg angesteuert.
Ich hatte vor zwei Wochen beim Museum angefragt, ob ich sie fotografieren dürfte und eine Genehmigung bekommen. 


Der Dom von Halberstadt
Allerdings weiß ich noch nicht, inwieweit ich sie veröffentlichen darf, deswegen gibt es jetzt keine Fotos.
 

Die Zusammenarbeit mit dem Personal war nett und unkompliziert. Ich habe insesamt 120 Bilder gemacht und nach einer ersten Auswertung kann ich zu den Borten, die ich gewebt habe folgendes sagen:

Das Cingulum aus Halberstadt, das ich bereits gewebt habe:

Laut Nancy Spies ist die Borte 108 cm lang und 1,7 cm breit beschrieben. Dazu erwähnt sie, dass das Cingulum an beiden Enden mit einem sehr verzierten Geflecht abgeschlossen wird.

Nun, das Geflecht ist mindestens genau so lang wie die Borte, die beim Tragen des Cingulums  um den Körper geschlungen wird und ist ein absoluter Hingucker. Die Borte geht dabei unter.

Das Schlimmste ist, das die Art, in der ich es gewebt habe, überhaupt nicht mit dem Original übereinstimmt... 

Das passiert wenn man eine Borte nach einer Anleitung webt, aber nicht das Orginal kennt.

Etwas anders sieht es mit der Borte des Altartuchs für den Hochaltar aus. 

Leider habe ich Depp mein Zentimetermaß vergessen und so kann ich nur ca. Abmessungen durchgeben. 

Das Altartuch ist für einen Altar mit der Abmessung von ca 3 x 1,5 m gefertigt worden. Es besteht aus 18 fast quadratischen Feldern die durch brettchengewebter Borte verbunden wurden Auch die Umrandung, von der die Seitenränder herab hängen besteht aus brettchengewebter Borte.  Insgesamt sind also etwa 22 m Borte verarbeitet worden.


Davon hatte ich vor Jahren von Fabian Peise die erste Musteranleitung für eine Sequenz bekommen. 


Sequenz aus der Altartuchborte

Bei meinem letzten Besuch habe ich diese Sequenz nicht gefunden, aber jetzt, beim systematischen Abfotografieren, war sie da. Bei diesem Teil der Borte ist die Broschur fast komplett abgerieben worden, so dass man sehen kann, dass der Untergrund ensprechend der Broschur gewebt wurde. Siehe auch mein Bild weiter oben.

Vier weitere Mustersequenzen gibt es, dazu wurde an einer Ecke ca. 1,5 m 'gestückelt', sprich zwei stilistisch nicht passende Borten wurden verwendet. 

Um das nachzuweben werde ich noch einige Zeit benötigen.

Samstag, 1. März 2014

Die Altartuchborte von Halberstadt

Die Altartuchborte von Halberstadt ist eine Borte, die mich nicht los lässt.

Ich kenne sie schon ewig. Es war eins der ersten 'aufwändigeren' Schnurbindungsmuster das ich gewebt hatte. 
Damals wusste ich nicht, dass das Original überbroschiert war und ich sozusagen zu den Hintergrund gewebt hatte.

Heute weiß ich immer noch nicht viel über das Band, dabei habe ich es mir schon live und in Farbe in Halberstadt ansehen können.
Doch im Domschatz ist das Fotografieren verboten und in den Publikationen gibt es von allem Bilder, nur nicht Details von dieser Borte. 
Selbst im Anhang von Nancy Spies Buch 'Ecclesiastical Pomp and Aristrocratic Circumstance' habe ich nichts dazu gefunden. 

In der Deutschen Digitalen Bibliothek gibt es einige Bilder zu der Altardecke, aber der Schwerpunkt sind die Stickereien, nicht die brettchengewebte Borte.


 Rekonstrukion  eines kleinen Teils der broschierten Borte - ich habe es schon in verschiedenen Versionen gewebt.