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Sonntag, 4. April 2021

Eine persische/iranische Borte

Manchmal ahnt Frau nichts Böses, surft ein wenig bei Facebook und dann landet sie hier.  Eine Seite wo relativ moderne Bänder im traditionellen Stil gezeigt werden.

Die Bänder sind größtenteils zwischen 1900 und 1950 gewebt worden. Einige sind brettchengewebt, die anderen sind mit unterschiedlichen Techniken gewebt worden.

Ich habe mich hier einfach von den Farben und Motiven inspirieren lassen und etwas in dem Stil gewebt. 


Sonntag, 1. November 2020

Eine bunte Köperborte im Stil von Arlon

Seit ich das Buch 'Lilienhain II' von Claudia Wollny in den Händen hielt, wollte ich ein Band mit diesen Vorlagen weben.

Nur welche Farben? Ich habe lange überlegt und mich dann für ein Farbverlauf entschieden, wofür ich NM 11 Seide verwendet haben. Das Ergebnis gefällt mir sehr. 

 

 

Samstag, 25. April 2020

Fertig...

Als mir vor einigen Jahren der Grafiker meines Vertrauens Visitenkarten machte, staunte ich nicht schlecht, denn er hatte ein Motiv im mittelalterlichen Stil verwendet, das ich noch nicht gewebt hatte.

Das Muster (17 Musterbrettchen) war schnell entwickelt und dann legte ich los.

Ja, ich wurde halb fertig und dann lief mir ein spannenderes Motiv über den Weg, das ich unbedingt und ganz dringend weben musste....

Benutzt habe ich die Borte trotzdem, um meine Visitenkarten zu präsentieren:


Donnerstag, 23. April 2020

Eins meiner Ufos (Unfinished Objekts)


Zur Zeit arbeite ich an der Rekonstruktion eines brettchengewebeten Bandes aus Antinoé, Grab 84 b.

Es ist ein Köperband, das aber auch waagerechte Linien kann, das mit insgesamt 49 Musterbrettchen gewebt wird.

Im Moment bin ich ein wenig frustriert, da das Bild, das ich von der Borte habe, nicht gut genug ist, um die Feinheiten der Broschur zu erkennen.
Und deswegen ruht es zur Zeit.

I'm also working at the reconstruction of a tablet woven band from Antinoé, grave 84b.

it is a broken twill with horizontal lines, and I'm working with 49 tablets in the pattern.

Right now I'm a little bit frustrated as the picture, which I have from the original band, is not detailed enough to see all details of the brocading. 

So right now it is not on the loom.




Literatur:
Maximilien Durand (Autor),‎ Florence Calament (Autor),‎ Collectif (Autor),  Antinoé, à la vie, à la mode : Visions d'élégance dans les solitudes, 2013
Die Borte ist aus Lyon, musée des Tissus inv. MT 28929.92.1, MT 28929.92.2, MT 2013.0.46.1 und MT2013.0.46.2
Muster: eigener Entwurf

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Das Band aus Grab C 395 aus Antinoè

Manche Bänder veröffentliche ich nur hier im Blog und noch nicht auf der Homepage, weil ich mit dem Rekonstruktionsversuch noch nicht zufrieden bin und noch weiter dran arbeiten muss.

Dies hier ist eins davon.


Freitag, 17. Mai 2019

Das Band E 28438 aus dem Louvre

Als wir vor einiger Zeit in Paris waren,  gingen wir auch in den Louvre. Wir wussten schon vorher, dass dort eine brettchengewebte Borte ausgestellt wurde. Und im Raum mit den sog. koptischen Textilien konnte ich sie lange und ungestört betrachten.

E28438 on exhibition in Paris, Louvre

Sie hat mich fasziniert, da sie im Gegensatz zu den meisten anderen Borten zwei Musterteile hat. Ich habe versucht, sie zu fotografieren, aber trotz guter Kamera und der Unterstützung von Freunden, konnte ich keine detaillierten Bilder machen. Es war immer ein wenig unscharf. 

Noch in Paris, wo die Erinnerung an der Borte noch frisch war, fing ich an, das Muster nachzuarbeiten.

Sonntag, 7. April 2019

Wenn Bilder mehr sagen...

Oft genug werden Informationen zu Bortenfunden nur ein einziges Mal veröffentlicht. Meistens in Abhandlungen zu einer Ausgrabung bzw. in Ausstellungskatalogen.

Diese Texte behandel ich inzwischen mit Vorsicht und ich verlasse mich mehr auf die Bilder, denn ich bin mir nie sicher, ob derjenige, der den Text zu den Bortenfunden geschrieben hat, auch Fachwissen über das Brettchenweben hat.
Oft genug passiert es, dass Textilexperten nur mit Grundkenntnissen über das Brettchenweben seltsame Rückschlüsse ziehen.

Als ich mich vor mehr als 10 Jahren an die Borte aus Moscevaja Balka Inv. Nr. Kz 6778 gesetzt hatte, habe ich mir diese Frage nicht gestellt, einfach weil die Beschreibung stimmig war und mir Erfahrung fehlte, die ich heute habe.

Doch dann habe ich mir vor einiger Zeit noch einmal die Abbildung vom Fund und meine Rekonstruktion nach der Beschreibung angesehen und auf einmal hatte ich das Gefühl, dass es nicht richtig war.

Also habe ich mich hingesetzt und nach dem Fundbild einen neuen Musterentwurf gemacht.

Das neue Muster, das alte Muster, der Fund
The new pattern, the old pattern the find

Ich habe 20/2er Wolle verwendet und bin mit meiner 1,4 cm breiten Borte doppelt so breit geworden, wie das Original, das 0,8 cm breit ist. 

Dienstag, 8. Januar 2019

Das brettchengewebte Band aus Maaseik

2016 hatte ich die Chance, in der St. Catherinenkirche in Maaseik mehrere brettchengewebte Borten betrachten zu können.

Darunter auch eine Borte, die ich schon vor einigen Jahren nach einer Vorlage von Nancy Spies gewebt hatte. Danach war ich mit dieser Version nicht mehr zufrieden.

Und jetzt habe ich es geschafft, die seit Jahren fertige Musteranleitung zu weben.

Es handelt sich um ein Band mit Köpermuster, das zusätzlich broschiert worden ist.

Zudem hat das Band im Original mehr Mustersequenzen, als Nancy Spies urspünglich aufgezeichnet hatte.


Freitag, 27. Juli 2018

Die Borte aus dem Grab von Ketilstaðir, Island

Oder die Borte der 'Lady in Blue'

Ich weiß nicht, wie oft ich schon auf das Bild von der Website gestarrt habe.



Es handelt sich hier um die Anfangskante eines Stoffes, das am Gewichtswebstuhl gewebt wurde. Diese Kanten sind im Fundgut meistens einfach gehalten und oft zwischen 3 und 5 Brettchen breit.


Sonntag, 9. April 2017

Hochdorf

Als ich vor drei Jahren mit der Borte angefangen hatte, habe ich ein anderes Material als im Original verwendet und mir weniger knalligere Farben ausgesucht, denn ich dachte, dass ich sowieso niemals kermesgefärbte Wolle in so feiner Qualität bekommen würde.

Nun, ich habe sie jetzt und deswegen habe ich entschieden, dass 65 cm genug sind, damit man einen Eindruck von der Borte bekommt.

Ich habe sie heute vom Webstuhl geschnitten...

... und wie man sieht, hatte ich eigentlich mehr geplant.

Dienstag, 2. Februar 2016

Inspiriert vom Arlon Band

Nachdem ich mir letztes Jahr das Buch 'Die fabelhafte Welt der brettchengewebten Sola und Manipel zu St. Donat, Arlon' zugelegt hatte, war mir schnell klar, dass dieses Band bestimmt nicht so bald webend würde. Es fällt zwar in mein Beuteschema, da es sich um ein hochmittelalterliches brettchenwebebtes Band handelt, aber mit Hochdorf habe ich bereits ein Band mit 100 Brettchen in Arbeit und das reicht mir.

Aber die Bilder haben mich inspiriert, und ich habe einige Motive für 17 Musterbrettchen umgeschrieben.

Ein kleines Gespenst
Fertig bin ich noch lange nicht, aber da Claudia Wollny mit 'Der Lilienhain' nachlegt, in dem sie auch die Motive für nicht ganz so brettchenstarke Borten geschrieben hat, muss ich meine Ergebnisse zeigen, bevor das Buch veröffentlicht wird.

Sonntag, 20. September 2015

Ein Fragment aus Oseberg


Alles begann damit, dass ich an einem regnerischen Sonntagmorgen bei unimus.no  - der norwegischen Archäologie-Seite durch die Bilder von den Oseberg-Funden scrollte.
Schließlich war bekannt, dass dort viele Borten gefunden wurde, aber nur von zweien gibt es gute Abbildungen. 
Als ich auf die folgende Zeichnung von 1904 stieß dachte ich ‚Yes!‘ denn das Band im Vordergrund erinnerte vom Stil her sehr an das Band von Mammen, allerdings wirkte es eher broschiert. Es war jedenfalls wunderschön.
Doch mehr als die Information ‚Tekstil‘ gab die Seite nicht her. Die Bücher, die ich über Oseberg hatte, konnten mir auch nicht weiter helfen.
Wie schon gesagt, es war ein verregneter Sonntagmorgen und da ich Zeit hatte, fing ich an das Muster in Köpertechnik – entsprechend dem Mammenfund -  zu entwickeln und da ich eine passende Kette hatte, war der erste Entwurf schnell gewebt.   


Ausschnitt aus der Anleitung (noch nicht vollständig)


Dienstag, 24. Februar 2015

Historisches Brettchenweben in Köpertechnik

Dass mich die ganzen historischen Borten faszinieren, ist ja kein Geheimnis. Weil ich aber auch verstehen will, wie man es damals geschafft hat, so komplexe Muster ohne Karopapier zu weben, suche ich immer nach einem Weg, nur mit Skizzen und ohne komplizierte Anleitungen zu weben.

Bei der Zweilochtechnik klappt das wunderbar, doch Köper war für mich eine Technik, die nicht ohne aufwändiges Mustererstellen auf Karopapier (ok, inzwischen arbeite ich mit Excel-Tabellen) funktionierte. Aber es konnte doch nicht sein, dass man immer so aufwändig die Muster vorarbeiten musste.
Wenn man bedenkt, dass alleine die große Borte aus Hochdorf mit mindestens 115 Brettchen gewebt wurde, dann musste es einen anderen Weg geben. Aber ich fand keinen.

Bis ich vor nicht allzulanger Zeit in der Brettchenweber-Gruppe bei Facebook daran erinnert wurde, dass es von Ottfried Staudigel eine sogenannte Zwei-Pack-Methode gibt, bei der man mit wenig Aufwand eine einfarbige Borte in Köperstruktur webt.

Sie ist auch bei Steinmaus erklärt und das Resultat sieht etwa so aus:


Ich hatte das Glück, dass ich vor vielen Jahren einen Kursus bei Herrn Staudigel belegt hatte, wo er uns dies beigebracht hatte. Nicht nur das: Er hatte uns animiert, die Brettchen zu klappen, um damit einfache Muster selbst zu entwickeln und zu weben.
Mein Versuch von damals sieht nicht prickelnd aus, zeigt aber, dass es geht:


Mit Pappkarten macht mir persönlich das Klappen keine Freunde und ich bin bis heute kein Fan davon, dies zu tun.

Deswegen habe ich die Erinnerung an diese Technik verdrängt. Aber es ist DIE Methode, um Borten zu weben, bei denen man nur beim Wechsel der Farben die Brettchen klappt. Den Drehrhythmus brauch man dafür nicht zu verändern und man kommt mit einer Skizze aus, um das Muster zu weben.

Allerdings glaube ich nicht, dass alle Köpermuster so gewebt wurden. Muster mit vielen Farbwecheln wie die Borten aus Hallstatt, Mammen, Kirkkomäki oder Humikkala wurden wahrscheinlich in der heute üblichen Technik gewebt, weil man dort recht wenige einfarbige Strecken hat. Aber Borten wie Evobo oder Hochdorf sind wahrscheinlich in dieser Technik gewebt worden.

Literatur:
Ottfried Staudigel, 'Der Zauber des Brettchenwebens, 2000