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Sonntag, 12. Februar 2023

Ein weiteres Motiv aus Oseberg

Vor einigen Wochen wurde bei Oseberg tablet weave ein Bild von einer Borte und ein Rekonstruktionsversuch gezeigt.

Ich freue mich ja immer, wenn jemand so großzügig ist, die Bilder von den Funden zu teilen, denn oft genug ist das bedingt durch das Copyright nicht möglich/schwierig.

Ich habe sofort ein Muster gesehen, aber es ist etwas ganz anderes, als Bente Skogsaas gesehen und rekonstruiert hat. Das ist bei Bildern, wo sowohl die Bildqualität nicht doll ist, als auch der Erhaltungszustand der Borte schlecht ist, nicht ungewöhnlich.

Nach einigem Suchen fand ich im Buch Osebergfunnet: bind iv, Tekstilene noch eine weitere Abbildung von der Borte. Mit dem Bild habe ich hauptsächlich gearbeitet. 

Sonntag, 18. Dezember 2022

Weihnachtliche Motive

Ich tobe mich ja gerne aus und setze bekannte Motive ins Brettchenweben um. Dieses Mal sind es weihnachtliche Motive, die ich broschiert habe.


Mittwoch, 23. Februar 2022

Ein neues Köperband!

 Ich liebäugel schon seit einiger Zeit mit einigen Motiven aus 'Tablet-Woven Treasures' von Maikki Karisto & Mervi Pasanen. Ich mag diese finischen Motive.

Was ich weniger mag, ist die Art, wie sie gewebt wurden, 'Halfturns'. Ich persönlich webe so nicht gerne, auch gefällt mir das Ergebnis nicht so gut, wie ein normales Köperband.

Aber das ist ja Geschmacksache und niemand muss in einer bestimmten Art und Weise weben.

Also habe ich mich hingesetzt und das Band aus Kaarina, Kirkkomäki KM 27025:27205c in ein normales Köperband umgeschrieben.

 Ich habe es denn mit nicht ganz so feiner Wolle gewebt, das Band ist 2 cm breit geworden (das Original war 0,7 cm breit) aber da es nicht als Rekonstruktion, sondern nur als hübsches Band gedacht ist, passt es.

 Mit 15 Brettchen ist es auch breiter als der Fund.

 


Mittwoch, 22. Dezember 2021

Ein einfaches brettchengewebtes Band aus Dublin

Aus Dublin kennt man einige wikingerzeitliche Borten. Die bekannteste ist wohl die Borte mit den goldbroschierten Drachenköpfen.

Bei Ausgrabungen  an der Fishamble Street in Dublin wurden insgesamt 30 einfache brettchengewebte Borten aus Wolle gefunden. 

Sie wurden zwischen 960 und 980 datiert.

Die Borte NMI E172:10571 wurde im Original mit 12 Brettchen gewebt. Es wurde um ein grobes Köpergewebe geklappt und war insgesamt 33 mm breit.


 

Samstag, 20. November 2021

Oseberg 15D

Bente Skogsaas hat in dem Buch 'Oseberg' einige einfachere Bänder rekonstruiert.

Eins davon ist das Band 15D, das eigentlich nur ein Schnurbindungsmuster mit einem komplexen Drehrhytmus ist (ähnlich wie ein Widderhorn).

Ich habe mich für die schmalere Version entschieden und 22 Brettchen aufgekettet und einfach Ihre Anleitung nachgewebt.


Samstag, 6. November 2021

Inspiriert von der Borte TX111 aus St. Truiden

Genau wie viele andere Borten aus St. Truiden, gehört auch dieses Band zum Reliquienschatz der Jungfrauen der St. Ursula. Ursprünglich stammt es wahrscheinlich aus Köln, Deutschland und wurde um 1270 nach St. Truiden gebracht.

Die Borte TX111 fiel mir zuerst im Anhang des Buche 'Ecclesiastical Pomp' auf, später sah ich Abbildungen vom Original auf der Website.

 


Dienstag, 26. Oktober 2021

Der Mantel der Dame von Baza

Bereits 1972 wurde in der spanischen Stadt Baza eine bemalte Statue gefunden, die in das 4. Jhd. v. Chr. datiert wurde.

Die Farben waren schon sehr vergangen, aber man konnte immer noch die Farbenpracht erahnen.

Ein Rekonstruktionsversuch wurde 2011 im Archaeological Textiles Newsletter 52  veröffentlicht. Allerdings wurde dort die Borte in blau und rot gewebt.

2021 gab es eine neuen Versuch der Complutense University of Madrid, die Farben mit einer digtalen Fotografiertechnik wieder lebendig zu machen.
Es gelang und die Abwesenheit von Farbe in dem Karoteil der Borte fiel mir besonders auf. 

Und so habe ich versucht diese Borte zu rekonstruieren.

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Herzchen / Hearts

Ich muss ja nicht nur historische Borten weben, sondern habe auch Spaß daran, moderne Motive nicht nur zu weben, sondern auch zu entwerfen.

Und hier habe ich mal ein Muster in mit dem online Programm Twisted Threads geschrieben und gewebt.

Samstag, 18. September 2021

Das brettchengewebte Band aus Jakštaičiai-Meškiai, Litauen


Im Nationalmuseum von Litauen gibt es über 100 Fragmente von brettchengwebten Borten, die zu ca. 50 unterschiedlichen Borten gehören. Datiert sind sie in von der Eisenzeit bis ins späte Mittelalter.

So ist dieses Band aus Jakštaičiai-Meškiai dem Frauengrab 60 eindeutig zugeordnet, aber datiert ist die Borte vom 9.-16. Jhd. Über das Grab selber habe ich nichts heraus finden können.


Freitag, 23. April 2021

Die Rekonstruktion einer Borte – wie funktioniert das?

Eigentlich ganz einfach. Man schaut sich eine Borte an und anhand der Vorlage zählt man das Muster aus und webt es nach.
 
Nur meistens ist es nicht so einfach. Die Borten sind nicht immer in einem Zustand, dass man alles einwandfrei erkennen kann. Und oft kann man nur raten und man muss sich im Laufe der Rekonstruktion korrigieren.

Wichtig ist, dass man Brettchenweben kann, gerne mit unterschiedlichen Techniken experimentiert und schon mal das eine oder andere Muster selbst entworfen hat. Man sollte also schon wissen, wie eine Köperborte aussieht, und wie eine zweiloch, oder dreiloch Borte.
 
Wenn ich ein Muster rekonstruieren will, schaue ich mir Borte an. Als erstes zähle ich aus, mit wie vielen Brettchen sie gewebt wurde. Funktioniert aber nicht immer, wenn das Bild unscharf/klein ist, dann kann man nicht immer die Stränge erkennen.
Aber eine erste Einschätzung ist möglich.
 
Dann versuche ich, anhand des Musters eine Technik zu bestimmen. Einige Techniken, wie die Köpertechnik, sind recht einfach, aber es ist schon schwieriger zu erkennen, ob man eine Borte, die mit 4 Fäden, 3 Fäden oder 2 Fäden pro Brettchen vor sich hat, da muss man oft auch vergleichen, ob der Rand anders aussieht, um etwas zu erkennen.
 
Und mit dem Wissen um Brettchenanzahl, Technik und dem Motiv auf der Borte versuche ich ein Muster zu entwickeln, das dem Fund so nahe wie möglich kommt.


Sonntag, 4. April 2021

Eine persische/iranische Borte

Manchmal ahnt Frau nichts Böses, surft ein wenig bei Facebook und dann landet sie hier.  Eine Seite wo relativ moderne Bänder im traditionellen Stil gezeigt werden.

Die Bänder sind größtenteils zwischen 1900 und 1950 gewebt worden. Einige sind brettchengewebt, die anderen sind mit unterschiedlichen Techniken gewebt worden.

Ich habe mich hier einfach von den Farben und Motiven inspirieren lassen und etwas in dem Stil gewebt. 


Sonntag, 14. Februar 2021

Ein broschiertes Band aus Breslau 12/13. Jhd.

Es gibt Bänder, über die ich fast gar nichts weiß, und wo ich mir auch nicht sicher bin, ob die Rekonstruktionen 'passen'.

So auch das Band aus Breslau, das ich vor einigen Jahren angefangen habe zu weben.

Ich hatte als Vorlage nur eine schwarz/weiß Kopie, wo noch nicht mal zu erkennen ist, mit wie vielen Brettchen das Muster gewebt wurde. Nur, dass das Muster broschiert wurde.

Und so habe ich mich hingesetzt und das Muster nachgearbeitet.  Ich habe aber keine Ahnung, ob das so stimmt. 


Sonntag, 1. November 2020

Eine bunte Köperborte im Stil von Arlon

Seit ich das Buch 'Lilienhain II' von Claudia Wollny in den Händen hielt, wollte ich ein Band mit diesen Vorlagen weben.

Nur welche Farben? Ich habe lange überlegt und mich dann für ein Farbverlauf entschieden, wofür ich NM 11 Seide verwendet haben. Das Ergebnis gefällt mir sehr. 

 

 

Freitag, 21. August 2020

Ein kunterbuntes Band / a multicolored band

Nicht alle Borten, die ich webe, haben historische Vorlagen.

So auch dieses (ok, einige Motive schon...), aber ich wollte eine Borte im Farbverlauf weben.

Nachdem ich ein wenig gekämpft hatte, um die richtigen Farben zusammenzustellen, ging das Weben vergleichsweise einfach.


 

Samstag, 28. Dezember 2019

Das Band TX 79 aus St. Truiden

Der Reliquienschatz aus St. Truiden, der zwischen 1270 und 1272 von Köln nach St. Truiden kam, hat viele sehr ähnliche brettchengewebte Borte.

Das Band TX79 ist typisch dafür.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Das Band aus Grab C 395 aus Antinoè

Manche Bänder veröffentliche ich nur hier im Blog und noch nicht auf der Homepage, weil ich mit dem Rekonstruktionsversuch noch nicht zufrieden bin und noch weiter dran arbeiten muss.

Dies hier ist eins davon.


Freitag, 22. November 2019

Die Borte TX112a aus St. Truiden

Im 13. Jhd. sind viele Reliquien aus Köln nach St. Truiden weiter gegeben worden. Diese hatte man in wertvolle Textilien gehüllt.

Darunter waren viele brettchengewebte Borten, die alle in einem ähnlichen Stil gewebt waren.

Die Borte TX112a weicht ein wenig von den sonst üblichen geometrischen Motiven ab und hat exotischere Elemente.
 
 

Dienstag, 8. Oktober 2019

Borte nach einem Mazedonischen Frauengürtel aus dem 19. Jhd.

Im letzten Winter habe ich mir im Textilmuseum Krefeld die Ausstellung "Tracht oder Mode" - Die europäische Sammlung Paul Prött ansehen können.

Die Ausstellung hat mir gut gefallen, allerdings gab es keine Borten zu sehen. Als ich mir aber später den Ausstellungskatalog angesehen habe, fielen mir dort einige Borten auf. 

Und als ich jetzt eine Borte 'mal eben' weben wollte, habe ich eine davon nachgewebt:


Ja, es handelt sich um einen 'laufenden Hund'

Sonntag, 22. September 2019

Ein brettchengewebtes Band aus Dürrnberg

Als vor einigen Jahren Lise Raeder Knudson und Karina Grömer den Artikel 'Discovery of a New Tablet Weaving Technique from the Iron Age'  In: Archaeological Textiles Review No.54 veröffentlichten, war ich von der Borte fasziniert. Doch trotz einer ausführlichen Beschreibung in dem Artikel Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg - Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtchnik in der Eisenzeit   aus dem JAHRBUCH DES RÖMISCH-GERMANISCHEN ZENTRALMUSEUMS MAINZ 56. Jahrgang 2009 habe ich es damals nicht geschafft, eine Borte zu weben, die auch nur annährend dem historischen Vorbild ähnelten.

Das Band selbst wird in das frühe 3. Jhd. v. Chr. datiert und ist damit der LaTéne B Zeit zugeordnet. 

Inzwischen hat es geklappt.



Freitag, 17. Mai 2019

Das Band E 28438 aus dem Louvre

Als wir vor einiger Zeit in Paris waren,  gingen wir auch in den Louvre. Wir wussten schon vorher, dass dort eine brettchengewebte Borte ausgestellt wurde. Und im Raum mit den sog. koptischen Textilien konnte ich sie lange und ungestört betrachten.

E28438 on exhibition in Paris, Louvre

Sie hat mich fasziniert, da sie im Gegensatz zu den meisten anderen Borten zwei Musterteile hat. Ich habe versucht, sie zu fotografieren, aber trotz guter Kamera und der Unterstützung von Freunden, konnte ich keine detaillierten Bilder machen. Es war immer ein wenig unscharf. 

Noch in Paris, wo die Erinnerung an der Borte noch frisch war, fing ich an, das Muster nachzuarbeiten.