Mir macht es gerade unheimlichen Spaß ein schmales Band mit ganz vielen unterschiedlichen Motiven zu weben, die alle von neuzeitlichen Motiven aus dem Baltikum inspiriert sind. Deswegen arbeite ich auch mit 2 Fäden pro Brettchen.
Mir macht es gerade unheimlichen Spaß ein schmales Band mit ganz vielen unterschiedlichen Motiven zu weben, die alle von neuzeitlichen Motiven aus dem Baltikum inspiriert sind. Deswegen arbeite ich auch mit 2 Fäden pro Brettchen.
Im September 2024 wurde diese Borte aus der Bronzezeit (datiert ca. 1200 v.Chr.) erstmalig von Kayleigh Saunderso vorgestellt und nach Ideen zur Rekonstruktion gefragt.
Damals hatte ich die Vermutung, dass es als Kombination aus Brettchengewebe und Bandgewebe (was so gar nicht meine Baustelle ist) sein könnte. Hatte das aber nicht weiter verfolgt, da ich gerade ein anderes für mich spannendes Projekt auf dem Webstuhl hatte.
Als sie dann Anfang Mai noch einmal auf die Borte aufmerksam machte, sah ich plötzlich etwas ganz anderes. Etwas ganz einfaches. Ein Brettchengewebe, das eine sehr einfache Kombination aus 2-Fäden pro Brettchen und 4 Fäden pro Brettchen ist.
![]() |
| Zeichnung von Sofie Kraft und das was ich gewebt habe. |
Und manchmal schaut man schaut man sich die Borten an und stellt fest, dass man eine Borte noch mal weben möchte.
Hier ist es das Band aus Priednieke aus dem 11. Jhd.
Es handelt sich um eine Borte aus dem zweiten Gräberfeld, zweites Grab. Ein blauer Wollkaftan war
auf der Brust mit dieser Borte verziert worden. Über die ursprünglichen
Farben der Borte konnte ich leider nichts erfahren.
Ich hatte es schon einmal in gelb und rot gewebt, aber ich wollte eine andere Farbkombination ausprobieren, zumal ich es schon öfters hatte, dass Borten mit drei Farben gewebt wurden.
Wenn man schöne, dicke Wolle hat und etwas recht einfaches weben möchte, dann webt man Bänder noch einmal.
Zum Beispiel das Band aus Ladoga/Rus, das ins 10. - 12. Jhd. datiert wird.
Es wurde mit 13 Brettchen gewebt: an jeder Seite 3 Randbrettchen mit 4 Fäden, 7 Musterbrettchen mit 2 Fäden
Die Tunika aus den Moorfunden in Thorsberg wird in die 1. Hälfte des 3. Jhd. n. Chr. datiert. Sie ist die einzige komplett erhaltene Tunika aus der Zeit.
Zusätzlich zu einer Anfangskante, die mit 4 Brettchen gewebt wurde, gibt es auch noch eine Zierborte am Handgelenk.
Einige Autoren sagen, dass diese mit 21 Brettchen gewebt wurde und 1,4 cm breit ist.
Meine Rekonstruktionsversuch ist mit 20 Brettchen gewebt worden.