Sonntag, 4. April 2021

Eine persische/iranische Borte

Manchmal ahnt Frau nichts Böses, surft ein wenig bei Facebook und dann landet sie hier.  Eine Seite wo relativ moderne Bänder im traditionellen Stil gezeigt werden.

Die Bänder sind größtenteils zwischen 1900 und 1950 gewebt worden. Einige sind brettchengewebt, die anderen sind mit unterschiedlichen Techniken gewebt worden.

Ich habe mich hier einfach von den Farben und Motiven inspirieren lassen und etwas in dem Stil gewebt. 


Sonntag, 28. Februar 2021

Endlich mal die 'neue' Ausstattung ausführen

 

Wenn man den Göga überzeugt bekommt, doch mal einige Fotos von der 'neuen' schon seit einem Jahr ungetragenen Ausstattung zu machen... 

Inzwischen hat der Chiton Lagerfalten. Und wegen der Temperatur habe ich dann doch eine Tunika drunter angezogen. War aber absolut nicht notwendig. Der Wollstoff ist so warm, das ist nichts für den Sommer. (Deails zum Stoff kann ich nicht geben, er wurde von Sylvia Crumbach genäht und verkauft. Als die Besitzerin sich wegen Hobbyaufgabe davon trennte, habe ich den Zuschlag bekommen)
 

 

Sonntag, 14. Februar 2021

Ein broschiertes Band aus Breslau 12/13. Jhd.

 Es gibt Bänder, über die ich fast gar nichts weiß, und wo ich mir auch nicht sicher bin, ob die Rekonstruktionen 'passen'.

So auch das Band aus Breslau, das ich vor einigen Jahren angefangen habe zu weben.

Ich hatte als Vorlage nur eine schwarz/weiß Kopie, wo noch nicht mal zu erkennen ist, mit wie vielen Brettchen das Muster gewebt wurde. Nur, dass das Muster broschiert wurde.

Und so habe ich mich hingesetzt und das Muster nachgearbeitet.  Ich habe aber keine Ahnung, ob das so stimmt. 


Samstag, 30. Januar 2021

Schon wieder die Borte vom Kinderkleid aus Ägypten

Als ich von Marled gefragt wurde, ob ich ein dünnes Garn (58/3) zum Brettchenweben ausprobieren möchte, habe ich natürlich sofort ja gesagt.
Ich suche ja selbst immer nach sehr dünnen Garnen, um die historischen Bortenbreiten zu erreichen.

Ich habe dafür die Borte von dem Kinderkleid aus Ägypten aufgekettet, weil es ein recht einfaches Muster ist, wo ich 29 Brettchen benötige und mich nicht ärgere, wenn das Garn nichts taugen sollte.

Die Vorsichtsmaßnahmen brauchte ich nicht. Das Garn taugt. Es ist einfach nur toll zu verarbeiten.
Aber nach dem ersten Test habe ich das Band erst mal in meine UFO-Kiste gelegt und jetzt wieder raus geholt und fertig gewebt.

Die Bortenbreite entspricht den historischen Abmessungen. 

Mehr Informationen zur Borte findet ihr hier

 

Sonntag, 10. Januar 2021

Ein brettchengewebte Borte, oder ein geflochtenes Band? Ein Fund aus Ägypten.

 

Es ist ein Band von einer Kindertunika, die in den Archiven der 'The Whietworth Gallery' in der Universität in Manchester/GB aufbewahrt wird. Die Tunika wird zwischen dem 6. und 9. Jhd. datiert und als Fundort ist Ägypten angegeben. Es gibt keine weiteren Informationen zu dem Fund.

Ein Bild davon findet man hier

Das Band selbst ist als 'gezwirntes' Band aus Wolle beschrieben worden und ist am Halsausschnitt der Tunika angenäht worden. Das Band ist am Ende geknotet worden und der Knoten wurde mitangenäht. Es gibt keine Information, dass das Band brettchengewebt sein könnte.

Aber wenn man ganz einfache brettchengewebte Borten webt, dann sieht es genauso aus wie dieses Band. 4 Brettchen und alle Brettchen werden kontinuierlich in die gleiche Richtung gedreht. Aber mit Fingerschlaufenweben kann man ein ähnliches Muster erzeugen.


 

Sonntag, 27. Dezember 2020

Die Borte von der Thorsberg-Tunika

Die Tunika aus den Moorfunden in Thorsberg wird in die 1. Hälfte des 3. Jhd. n. Chr. datiert. Sie ist die einzige komplett erhaltene Tunika aus der Zeit. 

Zusätzlich zu einer Anfangskante, die mit 4 Brettchen gewebt wurde, gibt es auch noch eine Zierborte am Handgelenk. 

Einige Autoren sagen, dass diese mit 21 Brettchen gewebt wurde und 1,4 cm breit ist.
Meine Rekonstruktionsversuch ist mit 20 Brettchen gewebt worden.


Samstag, 26. Dezember 2020

Der Stern

Vor unzähligen Jahren habe ich den Sechseckstern aus Ottfried Staudigels Buch 'Der Zauber des Brettchenwebens' einmal in Seide gewebt.

Da ich ihn damals verschenkt hatte, stand er schon lange auf meiner 'to weave' - Liste.

Und jetzt, kurz vor Weihnachten, war es soweit. 

Ich habe mich für weiß, grün und rot entschieden, damit es festlich wirkt.


Samstag, 12. Dezember 2020

Eine festliche Borte

 Eine festliche Borte

Zur Weihnachtsdekoration gehören bei mir brettchengewebte Borten. Meistens suche ich jedes Jahr ein oder zwei aus meinen Fundus, die ich verwende.

Da ich dieses Jahr mehr Zeit habe, habe ich eine Borte extra für meinen Adventskranz gewebt. Ich habe hier ein einfaches Muster gewählt (ok, mit historischem Bezug es erinnert an das Band aus Prag). Ich habe hier Glitzerfäden verarbeitet.

 

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Brettchengewebe zu römischer Zeit

 

Kamm nach einem Fund aus Xanten, Brettchen generisch

Brettchengewebte Bänder zu römischer Zeit

 

Wenn man anfängt, sich mit den Funden zu beschäftigen, dann findet man erst mal nichts. Danach stößt man zuerst auf germanische Funde und wenn man ganz tief gräbt, dann gibt es auch einige ganz wenige Borten die man als 'römisch' bezeichnen kann. Aber sie sehen ein wenig anders aus, als erwartet. 

Sonntag, 1. November 2020

Eine bunte Köperborte im Stil von Arlon

Seit ich das Buch 'Lilienhain II' von Claudia Wollny in den Händen hielt, wollte ich ein Band mit diesen Vorlagen weben.

Nur welche Farben? Ich habe lange überlegt und mich dann für ein Farbverlauf entschieden, wofür ich NM 11 Seide verwendet haben. Das Ergebnis gefällt mir sehr. 

 

 

Donnerstag, 1. Oktober 2020

 



Am Mittwoch war ich in Mainz in der 'Kaiser-Ausstellung'.  Die Ausstellung ist über drei Räume verteilt.
der erste Raum ist Karl dem Großen und seiner Zeit gewidmet.
Im zweiten Raum wird die Blütezeit des Mittelalters mit vielen herausragenden Exponaten gezeit.
und alles endet im dritten Raum mit der goldenen Bulle. 

Wer sich fürs Mittelalter interessiert, wandert hier von einem Highlight zum nächsten. Und ganz viele Stücke habe ich hier zum ersten Mal gesehen. Hier waren nicht die üblichen 'Wanderpokale', die man immer wieder mal in Sonderausstellungen sieht.
 
In Raum 2 habe ich Schnappatmung bekommen. 
Insgesamt waren dort 7 ! Sieben ! brettchegewebten Borten. 
 
Eine an der Willigiskasel, zwei mehr oder weniger komplette aus Trier (Stola aus dem Grab des Erzbischofes Megingaud und die Neumagener Stola - sieht für mich nicht so aus wie ein Brettchengewebe, stand auch nicht auf der Tafel, aber im Katalog steht es...).
 
Dazu noch drei kleine Fragmente aus Worms. 
 
Bei der Stirnbinde aus dem Grab des Mainzer Erzbischofs Aribo sind keine Textilien erhalten, aber der Goldfaden ist noch da.
 
Die Ausstellung ist auch ohne die Borten sehr zu empfehlen...
 
Sie läuft noch bis zum  18.04.2021. Holt vorab Tickets online (und das schon weit im Vorraus, da sonst ausverkauft), da wie üblich im Moment nur eine begrenzte Anzahl Besucher in die Ausstellung gelassen werden. Es kann aber durchaus zu Wartezeiten kommen, da wirklich genau gezählt wird, dass nur die max. Besucheranzahl im Raum sind.

Wir hatten vorab das Zeitfenster 15.00 h und wurden um 15.20 rein gelassen.



 
Und ich musste dann den Katalog kaufen, weil ich zu keiner der Borten bisher Publikationen kenne...
Mehr Infos zur Ausstellung hier: http://www.kaiser2020.de/landesausstellung/

Dienstag, 8. September 2020

Ein Wochenende im Mittelalterhaus Nienover

 Damit es überhaupt stattfinden kann, ist dieses Jahr alles ein bisschen kleiner als sonst.

So waren wir vier Erwachsene und ein Kind bei der Belebung eines mittelalterlichen Stadthauses in Nienover..
Ein wirkliches 'Thema' hatten wir nicht, aber den Leitfaden: 'wie würde man einen verregneten Sonntag in einem Stadthaus verbringen'. 
Es war nicht ganz so nass wie befürchtet, aber wir haben viel Handarbeit gemacht, gekocht und es wirklich ruhig und entspannt angehen lassen. 
 
Aufgrund des Wetters waren nur wenige Besucher da, aber einige sind doch recht lange bei uns hängen geblieben. 
 
Danke an André Henning für das Bild.

Freitag, 21. August 2020

Ein kunterbuntes Band / a multicolored band

Nicht alle Borten, die ich webe, haben historische Vorlagen.

So auch dieses (ok, einige Motive schon...), aber ich wollte eine Borte im Farbverlauf weben.

Nachdem ich ein wenig gekämpft hatte, um die richtigen Farben zusammenzustellen, ging das Weben vergleichsweise einfach.


 

Mittwoch, 19. August 2020

Anfängertaugliche Anleitungen? Introducions for beginners?

Eigentlich warne ich ja immer davor, dass meine Anleitungen schwierig zu verstehen sind und nur bedingt anfängertauglich sind.
Aber dann gibt es die historischen Bänder, wo man eigentlich gar nichts falsch machen kann (auch nicht als Autor der Webbriefe) und die kann man dann wirklich als die absoluten Anfängerborten bezeichnen.

Davon habe ich einige gewebt - aber von den meisten gibt es keine Anleitung. Das werde ich nach und nach ändern und sie veröffentlichen. Hier ist die Zusammenfassung.

Ihr wundert euch vielleicht, dass es von bestimmten Borten sehr unterschiedliche Anleitungen verschiedener Weber gibt. Das bedeutet es nicht, dass einer etwas 'falsch' gemacht hat. Es bedeutet, dass von dem Fund nicht viel erkennbares übrig geblieben ist, so dass es mehrere Interpretationen gibt. 


Usually I say that my patterns are difficult to understand and should be woven by advanced weaver.

But there are the historical tablet woven bands where it is rather impossible to do anything wrong (even if you write the pattern) and this are the bands for tablet weavers who are new to this passion.

Up to now I've woven quite a lot of them but only few of the patterns are written down. I intend to change it and will publish them. 


If you are wondering why several authors have published different patterns for one and the same band. It doesn't mean that one of the versions must be wrong. It means that the historic find is in a bad state and it is difficult to see a pattern at all. And so there are several interprtations. 

Alle Anleitungen hier ensprechen den historischen Vorlagen (jedenfalls soweit der Fund es zulässt), hier werden keine Kompromisse gemacht
All patterns are reconstructions as far as the finds allow it. 
 
Und bitte probiert den unendlichen Aufzug zum Aufketten aus. Das ist so ein Zeitersparnis. 


Freitag, 7. August 2020

Beendet

Manche Borten warten schon sehr lange darauf, dass ich sie zu Ende webe.

In diesem Fall liegt es daran, dass mir die Farbkombination einfach nicht gefällt. Zum Ausprobieren ist es ok, aber um ein ganzes Band zu weben, gefällt es mir nicht genug.

Seit mindestens 15 Jahren wird es immer wieder mal auf dem Webstuhl genommen, nur um nach dem Ausprobieren wieder in der Kiste zu landen.

Aber da ich mir dieses Jahr vorgenommen hatte, meine UFOs (UnFinishedObjects) zu reduzieren, kam sie mal wieder auf dem Webstuhl und ich habe Motive aus 'Tablets at Work' gewebt.

Doch mir gefielen die Farben immer noch nicht und ich habe lieber andere Dinge gewebt....

Also habe ich die Borte jetzt für beendet erklärt.

Ich habe hier mit NM11 Seide gearbeitet. Das breiteste Motiv hatte 20 Musterbrettchen und 4 Randbrettchen. 


von oben nach unten:
Leksand Band nach Marijke van Epen
modern von Randi Stoltz
modern - eigener Entwurf
modern aus 'Tablets at Work'