Posts mit dem Label reconstruction werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label reconstruction werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 23. Mai 2020

Eine weitere Borte aus dem Erfurter Schatzfund

Der Erfurter Schatzfund (1349 versteckt) bestand nicht nur aus einem Gold- und Silberschatz, an vielen Gürtelapplikationen befanden sich noch Reste von Textilien.

Es handelt sich dabei meistens um einfarbige brettchengewebte Bänder mit einer Struktur, wie man sie nicht aus früheren Zeiten kennt.

Der große Unterschied ist, dass diese Borten mit 6-Loch-Brettchen als ausgelassener Einzug gewebt wurde. Dabei wurden zwei Schussfäden verwendet.



Donnerstag, 23. April 2020

Eins meiner Ufos (Unfinished Objekts)


Zur Zeit arbeite ich an der Rekonstruktion eines brettchengewebeten Bandes aus Antinoé, Grab 84 b.

Es ist ein Köperband, das aber auch waagerechte Linien kann, das mit insgesamt 49 Musterbrettchen gewebt wird.

Im Moment bin ich ein wenig frustriert, da das Bild, das ich von der Borte habe, nicht gut genug ist, um die Feinheiten der Broschur zu erkennen.
Und deswegen ruht es zur Zeit.

I'm also working at the reconstruction of a tablet woven band from Antinoé, grave 84b.

it is a broken twill with horizontal lines, and I'm working with 49 tablets in the pattern.

Right now I'm a little bit frustrated as the picture, which I have from the original band, is not detailed enough to see all details of the brocading. 

So right now it is not on the loom.




Literatur:
Maximilien Durand (Autor),‎ Florence Calament (Autor),‎ Collectif (Autor),  Antinoé, à la vie, à la mode : Visions d'élégance dans les solitudes, 2013
Die Borte ist aus Lyon, musée des Tissus inv. MT 28929.92.1, MT 28929.92.2, MT 2013.0.46.1 und MT2013.0.46.2
Muster: eigener Entwurf

Freitag, 22. November 2019

Die Borte TX112a aus St. Truiden

Im 13. Jhd. sind viele Reliquien aus Köln nach St. Truiden weiter gegeben worden. Diese hatte man in wertvolle Textilien gehüllt.

Darunter waren viele brettchengewebte Borten, die alle in einem ähnlichen Stil gewebt waren.

Die Borte TX112a weicht ein wenig von den sonst üblichen geometrischen Motiven ab und hat exotischere Elemente.
 
 

Dienstag, 8. Oktober 2019

Borte nach einem Mazedonischen Frauengürtel aus dem 19. Jhd.

Im letzten Winter habe ich mir im Textilmuseum Krefeld die Ausstellung "Tracht oder Mode" - Die europäische Sammlung Paul Prött ansehen können.

Die Ausstellung hat mir gut gefallen, allerdings gab es keine Borten zu sehen. Als ich mir aber später den Ausstellungskatalog angesehen habe, fielen mir dort einige Borten auf. 

Und als ich jetzt eine Borte 'mal eben' weben wollte, habe ich eine davon nachgewebt:


Ja, es handelt sich um einen 'laufenden Hund'

Sonntag, 22. September 2019

Ein brettchengewebtes Band aus Dürrnberg

Als vor einigen Jahren Lise Raeder Knudson und Karina Grömer den Artikel 'Discovery of a New Tablet Weaving Technique from the Iron Age'  In: Archaeological Textiles Review No.54 veröffentlichten, war ich von der Borte fasziniert. Doch trotz einer ausführlichen Beschreibung in dem Artikel Ein abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg - Neue Erkenntnisse zur Brettchenwebtchnik in der Eisenzeit   aus dem JAHRBUCH DES RÖMISCH-GERMANISCHEN ZENTRALMUSEUMS MAINZ 56. Jahrgang 2009 habe ich es damals nicht geschafft, eine Borte zu weben, die auch nur annährend dem historischen Vorbild ähnelten.

Das Band selbst wird in das frühe 3. Jhd. v. Chr. datiert und ist damit der LaTéne B Zeit zugeordnet. 

Inzwischen hat es geklappt.



Samstag, 6. Juli 2019

Halberstadt - mal wieder

Lange ist es her, dass ich dieses Motiv von einem Altartuches aus Halberstatdt (14. Jhd) zum ersten Mal gewebt habe. 2001 war ich schon auf den Weg in Richtung eigene Musterentwicklung und 'Rekonstruktionen von historischen Borten', als mir Fabian Peise nach einem interessanten Mailaustausch diese Anleitung zur Verfügung gestellt hatte.

Seitdem kenne und schätze ich dieses Muster.
2014 hatte ich die Gelegenheit, mir die Borte persönlich in Halberstadt anzusehen und festzustellen, dass das Muster wirklich dem Original entspricht (das ist nicht immer selbstverständlich) und auf meiner 'To do Liste' stand das Nachweben mit den passenden Farben.

Das habe ich jetzt gemacht.
Vergleich Original und Rekonstruktionen

Sonntag, 27. Januar 2019

Noch mehr St. Severin

Manche Borten webt man immer wieder, einfach weil es so viel Spaß macht, zu sehen, wie das Band entsteht.

Die Borte aus St. Severin, Köln  (6./7. Jhd)  ist eine davon. An grauen Wintertagen ist sie ein Farbtupfer.

Ich hatte Lust, sie wieder zu weben, nachdem ich mir von Marijke van Epen das 'Float Pattern Book' gekauft hatte und ihre Musteranleitung zu der Borte gesehen hatte.


Samstag, 26. Januar 2019

Ein weiteres Band aus Antinoe/Ägypten

Danke an Micky Schoelzke, die mich vor einigen Wochen mit einem Blogeintrag auf dieses Band aufmerksam gemacht hat.

Es handelt sich hier um ein ganz einfaches Band mit einem Einzugsmuster, das ständig in eine Richtung gedreht wird.

Die Anleitung dazu findet man auch bei Micky.


Dienstag, 8. Januar 2019

Das brettchengewebte Band aus Maaseik

2016 hatte ich die Chance, in der St. Catherinenkirche in Maaseik mehrere brettchengewebte Borten betrachten zu können.

Darunter auch eine Borte, die ich schon vor einigen Jahren nach einer Vorlage von Nancy Spies gewebt hatte. Danach war ich mit dieser Version nicht mehr zufrieden.

Und jetzt habe ich es geschafft, die seit Jahren fertige Musteranleitung zu weben.

Es handelt sich um ein Band mit Köpermuster, das zusätzlich broschiert worden ist.

Zudem hat das Band im Original mehr Mustersequenzen, als Nancy Spies urspünglich aufgezeichnet hatte.


Samstag, 8. Dezember 2018

Ein Gürtel im Stil des 14. Jhd.

Einige Muster bestechen mit ihrer Schlichtheit.

So auch dieses einfarbige Motiv, das ich nach einem Fund aus dem Erfurter Schatzfund (1349) gewebt habe.

 Wie viele Borten aus dem 14. Jhd. wird dieses mit 6-Loch-Brettchen gewebt.

Sonntag, 9. September 2018

Birka B22

Eine Borte, die ich schon einmal gewebt habe: Birka B22

Mehr Details gibt es dazu hier 

Gewebt habe ich mit Seide, krapp gefärbt von Marled Mader und habe mit falschem Silber- und Goldlahn broschiert. 

Dieses Mal habe ich mehr Mustervariationen gewebt, um 'das' Birkamuster einzuarbeiten.

Breite der Borte: 1,6 cm - also mal wieder zu breit. 

Freitag, 27. Juli 2018

Die Borte aus dem Grab von Ketilstaðir, Island

Oder die Borte der 'Lady in Blue'

Ich weiß nicht, wie oft ich schon auf das Bild von der Website gestarrt habe.



Es handelt sich hier um die Anfangskante eines Stoffes, das am Gewichtswebstuhl gewebt wurde. Diese Kanten sind im Fundgut meistens einfach gehalten und oft zwischen 3 und 5 Brettchen breit.


Samstag, 7. April 2018

Abgebrochen

Und manchmal gibt es Muster, wo alles funktioniert und ich es kann, ich sie aber aus diversen Gründen nicht weiter webe.

Wie hier: Aufgezogen hatte ich Seide, chemisch gefärbt, NM11, 27 Brettchen

Sometimes there are patterns which work but I don't finish the band.
This happend here. I threaded silk modern dyed, NM11, 27 tablets 
 


Sonntag, 9. April 2017

Hochdorf

Als ich vor drei Jahren mit der Borte angefangen hatte, habe ich ein anderes Material als im Original verwendet und mir weniger knalligere Farben ausgesucht, denn ich dachte, dass ich sowieso niemals kermesgefärbte Wolle in so feiner Qualität bekommen würde.

Nun, ich habe sie jetzt und deswegen habe ich entschieden, dass 65 cm genug sind, damit man einen Eindruck von der Borte bekommt.

Ich habe sie heute vom Webstuhl geschnitten...

... und wie man sieht, hatte ich eigentlich mehr geplant.

Dienstag, 31. Januar 2017

Die Borten aus den Gaigovo Gräbern hier Gaigovo I

Ich möchte in diesem Post nur zeigen, dass es durchaus Gräber mit erstaunlich vielen Bortenfunden gibt.

Mal wieder Ladoga und mal wieder Gaigov I

Ich habe versucht, alle Borten aus dem Grab zu weben. Da es sich um ein Brandgrab handelt, ist nicht klar, wofür die Borten ursprünglich verwendet wurden. Einige waren an Stoffe genäht, doch bei den restlichen werden wir es wohl nie erfahren.


Samstag, 8. Oktober 2016

Die Schatzkammer in Wien

Als Wien als Urlaubsziel feststand, war für mich sofort klar, dass ich mir dort die Kaiserliche Schatzkammer ansehen wollte. Schließlich hatte ich 2004 nach einer Anleitung aus dem Buch "Ecclesiastical Pomp & Aristrocatic Circumstance" von Nancy Spies die Borte vom Mantel Roger II, König von Sizilien nachgewebt. 

Besser gesagt, ich hatte ein Motiv der Borte vom Krönungsmantel, der in der Schatzkammer ausgestellt ist, nachgewebt. Allerdings fand ich recht schnell heraus, dass man dort zwar ohne Blitz und ohne Stativ fotografieren darf, allerdings bei den Lichtverhältnissen mit keinen guten Ergebnissen zu rechnen ist (alte Textilien sind leider sehr empfindlich).

Also recherchierte ich vorab und nach einigen Mails kaufte ich die Genehmigung, vor Ort mit Stativ einige Bilder machen zu dürfen - allerdings nur für die private Recherche, so dass ich sie leider nicht veröffentlichen darf.




Freitag, 30. September 2016

Die Ärmelborte aus Chelles

Brettchenweben ist mein Hobby. Ich webe immer die Muster, auf die ich gerade Lust habe und bin oft fast schon enttäuscht, wenn ich wieder ein Band fertig habe.

Deswegen passiert es immer wieder, dass ich meine Lieblingsmuster hin und wieder noch einmal webe.

So auch dieses Motiv, dass ich schon mehrfach gewebt habe, aber immer wieder neu davon fasziniert bin. Die historischen Informationen findet ihr hier

Es musste auch jetzt wieder schmal und fein sein 40/2er Seide, gefärbt mit Birke/Krapp und Cochenille von Marled

Samstag, 6. August 2016

Hochdorf - nochmal der Wandhaken 385

Und denkt Frau, dass sie alles beachtet hat und das historische Motiv eingefangen und gut nachgewebt hat, dann merkt sie beim Durchlesen der Beschreibung, dass sie nur das halbe Muster gewebt hat...

Denn in Hochdorf IV steht auf Seite 198 'zwei parallele Musterzonen'... und 'jede Musterzone besteht aus zwei gegenläufigen, sich verzahnenden Dreiecksreihen'.

Die Anleitung auf Seite 77 beinhaltet jedoch nur die einfache Musterzone.

Also nochmal aufketten, nochmal weben... und nachträglich feststellen, dass in der Mitte eigentlich auch noch Randbrettchen gehören... (das wird dann der dritte Versuch)


Sonntag, 31. Juli 2016

Hochdorf - die schmale Borte vom Wandhaken 385

Nachdem ich diese Borte bereits vor einigen Jahre gewebt hatte, wollte ich sie noch einmal in einfarbig weben, um mich dann an eine weitere einfarbige Borte vom Wandhaken 385 zu wagen.

Verwendet habe ich hier 20/2 pflanzengefärbtes Material und wie bei fast jedem Zweilochgewebe bin ich auch hier mit dem Material ein wenig zu dünn gewesen.


Samstag, 9. Januar 2016

Ein Muster - verschiedene Techniken...


Nur zum Vergleich: links das Original, daneben die Rekonstruktion mit dem Muster in der korrekten Technik und mit dem korrekten Material, daneben eine weitere Borte mit dem Muster, der korrekten Technik, aber nur in zeitlich passendem Material.
Rechts. Das Muster in einem zeitlich passendem Material (natürlich gefärbte Wolle) aber einer ganz anderen Technik.

Es ist deine Entscheidung was du verwenden willst, nur finde ich, dass der Unterschied in der optischen Erscheinung viel größer ist, als viele zuerst denken.

Just to compare: left the find. Next to it the reconstruction with the pattern in the correct technique and the correct material (silk and spun gold for the brocading), next to it another band with the pattern and the correct technique but only with suitable material (silk and silk for the brocading).
The band on the right has the same pattern woven with a fitting material (natural dyed wool) but in a different technique.

It is your decission what you will use but in my opinion there is a much bigger difference in the visual appearance than quite a lot people think. 

Informationen zum goldbroschierten Band, seidenbroschierten Band, moderne Interpretation

Literatur: Archaeological Textiles Newsletter Nr. 47  
Kirill Mikhailov 'New finds of Viking Age textiles in Ukraine and Russia' 
Muster: eigener Entwurf