Montag, 4. Juli 2016

Spätmittelalterlicher Gürtel

Wer sich für spätmittelalterliche Malerei interessiert kennt das Bildnis der Margarete van Eyck, die eine Houppelande trägt, die von einem breiten Gürtel gehalten wird.

Auch sonst gibt es so manch eine Abbildung, auf der Frauen breite, in sich gemusterte Gürtel tragen. Hier gibt es eine Sammlung, in der viele dieser Bilder zusammengetragen sind.

Ob diese wirklich brettchengewebt wurden, kann ich nicht sagen, aber es funktioniert.

Ich habe mich jedenfalls auch an einen weiteren Gürtel getraut und hier 161 Brettchen in schwarzer Seide NM22 aufgezogen. Das Band ist 7,8 cm breit.



Donnerstag, 16. Juni 2016

Urban Legends beim Brettchenweben 'Slawische Borten'

Es gibt viele Funde slawische Borten, einige davon waren soger in Doublefacetechnik gewebt worden. 

Nicht so schnell. 

Fangen wir von vorne an. Und das beginnt mit der Definition der Slawen. Aus welcher Region stammen sie und zu welcher Zeit haben sie gelebt. 

Donnerstag, 9. Juni 2016

Borten aus der Spätantike/Frühmittelalter in Deutschland

Hatte ich urpsrünglich in meinen Büchern nur einige wenige Funde markiert, so habe ich inzwischen wesentlich mehr Informationen über Borten aus dieser Zeit.

Es gibt mehr Funde, als man zuerst denkt.

Köln, St. Severin Grab 73 fotografiert im Römisch Germanischem Museum, Köln


Leider gibt es häufig Überreste, die mit 'mit Gloldlahn broschiert, Muster nicht mehr erkennbar, vermutlich geometrische Motive' beschriftet wurden. 
Allerdings muss man hier immer beachten, dass in diesen Fällen meistens nicht eindeutig geklärt ist, ob das Grundmaterial wirklich eine Brettchenborte ist. Alternativ kann es sich um Bandgewebe oder um eine Anlegearbeit handeln. Wenn die Textilien vergangen und nur das Gold übrig geblieben ist, kann man dies nicht mehr erkennen.

Sonntag, 29. Mai 2016

Urban Legends beim Brettchenweben Teil 1

Aufgrund der irreführenden Bezeichnung 'Köln, Stadtmuseum, 1975/7 a,b Kopie einer Plättchen-Weberei, Wienhausen, 14. jahrhundert RBA 148 278.-'  soll es sich um ein Band oder um die Rekonstruktion eines Bandes aus dem 14. Jhd. handeln.

Dem ist aber nicht so. Die Aufklärung gab es 2009 bei Flinkhand.

Oder von mir die Zusammenfassung:

Es gibt keinen Nachweis, dass dieses Muster im 14. Jhd. verwendet wurde!

Aber woher stammt dann dieses Bild?

Vermutlich hat 1975 Frau Müller-Harrmann (verstorben) eine Borte angefertigt, um zu zeigen, wie die Brettchenweberei geht und das wurde dann irrtümlich datiert!


Die einzigen befragbaren Damen, die zu dieser Zeit (1975) in Köln tätig waren, sind mittlerweile verstorben. Aber es ist sicher, dass es kein Original aus dieser Zeit (14. Jahrhundert) gibt.

Frau Wagner vom Museum Köln sagte dazu: 'Das wüsste ich!' (Leider ist mir das Datum der Stellungnahme nicht bekannt, es muss vor 2009 gewesen sein).

Auf Grund von Einsparungen wird dieser Zweig in Köln nicht weiter verfolgt und sie haben keine Kpazitäten, die da weiterhelfen können. 'Was da ist, bleibt unbearbeitet im Archiv'



Due to a misleading lable quite a lot people think that this is a historic band or the reconstruction of a historic band of the 14th century.

But this is wrong. In 2009 flinkhand throw light on this case. 

To summarize it:

There is NO proof that this pattern has been used in the 14th century.

But what is the origin of the picture?

Supposedly in 1975 Mrs. Müller-Harrmann (deceased) has woven a band to show how tablet weaving works and it had been labeld wrong.

The ladys which worked in 1975 in Colongne are long death, so they can't give us a statement. But it sure that it's not a historic band of the 14th century.

Mrs. Wagner from the museum in Cologne told us: 'I would know of a historic band.' (I don't know the date of the statement it must be before 2009)

On account of economy there is no furher capacity in Cologne to resarche this picture and we won't get more information.

Montag, 9. Mai 2016

Die Kelten kommen!

Letztes Wochenende war es wieder soweit und ich konnte in meiner 'Lieblingszeit' spielen. Die Kelten.
Naja, eigentlich ist es ein Zeitraum von mehreren hundert Jahren, wenn man nur die Hallstattkultur und die Latène Zeit nimmt.

Das Römerwelt in Rheinbrohl stellte das Museumsfest dieses Jahr unter dem Thema 'Die Kelten kommen' und die Wettervorhersage war vielversprechend.

Die Aufstellung war mit einem Zeitrahmen von 1200 v. Chr. bis ins 3. Jhd. nach Christus weit gefasst. Dafür war es eine wirklich feine Auswahl von Darstellern, die dort zu sehen war.

Das Brettchenweben war mir mehreren Webern 'überproportional' vertreten und leider war der Stand, den ich mir mit Sylvia Crumbach teilte, derjenige, der von den Besuchern zum Schluss angelaufen wurde. So war das Interesse bei uns dann etwas geringer als wir es sonst gewohnt waren. Zudem war ich dieses Mal sehr minimalistisch und hatte die Borten in einem Körbchen ausgestellt...

Gruppenbild - mein Dank für das Bild und dass ich es verwenden darf geht an Bernd Gaul und an alle, die sich aufgestellt haben.


Sonntag, 24. April 2016

Die IRM 2016

Man muss schon ein wenig verrückt sein, wenn man nur für eine Verkaufsveranstaltung über 250 km eine Strecke fährt.

Aber wenn man sich eine Fahrgemeinschaft sucht und man und schon während der Fahrt beinahe die eine oder andere Abfahrt verpasst, weil man nonstopp quasselt, dann vergeht die Zeit wie im Flug.

Die Messe selbst war wieder klasse. Ich war zuletzt 2014 dort und war schon damals von dem Niveau angenehm überrascht gewesen, auch wenn es negative Ausrutscher gab.

Die wirklich schlechten Stände von damals habe ich dieses Mal vergeblich gesucht, aber es gab immer noch den einen oder anderen Stand mit einer eher zweifelhaften Qualität. Die gingen aber in der Masse der guten Stände unter.

Ich persönlich bevorzuge es ja, solche Veranstaltungen in meiner Kleidung des 21. Jhd. zu besuchen, aber einige der Besucher hatten sich in Schale geschmissen, trotzdem war Hannes (der übrigens bis auf das Foto immer in meiner Tasche war), derjenige mit der besten Ausstattung ;-)

Da ich vergessen hatte, in meiner Kamera einen Speicherchip einzulegen, gibt es sonst keine Bilder von der Veranstaltung. Nur von meinen Einkäufen.

Freitag, 25. März 2016

Auch UFOs werden irgendwann abgeschlossen

Gerade habe ich meinen zweiten Versuch die Borte von St. Severin, Köln (7. Jhd.) nachzuweben fertig vom Webstuhl genommen.

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis ich knapp 2,40 Meter gewebt hatte. Zum einem ist das Weben dieses Bandes sehr zeitaufwändig, zum anderen lag es lange in der Ecke, weil mir beim Zwischenmuster die zündende Idee fehlte, wie man nun die weiße Linie zwischen den roten und grünem Schachbrett wegbekam.

Samstag, 19. März 2016

Die Schatzkammer der St. Catherinenkirche in Maaseik

Der Kirchenschatz ist nicht groß, es sind nur 3 kleine Räume in der Krypta, die zudem nur schwach ausgeleuchtet sind, da die wertvollen Textilien geschützt werden müssen.

Das erste Mal konnte ich ihn 2002 als Ausflug während des Brettchenwebertreffens besuchen. Dieses Jahr war es eine spontane Idee, die wir zu sechst während des Brettchenwebertreffens umsetzten.

Von Viersen nach Maaseik war es eine gute Stunde Fahrzeit, die wir dafür gerne auf uns nahmen.


Sonntag, 13. März 2016

Brettchenwebertreffen in Viersen

Wie jedes Jahr hatte Menja zum Webertreffen geladen, damit wir alle ein Wochenende zusammen hocken, weben und von ihr bestens verpflegt werden.

Mit entsprechend hohen Erwartungen bin ich dann auch am Wochenende nach Viersen gefahren. Habe viele alte Bekannte wiedergetroffen, einige neue Bekanntschaften gemacht, viel geklönt, gelacht, diskutiert und ein wenig gewebt.

Bei dem tollen Frühlingswetter habe ich den Miniworkshop 'Borten ins rechte Licht rücken' spontan ins Freie verlegt und wurde mit traumhaften Bildern belohnt.

Das Hallstattmotiv von Rene
Die Borte aus Chelles von Christiane aka Ranghild


Mittwoch, 17. Februar 2016

Der Lilienhain / A Lily Grove

Der Lilienhein / A Lily Grove
Claudia Wollny
Herausgegeben/published: 2016
Eigenverlag/self published
176 Seiten /pages, 
Sprache/Language: Deutsch, Englisch / German, English 
komplett in Farbe / it is printed completly in color
Auf der Homepage der Autorin erhältlich / aviable here
Preis/price: 19,90 Euro


Nachdem Claudia Wollny mit ihrem ersten Buch 'Die fabelhafte Welt der brettchengewebten Stola und Manipel zu St. Donat, Arlon' die Messlatte schon sehr hoch gelegt hatte, hat sie knapp ein Jahr später ihr zweites Buch zum Thema Brettchenweben veröffentlicht: 'Der Lilienhain'


Sonntag, 14. Februar 2016

Brettchenwebertreffen Vol. IV

Am Wochenende war es wieder soweit.

nachdem ich mir das letzte Mal zwei Kurse an einem Tag angetan hatte, wollte ich dieses Mal nur eins machen, nette Weber treffen und viel weben. Nun, ersters habe ich geschafft, das andere kann ich auch noch zu Hause machen.

Wie beim letzten Mal hatte ich im Unperfekthaus in Essen einen kleineren Raum reserviert, der aber dank der zahlreichen kurzfristigen Gäste, mehr oder weniger aus allen Nähten platzte.

(ja, ich habe einen Moment erwischt, wie es nicht so voll war.)


Dienstag, 2. Februar 2016

Inspiriert vom Arlon Band

Nachdem ich mir letztes Jahr das Buch 'Die fabelhafte Welt der brettchengewebten Sola und Manipel zu St. Donat, Arlon' zugelegt hatte, war mir schnell klar, dass dieses Band bestimmt nicht so bald webend würde. Es fällt zwar in mein Beuteschema, da es sich um ein hochmittelalterliches brettchenwebebtes Band handelt, aber mit Hochdorf habe ich bereits ein Band mit 100 Brettchen in Arbeit und das reicht mir.

Aber die Bilder haben mich inspiriert, und ich habe einige Motive für 17 Musterbrettchen umgeschrieben.

Ein kleines Gespenst
Fertig bin ich noch lange nicht, aber da Claudia Wollny mit 'Der Lilienhain' nachlegt, in dem sie auch die Motive für nicht ganz so brettchenstarke Borten geschrieben hat, muss ich meine Ergebnisse zeigen, bevor das Buch veröffentlicht wird.

Samstag, 9. Januar 2016

Ein Muster - verschiedene Techniken...


Nur zum Vergleich: links das Original, daneben die Rekonstruktion mit dem Muster in der korrekten Technik und mit dem korrekten Material, daneben eine weitere Borte mit dem Muster, der korrekten Technik, aber nur in zeitlich passendem Material.
Rechts. Das Muster in einem zeitlich passendem Material (natürlich gefärbte Wolle) aber einer ganz anderen Technik.

Es ist deine Entscheidung was du verwenden willst, nur finde ich, dass der Unterschied in der optischen Erscheinung viel größer ist, als viele zuerst denken.

Just to compare: left the find. Next to it the reconstruction with the pattern in the correct technique and the correct material (silk and spun gold for the brocading), next to it another band with the pattern and the correct technique but only with suitable material (silk and silk for the brocading).
The band on the right has the same pattern woven with a fitting material (natural dyed wool) but in a different technique.

It is your decission what you will use but in my opinion there is a much bigger difference in the visual appearance than quite a lot people think. 

Informationen zum goldbroschierten Band, seidenbroschierten Band, moderne Interpretation

Literatur: Archaeological Textiles Newsletter Nr. 47  
Kirill Mikhailov 'New finds of Viking Age textiles in Ukraine and Russia' 
Muster: eigener Entwurf

Freitag, 25. Dezember 2015

Shestovica cemetery, Chernigov, Ukraine

Manchmal passiert es einfach:
Frau klickt nichtsahnend auf einen Link, der in der von Jenn Culler als Verweis für eine Rusborte gepostet wurde und sieht dann plötzlich im Archaeological Textiles Newsletter Nr. 47 im Artikel 'New finds of Viking Age textiles in Ukraine and Russia' von Kirill Mikhailov 2 fantastische Bilder von Borten aus dem 10. Jhd.

Der Artikel verrät, dass es sich um ein Männergrab handelt, in dem 2 Borten gefunden wurden. Eine davon besteht aus drei Fragmenten (50, 20 und 10 cm lang) und wird für die Randverzierung eines Mantels gehalten.
Das andere Band ist ein wenig abseits vom Körper gefunden worden - vermutlich war es die Verzierung einer Tunika die Fragmente sind 2,2  4,4 und 2,5 cm lang.

Am erstaunlichsten ist hier das Bild Fig. 2. Tablet-woven band from the grave chamber, Shestovica cemetery, Chernigov, Ukraine (Photo K. Mikhailov).
Es zeigt eine Borte, wo nicht nur die Broschierung, sondern auch das Grundgewebe erkennbar ist. Leider wird nicht erwähnt, ob es sich um die Borte vom Mantel oder von der Tunika handelte.


Mittwoch, 16. Dezember 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Kaum ist das eine Treffen vorbei, schon wird das nächste organisiert. Die Wintersaison muss genutzt werden.

Der nächste Termin ist der 13.02.2016 von 09 - 18.00 h.

Zur Anmeldung geht es hier lang oder man schreibt mir eine Mail an info (at) aisling.biz