Montag, 21. September 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Es ist wieder so weit, am Samstag, 21.11.2015 von 09 - 18 h treffen sich die Webverrückten wieder im Unperfekthaus in Essen


Zur Anmeldung geht es hier lang oder man schreibt mir eine Mail an info (at) aisling.biz



Sonntag, 20. September 2015

Ein Fragment aus Oseberg


Alles begann damit, dass ich an einem regnerischen Sonntagmorgen bei unimus.no  - der norwegischen Archäologie-Seite durch die Bilder von den Oseberg-Funden scrollte.
Schließlich war bekannt, dass dort viele Borten gefunden wurde, aber nur von zweien gibt es gute Abbildungen. 
Als ich auf die folgende Zeichnung von 1904 stieß dachte ich ‚Yes!‘ denn das Band im Vordergrund erinnerte vom Stil her sehr an das Band von Mammen, allerdings wirkte es eher broschiert. Es war jedenfalls wunderschön.
Doch mehr als die Information ‚Tekstil‘ gab die Seite nicht her. Die Bücher, die ich über Oseberg hatte, konnten mir auch nicht weiter helfen.
Wie schon gesagt, es war ein verregneter Sonntagmorgen und da ich Zeit hatte, fing ich an das Muster in Köpertechnik – entsprechend dem Mammenfund -  zu entwickeln und da ich eine passende Kette hatte, war der erste Entwurf schnell gewebt.   


Ausschnitt aus der Anleitung (noch nicht vollständig)


Samstag, 15. August 2015

Mein neuer Gürtel / My new belt

Angefangen hatte ich damit schon länger und von der Entstehung hier berichtet. Vorlage für die Borte ist der Erfurter Schatzfund, der vor 1349 datiert wurde.

Aber da Metallarbeiten nicht so mein Ding sind, habe ich es immer wieder aufgeschoben, bis ich jetzt kurz vor knapp für eine Veranstaltung fertig machen musste.

Montag, 10. August 2015

Das böse A-Wort

Inzwischen nervt es nur noch. Jeder benutzt das Wort ‚authentisch‘ in Bezug auf seine Darstellung (kann wahlweise gerne durch 'nach historischer Vorlage', 'historisch korrekt' oder 'nach Beleg' ersetzt werden, aber der Schwerpunkt dieses Eintrages liegt bei der Definition von 'authentisch'). Dabei hat man bei genau diesen Leuten oft den Eindruck, dass das große 'A' nicht für authentisch, sondern für ambientig steht. Und hinterfragt man diese Darstellung und möchte wissen, was daran denn authentisch sei, dann bekommt man nur Wischiwaschi-Antworten und den Hinweis, dass man doch bitte ‚tolerant‘ sein soll. Ganz schnell hat man dann seine Karte im erweiterten Bullshit-Bingo voll.

Aber was bedeutet jetzt ‚authentisch‘? Laut Duden hat das Wort folgende Bedeutung:
echt; den Tatsachen entsprechend und daher glaubwürdig


Wann entspricht eine historische Darstellung den Tatsachen, wann ist sie echt?

Dienstag, 4. August 2015

Borten aus der Wikingerzeit - Dänemark und Umgebung


Ich schaffe es ja, immer wieder in Diskussionen über historische Borte, Funde, Material und verwendete Technik verwickelt zu werden. Bisher habe ich dann immer in  meinen Büchern geblättert und jeden Fund einzeln rausgesucht. Da ich es mir einfach machen will, werde ich nach und nach Listen nach Fundregion zusammenstellen und hier veröffentlichen.
Nachdem ich vor einiger Zeit eine Aufstellung über brettchengewebte Borten der skandinavischen Völkerwanderungszeit veröffentlicht habe, setzte ich sie jetzt mit wikingerzeitlichen Borten fort.

Die erste Station ist Dänemark und angrenzendes norddeutsches Gebiet.

Gewälzt habe ich die Bücher, die ich in meiner Bücherliste habe und habe einige Quellen aus dem Internet hinzugezogen.

Vollständig ist die Liste noch lange nicht, aber ich denke, dass sie einen ersten Überblick bietet.
Ich freue mich, wenn man mich auf Funde hinweist, die nicht in dieser Liste stehen.

I tend to get involved in discussions of historic tablet woven bands the quality of finds and the used techniques. Up to now I flipped through my books and wrote down the historic finds I needed. But I don’t want to browse it again and again so you will find here lists of historic tablet woven bands culled from my books.
As I already did a list of tablet woven bands of the Scandinavian migration period and in this post I continue with Danish founds of the Viking time.
The list is not complete and you are welcome to point me towards historic founds I don’t have in my found.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Halberstadt - die Umsetzung

Als ich im letzten Jahr die Möglichkeit hatte, im Domschatzmuseum in Halberstadt zu fotografieren, habe ich mich auf die brettchengewebten Borten konzentriert. Über 100 Bilder sind es geworden.

Die meisten habe ich von dem Altartuch (Ende 14. Jahrhundert) gemacht, da man in diesem Tuch über 20 Meter Borte 'verarbeitet' hat.

Es gibt leider nur wenige Bilder von dem ganzen Tuch, im Internet nur in der Deutschen-Digitalen-Bibliothek.
Aber keins kann man zur Rekonstruktion der Borte heranziehen. Nachdem mir das Museum die Gelegenheit gegeben hatte, eigene Bilder zu machen, hatte ich hochauflösende Fotos, wo ich die einzelnen Fäden zählen konnte.

Ursprünglich wird das Band wohl mit Goldlahn broschiert gewesen sein, denn es gibt immer noch einige Stellen, die glitzern. Aber viel ist nicht mehr zu erkennen, da das Altartuch in den letzten Jahrhunderten intensiv genutzt wurde und die Borte sehr gelitten hat.

Sonntag, 19. Juli 2015

Brettchengewebte Gürtel wie 'a' sind die?

Nachdem in den letzten Tagen immer wieder das Thema 'Funde von brettchengewebten Gürteln'  aufkam, habe ich den verregneten Vormittag damit verbracht, einmal meine Bücher zu wälzen und zu schauen, welche Brettchengewebe eindeutig als Gürtel verwendet wurden.

Um es kurz zu machen: Es gibt wenige erhaltene Funde. Ende des 14. und im 15. Jahrhundert gibt es dann wesentlich größere Anzahl von brettchengewebten Gürteln.

Gewälzt habe ich die Bücher, die ich in meiner Bücherliste habe und habe einige  Quellen aus dem Internet hinzugezogen. Zeitlicher Rahmen: Alles bis Ende des 15. Jahrhunderts.

Komplett ist sie noch lange nicht und ich freue mich über Ergänzungen.



Sonntag, 5. Juli 2015

Einige wenige Textilien in Peru - Teil 3

Auf den Weg von Puno nach Cusco gab es mehrere touristische Stopps. Und jedes Mal sahen wir Frauen in ihren Trachten, die von Ort zu Ort unterschiedlich waren.

Und dann war es soweit: Mein Mann traf eine Frau die richtige Wolle versponn. Leider hatte sein eigener Spinnstab in den letzten Tagen sehr unter den Transport gelitten, dass er nicht zeigen konnte was er wollte - und mit der Verständigung haperte es ein wenig... aber für wenig Geld konnte er ein Foto von ihr machen.

Einige Münzen helfen oft weiter, um Bilder von Dingen machen zu können - solange man kein Blitzlicht benutzt. Blitzlicht ist oft ein 'No Go' und wenn die Leute vorher freundlich waren, so sind sie dann angefressen.
Es ist schon ein seltsames Gefühl dort als 'reicher' Ausländer angesehen zu werden und noch seltsamer ist, dass Menschen davon leben, dass man Fotos von ihnen macht.
Solange es Erwachsene sind, habe ich kein Problem, ein oder zwei Soles in ein gutes Foto zu investieren, aber Kinder habe ich nicht gegen Geld fotografiert, denn die gehören in die Schule. 



Freitag, 3. Juli 2015

Einige wenige Textilien in Peru - Teil 2

Zwei Tage später fing der wirklich spannende Teil der Reise an: Wir flogen von Lima nach Puno. Der Ort liegt auf über 3.810 Höhe am Rand des Titicacasee.
Viel zu oft war ich aufgrund der Höhe außer Puste, aber oft genug gab es so tolle Dinge zu sehen, dass mir einfach der Atem weg blieb.

Am ersten Tag in Puno ließen wir es ruhig angehen und. Aber die ganzen Andenkenläden waren einfach nicht zu übersehen.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Einige wenige Textilien in Peru - Teil 1


Normalerweise verbringe ich irgendwo in Europa meinen Urlaub und und dann ist es recht einfach sich einen Programmpunkt rauszusuchen, wo ich im textilen/brettchenweben Bereich etwas besonderes sehe.
Letztes Jahr war es das Museum in Halberstadt, wo ich die brettchengewebten Borten fotografieren konnte.

Dieses Jahr hatten wir ein wesentlich exotischeres Ziel: Peru. Eine Freundin arbeitet dort für mehrere Monate und hat uns eingeladen, sie zu besuchen. Da konnten wir nicht nein sagen.
Aus Südamerika kenne ich eine Webtechnik, das ‚Andean Pebble Weave‘, was sich eins zu eins als Zweiloch-Gewebe im Brettchenweben umsetzen lässt.
Entsprechend hatte ich mich ein wenig umgeschaut und entschieden, in Cusco das ‚Centro Textil‘ zu besuchen, um im Urlaub einen textilen Höhepunkt zu haben.

Es kam aber alles ganz anders.


Montag, 25. Mai 2015

Das broschierte Band aus Dublin

Als ich 2013 das Band webte, hatte ich als Vorlage nur den Artikel 'Silk Braids and Textiles of the Viking Age from Dublin' von Frances Pritchard.

Dort gab es auch eine Skizze des Fundes aber die Beschriftung war nicht ausreichend um zu erkennen, ob nun die Broschierung oder der Untergrund gekennzeichnet war oder ob es nur die 'Ein- und Austrittspunkte' der Broschierung waren.

Ich hatte mich dafür entschieden, das Muster noch einmal neu zu schreiben. Statt 17 Musterbrettchen hatte ich mit 16 Musterbrettchen gearbeitet.

Bei der Textilkonferenz in London im Oktober 2014 hatte ich die Möglichkeit Frances Pritchard zu fragen, aber ihre Antwort hatte mich mehr verwirrt, als das sie mir weiter geholfen hätte.

Bis dann im Winter 2014/2015 dieses Bild bei Pinterest auftauchte:


Sonntag, 24. Mai 2015

Der Flachsmarkt in Krefeld Linn

ist immer wieder ein Besuch wert.

Besonders für Brettchenweber, weil man dort einiges kaufen kann, was man normalerweise nicht einfach so beziehen kann.

Dieses Jahr war ich sehr gespannt, denn Claudia Wollny hatte angekündigt, mit ihrem neuen Buch 'Die fabelhafte Welt der brettchengewebten Stola und Manipel zu St. Donat, Arlon' vor Ort zu sein.
Die beste Gelegenheit, sich das Buch einmal anzuschauen, bevor man 39,90 Euro investiert.

So war ich Samstag morgen um 10.00 h auf dem Markt und mein erstes Ziel war der Stand, von Birgit Höffmann, wo sie und Otfried Staudigel als Gäste waren.  Dort war schon viel los und ich hatte die Möglichkeit, ausgiebig durch das Buch zu blättern und mit der Autorin zu sprechen, bevor ich das Buch kaufte.

Auch wenn ich im Momtent nicht plane, die Motive zu weben (danke, ich habe schon ein über 100 Brettchen-Projekt, ich benötige kein weiteres) so ist dieses Buch doch so wunderbar aufgebaut und gestaltet, dass bei mir nur der 'haben will' Instinkt einsetzte.

Man hat hier nicht die Anleitung für alle 29 Motive, nein, hier werden detailliert bei jedem einzelnen  Motiv Original und Rekonstruktion miteinander verglichen und man sieht, dass es nur dann Abweichungen gibt, wenn der Weber damals einen Fehler gemacht hat...

Das Buch wanderte ganz schnell in meinen Rucksack, genau wie 200 neue Brettchen von Otfried Staudigel - vielleicht werde ich das Band doch aufziehen: einige der Motive sind sehr verführerisch.

Leider habe ich vergessen, mir das Buch signieren zu lassen. Aber dazu treffe ich sie vielleicht in der nächsten Zeit wieder.

Dienstag, 5. Mai 2015

Musterentwicklung - pattern developement

Neben dem Weben von Borten, liebe ich es, Webanleitungen zu entwickeln oder anhand von historischen Vorlagen die alten Muster zu rekonstruieren.
Da das oft viel schneller geht, als das Weben der Borten an sich, habe ich in den letzten Jahren genug Muster entworfen, dass ich mir für den Rest meines Lebens keine Sorge mehr für die Musterauswahl machen muss...


... da ich aber nicht vor habe, keine weiteren Muster zu entwickeln, liegt bei mir so einiges 'auf Halde'. Einige, die ich 'Just for fun' geschrieben habe, habe ich inzwischen auf meiner Seite veröffentlicht und freue mich, wenn jemand anders sie webt.

Die meisten Muster sind ordentlich beschriftet, aber bei einigen rätsel ich, was mich damals inspiriert hat.

Bei dem hier habe ich keine Probleme mit der Zuordnung - Hochdorf verschiedene Motive neu arrangiert, Technik: 3-farbiges Köper
Das Aufwändigste an diesem Muster sind die ganzen kleinen x und y. Das sind die Drehrichtungen.



This one is a variation of all the finds of Hochdorf new arranged – but I still haven’t found the time for weaving it. Technique: 3 colored 3/1 broken twill.
The 'x' and the 'y' in the pattern had been most time consuming as it indicates the turning direction of the tablets.

Freitag, 24. April 2015

Das Grab des Keltenfürsten von Hochdorf

in den Jahren 1978 und 1979 wurde dieses sog. Fürstengrab aus der späten Hallstattzeit (ca. 550 v. Chr.) ausgegraben.

Neben vielen Metallgegenständen gab es auch organische Reste, die in großer Zahl konserviert worden waren.

Ich beschäftige mich schon ziemlich lange damit, weil zu den organischen Resten auch einige Brettchenborten gezählt werden, die für mich in ihrer Pracht und Komplexität einzigartig sind.

Kleine Bortenauswahl

Montag, 20. April 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Am Wochenende war es mal wieder so weit: Im Unperfekthaus in Essen trafen wir uns zum gemeinsamen Klönen, Gucken und natürlich zum Brettchenweben.

Wir hatten Glück und konnten - obwohl wir nur etwa 20 Personen waren - mit dem Wintergarten wieder einmal den schönsten und einen der größten Räume nutzen.

Ich habe mit 'Wie man mit Karopapier und Bleistift ein Muster in Köpertechnik entwickelt' einen kleinen Kurs gegeben und einige Köpfe zum Rauchen gebracht.

Es gab trotzdem keinen Feueralarm und es war ein sehr entspannter, kreativer Tag, den ich sehr genossen habe.