Dienstag, 16. Mai 2017

Ein Muster verschiedene Techniken

Nachdem ich das Muster aus Priednieki/Lettland 11. Jhd gewebt habe, musste ich doch mal ausprobieren, wie es aussieht, wenn ich es in anderen Techniken webe:

Links Schnurbindung mit 8 Musterbrettchen, Drehrhytmus 5v5z, Mitte, Missing Hohle auch 5v5z, rechts das historische Muster als zweiloch Gewebe mit 14 Musterbrettchen, individuell gedreh.

I was curios how the early mediveal pattern from  Priednieki/Latavia would appear if it would be woven in different ways.

Left as a simple band with 5 forward / 5 backward, in the middle as missing hole with 5 forward / 5 backward. Right the pebble weave with 14 tablets and a individual rythm.


Alle Bänder sind zwischen 1,0 und 1,2 cm breit und ensprechen der damaligen Mode... 

Dienstag, 9. Mai 2017

Ein neuer Peplos

Zeitstellung 550 - 450 v. Chr, Eisenzeit. Süddeutschland für eine wohlhabenden keltischen Darstellung.

Die Schuhe sind Interpretationen auf der Baisis von Schuhleisten, Schuhgefäßen und Abbildungen
Der Peplos entspricht den Abbildungen auf Situlen und wird oben mit zwei Fibeln nach Funden aus Süddeutschland geschlossen. Der Stoff wurde von Marled gewebt und einem Fund aus Hochdorf nachempfunden. Am oberen Ende ist der Peplos mit einer schmalen, angewebten Brettchenborte verziert.

Das Gürtelblech ist den Grabfund aus Hallstatt nachempfunden - es gibt aber auch in Süddeutschland genügend ähnliche Funde. 


Schleier - es gibt zwar den Fund von einem Fragment mit Bortenkannte aus Bescheid (HA D) aber auch hier mussten Abbildungen von Situlen herhalten. Beim Schnitt habe ich mich an den Kopfbedeckungen des wikingerzeitlichen Dublin orientiert - und ich habe zum ersten Mal einen Schleier, der mit zwei Nadeln hält ;-)




Entstanden im Keltendorf in Otzenhausen


 
P.S.: das Huhn ist modern, aber erste Nachweise von Hühnern in Deutschland gibt es von der hallstattzeitlichen Heuneburg.


Sonntag, 9. April 2017

Hochdorf

Als ich vor drei Jahren mit der Borte angefangen hatte, habe ich ein anderes Material als im Original verwendet und mir weniger knalligere Farben ausgesucht, denn ich dachte, dass ich sowieso niemals kermesgefärbte Wolle in so feiner Qualität bekommen würde.

Nun, ich habe sie jetzt und deswegen habe ich entschieden, dass 65 cm genug sind, damit man einen Eindruck von der Borte bekommt.

Ich habe sie heute vom Webstuhl geschnitten...

... und wie man sieht, hatte ich eigentlich mehr geplant.

Sonntag, 19. März 2017

Vögelchen / Birds

Es gibt sie, die Lieblingsmuster, die man immer wieder gerne webt. Bei mir sind es u.a. die Vögel aus dem Grab der hl. Bertille / Chelles aus dem 7. Jhd.

Ich hatte das Muster dieses Mal als 'Anschauungsobjekt' für einen Workshop beim Brettchenwebertreffen in Viersen aufgekettet. Nicht viel, nur einen guten Meter, doch damit mir nicht langweilig wurde, habe ich nach dem Kursus das Muster für mich ein wenig abgewandelt.


Montag, 13. März 2017

Brettchenwebertreffen in Viersen

Eine der wenigen Veranstaltungen im Jahr, wo ich unbedingt hin MUSS!

Einfach, weil das Haus schön ist, die Betten bequem, Menja alles gut organisiert hat und (das allerwichtigste) sie auch noch superlecker kocht.

Zudem sind die Mädels auf meiner 'Stube' prima (wir teilen uns zu viert ein Zimmer). Und Montags bin ich immer heiser - vom Quatschen und Lachen.


So auch dieses Wochenende!

Freitag, 17. Februar 2017

Schnütgen Museum, Köln

Ja, es gibt sie, die Museen, die Textilien nicht nur in ihren Archiven horten, sondern auch ausstellen.

Das Schnütgen Museum in Köln gehört dazu.

Dafür dass im Archiv unzählige Textilien aufbewahrt werden, ist die Auswahl leider sehr gering. Was wohl auch daran liegt, dass das Interesse nicht so groß ist.

Ich hatte über eine Freundin erfahren, dass es im Schnüttgen Museum ein Führung zum Thema Textilien gab und war spontan nach Köln gefahren. Außer den Textilbegeisterten, die sie zusammengetrommelt hatte, waren nur 3 weiter Personen zu der Führung gekommen. Nicht die Resonanz, die ein Museum motiviert, mehr in Sachen historischer Textilien zu organisieren.

Die Führung war spannend und danach hatten wir noch die Möglichkeit, das Museum weiter zu erkunden.

Ich bin achtlos daran vorbei gegangen aber Renè wurde in der Krypta fündig und rief mich.

Und wir durften ohne Blitz fotografieren.

Samstag, 11. Februar 2017

Brettchenwebertreffen Vol. VI

Das Brettchenwebertreffen fand wie üblich im Unperfekthaus in Essen statt. Der Raum 404 hatte genau die richtige Größe und hatte viel natürliches Licht.
Neben dem Weben stand natürlich der Austausch im Vordergrund und wir haben viele Bücher zum Blättern gehabt und sehr viel geredet.

Sonntag, 5. Februar 2017

Klarstellung

Das ist meine Borte, mein Becher, meine weiße Wolldecke. Die Borte habe ich Anfang 2014 gewebt und das Bild wurde von mir am 08.02.2014 aufgenommen und kurz darauf auf meiner Homepage veröffentlicht.

Dienstag, 31. Januar 2017

Die Borten aus den Gaigovo Gräbern hier Gaigovo I

Ich möchte in diesem Post nur zeigen, dass es durchaus Gräber mit erstaunlich vielen Bortenfunden gibt.

Mal wieder Ladoga und mal wieder Gaigov I

Ich habe versucht, alle Borten aus dem Grab zu weben. Da es sich um ein Brandgrab handelt, ist nicht klar, wofür die Borten ursprünglich verwendet wurden. Einige waren an Stoffe genäht, doch bei den restlichen werden wir es wohl nie erfahren.


Samstag, 7. Januar 2017

Textilien von der Gaigovo barrow group (Russia, Leningrad oblast)

Vielleicht besser bekannt als Funde aus Ladoga/Russland.

Hatte ich 2014 'nur' ein russisches Buch zur Hand, wo ich anhand der Bilder arbeitete, so informierte mich kurz vor Weihnachten eine Freundin, dass es in der Archaeological Textiles Review No. 58 einen weiteren Artikel zu dem Fund gab und reichte ihn mir weiter.

Eigentlich wollte ich im Urlaub an anderen Projekten weiter arbeiten, aber jetzt gab es dringenderes...

Ich war sehr überrascht, dass das Bortenfragment von Tafel 6 + 7 aus dem Buch von ein und dem selben Band stammten. Ich hatte Tafel 6 für ein Zweilochgewebe gehalten und gewebt, während ich 7 eher als ein Köperband eingeschätzt hatte.



Mittwoch, 4. Januar 2017

Das brettchengewebte Band von Altrier / LUX

Das brettchengewebte Band, das um  ca. 430  v. Chr. datiert ist (La Tène A), wurde bereits 1971 ausgegraben, aber erst mit dem Bericht in NESAT XII gibt es eine ausführlichere Beschreibung inklusive eines Bildes von dem Muster.

Ich muss gestehen, dass ich lange und ausfühlich auf das Bild gestarrt habe, aber alles, nur kein Muster erkannt hatte.
Erst als Sylvia Crumbach ihren ersten Entwurf veröffentlichte, ging mir ein Licht auf (ok, es war ein ganzer Kronleuchter) und ich sah das Muster.

Im Gegensatz zu Sylvia Crumbach sah ich es aber nicht als Köperborte mit ausglassenen Einzug, sondern hatte es als Sulawesi mit ausgelassenem Einzug entworfen (andere Anfangsstellung der Brettchen, anderer Drehrhythmus). Doch um es auszuprobieren hatte ich nur eine kurze Kette aufgezogen.

Es funktionierte und sogar die Punkte in der Mitte des Musters sind da - aber nur in jedem zweiten Motiv. Und die Struktur ist gut, aber sieht leider nicht so aus, wie auf der Abbildung.



Donnerstag, 22. Dezember 2016

Dienstag, 13. Dezember 2016

Kopfbedeckung für eine wikingerzeitliche Ausstattung?

Schon seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einer passenden Kopfbedeckung.

Ich habe zwar lange Haare, aber sie haben einen modernen Schnitt und das kann ich nicht gut verbergen.

Leider gibt es zu Kopfbedeckungen nicht viele Nachweise.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Kleines vorweihnachtszeitliches Webertreffen.

Immer wieder wird von Sylvia zu einem mehr oder weniger privaten Webertreffen in ihrem Handarbeitsraum eingeladen.

Und neben der Tatsache, dass man wunderbar in ihren Büchern schmökern kann, gibt es immer wieder wunderschöne Arbeiten der Anderen zu bewundern.

Leider waren heute die Lichtverhältnisse bescheiden, so dass ich mit Blitzlicht fotografieren musste.

Borten stammen von Barbara, Sylvia, Silvia, Karin, Bettina, Jörg und René. Da einige an Wichtelgeschenken arbeiten, kann ich im Moment noch nicht mehr verraten.


Freitag, 2. Dezember 2016

Diskussionen

Ich weiß ja nicht, warum Leute glauben, dass es eine gute Idee ist, mir Diskussionen über Hakenkreuze, Ursprung und Bedeutung aufzudrücken. 

Tatsache ist jedoch, dass jeder der es macht, von mir eine abweisende Antwort bekommt und danach  gesperrt wird. 

Egal, ob hier in meinem Blog, auf Pinterest oder woanders. Ich habe keine Lust, über vergangene Bedeutungen zu spekulieren, wenn ich in den Zeitungen ständig Schmierereien von Hakenkreuzen an den Wänden von Synagogen, auf Grabsteinen oder auf Häusern von Menschen sehe, die nicht den allgemeinen Vorstellungen von 'Mainstream' entsprechen. 

Solange dass Hakenkreuz so verwendet wird, ist mir eine frühere Bedeutung scheißegal, weil das hier und heute wichtiger ist. Und für mich hat es hier und jetzt einen unangenehmen menschenverachtenden Beigeschmack, den ich nicht mag.

Und genau deswegen mag ich es auch nicht mehr weben. Dabei ist es eigentlich ein sehr schönes, einfach zu webendes Motiv.