Freitag, 25. März 2016

Auch UFOs werden irgendwann abgeschlossen

Gerade habe ich meinen zweiten Versuch die Borte von St. Severin, Köln (7. Jhd.) nachzuweben fertig vom Webstuhl genommen.

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis ich knapp 2,40 Meter gewebt hatte. Zum einem ist das Weben dieses Bandes sehr zeitaufwändig, zum anderen lag es lange in der Ecke, weil mir beim Zwischenmuster die zündende Idee fehlte, wie man nun die weiße Linie zwischen den roten und grünem Schachbrett wegbekam.


Just now I took my second attemp to weave the band of St. Severin, Cologne, Germany (7th century) finished from the loom.

It took me two years to weave the 2,40 meters. There are two reasons that it took so long. 
The first one is that the weaving of this technique with fine silk is time consuming.
The second one is that I didn't know how they had been able to weave the red behind the green without a with line in the chequered pattern. When Nordvolk zu Ravensburg had the solution I was tempted to try it, too.

I started weaving it again at the tablet weaver meeting and it was so simple. Such a fast and easy way to get rid of the white line. And then I couldn't stop and did the rest as in a trace.



Die Lösung fand Nordvolk zu Ravensburg und sie war extrem einfach... und danach hatte ich plötzlich wieder Lust das Band weiter zu weben.

Beim Webertreffen hatte ich es mit und als ich an der 'kritischen' Stelle ankam, konnte ich wie von selbst den grünen über den weißen Faden ziehen. Und danach war für mich kein Halten mehr und ich habe die restliche Strecke wie im Rausch gewebt.

Links mit Linie - rechts ohne



Details zu diesem Band:

Brettchen: 36, davon 32 Musterbrettchen
Kette: 60/2 Seide in rot, gelb, grün, weiß
Schuß: 60/2 Seide in gelb
Länge: 2,40 m
Breite: 15 - 16 mm (zum Vergleich das Original war nur 12 mm breit)





Weitere Blog-Einträge zu diesem Muster:
Kalkulation zur Rekonstruktion einer brettchengewebten Borte
St. Severin



Literatur:

Sabine Schrenk, "Fundort Schrein - Der Textilfund aus St. Severin in Köln", Textilien in der Archäologie, Materialien zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 22, 2011

Der hl. Severin von Köln Verehrung und Legende Befunde und Forschungen zur Schreinsöffnung von 1999 herausgegeben von Joachim Oepen, Bernd Päffgen, Sabine Schrenk und Ursula Tegtmeier, 


Muster: eigener Entwurf

Technik: Flottierung

Kommentare:

  1. Toll - ich habe das Band im Original gesehen, und es ist immer wieder toll, wenn man "alte Fetzen" zu neuem Leben erweckt !

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    1. Das Original ist ein absoluter Traum!

      Und mir macht es Spaß, den alten Fetzen ihre Geheimnisse zu entreißen.

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