Donnerstag, 10. August 2017

Wikingerzeitliche Kopfbedeckung aus Dublin

Nachdem ich vor einiger Zeit schon versucht habe die brettchengewebten Borten aus Birka zu analysieren aber nicht weit gekommen bin,  hatte ich mir das Buch 'Viking Age Headcovrings from Dublin' von Elizabeth Wincott Heckett ausgeliehen, um mehr zu lernen.

Nachdem ich einen Blick hinein geworfen hatte, habe ich es sofort bestellt. Es ist genau das Buch, das man braucht, um eine Kopfbedeckung zu rekonstruieren und um mehr über die feineren Textilien zu erfahren.

In dem Buch werden 68 Textilien analysiert, die in der Fishamble Street/John's Lane (datiert 10. und 11. Jhd) und in der High Street (datiert 11. und 12. Jhd) gefunden wurden.

Ich habe mich dafür entschieden, mich mit den 'Kappen' (die englische Bezeichnung cap kann man auch mit Mütze oder Haube übersetzen. Ich denke Kappe passt am ehesten) zu beschäftigen, die in der Fishamble Street gefunden wurden.
Insgesamt wurden 12 Kappen gefunden, 3 aus Seide und 9 aus Wolle.
Alle Kappen wurden nach demselben Muster gefertigt und unterschieden sich nur ein wenig in Länge und Breite.
Einen ähnlichen Fund gibt es auch aus York.

Erinnert ein wenig an eine mittelalterliche Bundhaube

Die Abmessung meiner Kappe



Die meisten Ränder sind mit einem Rollsaum gesäumt gewesen, einige wenige sind umgeschlagen worden. Da meine Rolläume meistens sehr verunglückt aussehen, habe ich mich für den umgeschlagenen Saum entschieden.
Danach habe ich es aufgesetzt und mein Mann hat hinten die Kopfform abgesteckt, die ich dann mit einem einfachen Stich nachgenäht habe. Die Spitze wird nicht abgeschnitten, sondern bleibt dran und wird umgeklappt.
Bei einigen Hauben ist diese Spitze innen, bei einigen außen.
Da die außen getragene Version heutzutage ziemlich seltsam aussieht, habe ich mich für innen entschieden.


Der hintere Teil wurde bei einigen Kappen zusammen genähnt bei einigen offen gelassen. Diese hier ist offen, es wird noch eine geschlossene folgen.
Und weil mehrere Kappen im Fund dunkel rötlich braun war, habe ich sie in rot genäht. Es gibt aber auch dunkel braune und schwarze Kappe. Da rätsel ich noch, wie die Farbe im Original war.
Und so sieht es aus, wenn man die Bändsel im Nacken verknotet. Stellt sich nur die Frage, ob sie wirklich 'alleine' getragen wurden, oder ob dazu noch ein aufwändiges Tuch gehört?
Aus Birka gibt es ja sehr viele Funde, von großen Tüchern, die mit Borten verziert wurden.

Literatur:
Elizabeth Wincott Heckett 'Viking Age Headcoverings from Dublin'
Agnes Geijer, "Birka III - Die Textilfunde aus den Gräbern"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen