Dienstag, 13. Dezember 2016

Kopfbedeckung für eine wikingerzeitliche Ausstattung?

Schon seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einer passenden Kopfbedeckung.

Ich habe zwar lange Haare, aber sie haben einen modernen Schnitt und das kann ich nicht gut verbergen.

Leider gibt es zu Kopfbedeckungen nicht viele Nachweise.



Zwar gibt es in dem Artikel Early medieval textile remains from settlements in the Netherlands einige Kopfbedeckungen, die ich verwenden könnte, aber das ist die falsche Region und was noch viel schwerwiegender ist, es ist von der zeitlichen Einordnung zu früh (meine Ausstattung soll möglichst im 10. Jhd. sein).

Deswegen habe ich bisher auch immer die Finger davon gelassen.

Ein weiterer Ansatzpunkt sind die Birka-Bücher. Es gibt einige Hinweise zu Kopfbedeckung/Schmuck.

Und damit sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema, den Brettchenborten. Denn schaut man nach der Fundlage, dann stellt man fest, dass einige Borten in Kopfhöhe gefunden wurden.

Und zwar in


Grab 569 Kindergrab mit Borte über dem Kopf, es wird als Stirnband bezeichnet...
571 W? Um den Kopf ein schmales Silberband. 

731 W Goldband, das rund um den Kopf einen Kreis mit auf die Schultern herabhängenden geraden Stücken bildet
823 W in der Kopfgegend ein Silberband
844 W Quer über dem Kopf ein Goldband
845 W Silberband liegt auf der Stirn ganz über den Augen
 

943 W auf dem Kopf ein ca. 25 cm langes Band am Rand eines Seidenstückes angenäht 
977 M Borte in Halshöhe evtl. vom Kopf herab gerutscht...


W = weiblich, M = männlich
alle Gräber sind ins 10. Jhd. datiert. 

Für mich sieht das nach zwei verschiedenen Möglichkeiten aus:
Ein Tuch als Kopfbedeckung, das mit Brettchenborten verziert wurde.
Oder eine Vitta, die über die Stirn ging. 


Ob und was daraus entsteht, wird die Zukunft zeigen.



P.S.: Was ich nicht gefunden habe sind Borten, in einer Fundlage, dass man sie als Randverzierungen von Mützen genommen haben könnte, wie man es so oft in der Szene sieht. Dafür suche ich immer noch nach Quellen. Genausowenig gibt es Nachweise für Nadelbindemützen (und nein, die Trierer Mütze des hl. Simeon zählt nicht, sie ist wahrscheinlich koptischen Ursprungs).

Noch mal P.S.: Natürlich gibt es auch noch den Artikel 'Viking Age Headcoverings from Dublin' da habe ich mich aber noch nicht durchgearbeitet...



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