Freitag, 25. Dezember 2015

Shestovica cemetery, Chernigov, Ukraine

Manchmal passiert es einfach:
Frau klickt nichtsahnend auf einen Link, der in der von Jenn Culler als Verweis für eine Rusborte gepostet wurde und sieht dann plötzlich im Archaeological Textiles Newsletter Nr. 47 im Artikel 'New finds of Viking Age textiles in Ukraine and Russia' von Kirill Mikhailov 2 fantastische Bilder von Borten aus dem 10. Jhd.

Der Artikel verrät, dass es sich um ein Männergrab handelt, in dem 2 Borten gefunden wurden. Eine davon besteht aus drei Fragmenten (50, 20 und 10 cm lang) und wird für die Randverzierung eines Mantels gehalten.
Das andere Band ist ein wenig abseits vom Körper gefunden worden - vermutlich war es die Kragen und Ärmelverzierung einer Tunika die Fragmente sind 2,2  4,4 und 2,5 cm lang.

Am erstaunlichsten ist hier das Bild Fig. 2. Tablet-woven band from the grave chamber, Shestovica cemetery, Chernigov, Ukraine (Photo K. Mikhailov).
Es zeigt eine Borte, wo nicht nur die Broschierung, sondern auch das Grundgewebe erkennbar ist. Leider wird nicht erwähnt, ob es sich um die Borte vom Mantel oder von der Tunika handelte.


Mittwoch, 16. Dezember 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Kaum ist das eine Treffen vorbei, schon wird das nächste organisiert. Die Wintersaison muss genutzt werden.

Der nächste Termin ist der 13.02.2016 von 09 - 18.00 h.

Zur Anmeldung geht es hier lang oder man schreibt mir eine Mail an info (at) aisling.biz

Donnerstag, 26. November 2015

Borten aus der Wikingerzeit - die Britischen Inseln

Ich habe bereits in den Einträgen skandinavischen Völkerwanderungszeit und Borten aus der Wikingerzeit - Dänemark und Umgebung erste Zusammenfassungen über zeitlich und räumliche Fundgebiete aufzulisten.

Hier geht es mit den Britischen Inseln weiter. Hier werden auch angelsächsische Funde, die zeitlich passen aufgelistet. 

Samstag, 21. November 2015

Brettchenwebertreffen in Essen Vol. III

Waren auch bei den letzten Treffen schon einige weite Strecken gefahren, um zum Brettchenwebertreffen zu kommen, so war es dieses Mal mit Teilnehmern aus der Schweiz und den Niederlanden richtig international.

Dieses Mal hatten wir im Unperfekthaus einen kleineren Raum und es war richtig gemütlich - auch wenn das Licht nicht optimal war.

Es war wieder richtig prima. Habe mir den Mund fusselig geredet, lauter nette Leute getroffen, viel Spaß gehabt und so gut wie gar nicht gewebt - also war es das übliche.

Nicht zur Routine wird es, dass ich an einem Tag zwei Workshops mache. Das war definitiv zu viel. 

Natürlich habe ich wieder einige Fotos gemacht (und natürlich sind wieder einige nichts geworden...):


Literatur

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Als wenn es nicht schon genug Videos zum Brettchenweben gibt...

....  habe ich jetzt auch mein erstes veröffentlicht.

4 Minuten in denen ich einfach nur broschiere.

Viel Spaß!


Montag, 21. September 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Es ist wieder so weit, am Samstag, 21.11.2015 von 09 - 18 h treffen sich die Webverrückten wieder im Unperfekthaus in Essen


Zur Anmeldung geht es hier lang oder man schreibt mir eine Mail an info (at) aisling.biz



Sonntag, 20. September 2015

Ein Fragment aus Oseberg


Alles begann damit, dass ich an einem regnerischen Sonntagmorgen bei unimus.no  - der norwegischen Archäologie-Seite durch die Bilder von den Oseberg-Funden scrollte.
Schließlich war bekannt, dass dort viele Borten gefunden wurde, aber nur von zweien gibt es gute Abbildungen. 
Als ich auf die folgende Zeichnung von 1904 stieß dachte ich ‚Yes!‘ denn das Band im Vordergrund erinnerte vom Stil her sehr an das Band von Mammen, allerdings wirkte es eher broschiert. Es war jedenfalls wunderschön.

Doch mehr als die Information ‚Tekstil‘ gab die Seite nicht her. Die Bücher, die ich über Oseberg hatte, konnten mir auch nicht weiter helfen.
Wie schon gesagt, es war ein verregneter Sonntagmorgen und da ich Zeit hatte, fing ich an das Muster in Köpertechnik – entsprechend dem Mammenfund -  zu entwickeln und da ich eine passende Kette hatte, war der erste Entwurf schnell gewebt.   


Ausschnitt aus der Anleitung (noch nicht vollständig)


Samstag, 15. August 2015

Mein neuer Gürtel / My new belt

Angefangen hatte ich damit schon länger und von der Entstehung hier berichtet. Vorlage für die Borte ist der Erfurter Schatzfund, der vor 1349 datiert wurde.

Aber da Metallarbeiten nicht so mein Ding sind, habe ich es immer wieder aufgeschoben, bis ich jetzt kurz vor knapp für eine Veranstaltung fertig machen musste.

Montag, 10. August 2015

Das böse A-Wort

Inzwischen nervt es nur noch. Jeder benutzt das Wort ‚authentisch‘ in Bezug auf seine Darstellung (kann wahlweise gerne durch 'nach historischer Vorlage', 'historisch korrekt' oder 'nach Beleg' ersetzt werden, aber der Schwerpunkt dieses Eintrages liegt bei der Definition von 'authentisch'). Dabei hat man bei genau diesen Leuten oft den Eindruck, dass das große 'A' nicht für authentisch, sondern für ambientig steht. Und hinterfragt man diese Darstellung und möchte wissen, was daran denn authentisch sei, dann bekommt man nur Wischiwaschi-Antworten und den Hinweis, dass man doch bitte ‚tolerant‘ sein soll. Ganz schnell hat man dann seine Karte im erweiterten Bullshit-Bingo voll.

Aber was bedeutet jetzt ‚authentisch‘? Laut Duden hat das Wort folgende Bedeutung:
echt; den Tatsachen entsprechend und daher glaubwürdig


Wann entspricht eine historische Darstellung den Tatsachen, wann ist sie echt?

Dienstag, 4. August 2015

Borten aus der Wikingerzeit - Dänemark und Umgebung


Ich schaffe es ja, immer wieder in Diskussionen über historische Borte, Funde, Material und verwendete Technik verwickelt zu werden. Bisher habe ich dann immer in  meinen Büchern geblättert und jeden Fund einzeln rausgesucht. Da ich es mir einfach machen will, werde ich nach und nach Listen nach Fundregion zusammenstellen und hier veröffentlichen.
Nachdem ich vor einiger Zeit eine Aufstellung über brettchengewebte Borten der skandinavischen Völkerwanderungszeit veröffentlicht habe, setzte ich sie jetzt mit wikingerzeitlichen Borten fort.

Die erste Station ist Dänemark und angrenzendes norddeutsches Gebiet.

Gewälzt habe ich die Bücher, die ich in meiner Bücherliste habe und habe einige Quellen aus dem Internet hinzugezogen.

Vollständig ist die Liste noch lange nicht, aber ich denke, dass sie einen ersten Überblick bietet.
Ich freue mich, wenn man mich auf Funde hinweist, die nicht in dieser Liste stehen.

I tend to get involved in discussions of historic tablet woven bands the quality of finds and the used techniques. Up to now I flipped through my books and wrote down the historic finds I needed. But I don’t want to browse it again and again so you will find here lists of historic tablet woven bands culled from my books.
As I already did a list of tablet woven bands of the Scandinavian migration period and in this post I continue with Danish founds of the Viking time.
The list is not complete and you are welcome to point me towards historic founds I don’t have in my found.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Halberstadt - die Umsetzung

Als ich im letzten Jahr die Möglichkeit hatte, im Domschatzmuseum in Halberstadt zu fotografieren, habe ich mich auf die brettchengewebten Borten konzentriert. Über 100 Bilder sind es geworden.

Die meisten habe ich von dem Altartuch (Ende 14. Jahrhundert) gemacht, da man in diesem Tuch über 20 Meter Borte 'verarbeitet' hat.

Es gibt leider nur wenige Bilder von dem ganzen Tuch, im Internet nur in der Deutschen-Digitalen-Bibliothek.
Aber keins kann man zur Rekonstruktion der Borte heranziehen. Nachdem mir das Museum die Gelegenheit gegeben hatte, eigene Bilder zu machen, hatte ich hochauflösende Fotos, wo ich die einzelnen Fäden zählen konnte.

Ursprünglich wird das Band wohl mit Goldlahn broschiert gewesen sein, denn es gibt immer noch einige Stellen, die glitzern. Aber viel ist nicht mehr zu erkennen, da das Altartuch in den letzten Jahrhunderten intensiv genutzt wurde und die Borte sehr gelitten hat.

Sonntag, 19. Juli 2015

Brettchengewebte Gürtel wie 'a' sind die?

Nachdem in den letzten Tagen immer wieder das Thema 'Funde von brettchengewebten Gürteln'  aufkam, habe ich den verregneten Vormittag damit verbracht, einmal meine Bücher zu wälzen und zu schauen, welche Brettchengewebe eindeutig als Gürtel verwendet wurden.

Um es kurz zu machen: Es gibt wenige erhaltene Funde. Ende des 14. und im 15. Jahrhundert gibt es dann wesentlich größere Anzahl von brettchengewebten Gürteln.

Gewälzt habe ich die Bücher, die ich in meiner Bücherliste habe und habe einige  Quellen aus dem Internet hinzugezogen. Zeitlicher Rahmen: Alles bis Ende des 15. Jahrhunderts.

Komplett ist sie noch lange nicht und ich freue mich über Ergänzungen.



Sonntag, 5. Juli 2015

Einige wenige Textilien in Peru - Teil 3

Auf den Weg von Puno nach Cusco gab es mehrere touristische Stopps. Und jedes Mal sahen wir Frauen in ihren Trachten, die von Ort zu Ort unterschiedlich waren.

Und dann war es soweit: Mein Mann traf eine Frau die richtige Wolle versponn. Leider hatte sein eigener Spinnstab in den letzten Tagen sehr unter den Transport gelitten, dass er nicht zeigen konnte was er wollte - und mit der Verständigung haperte es ein wenig... aber für wenig Geld konnte er ein Foto von ihr machen.

Einige Münzen helfen oft weiter, um Bilder von Dingen machen zu können - solange man kein Blitzlicht benutzt. Blitzlicht ist oft ein 'No Go' und wenn die Leute vorher freundlich waren, so sind sie dann angefressen.
Es ist schon ein seltsames Gefühl dort als 'reicher' Ausländer angesehen zu werden und noch seltsamer ist, dass Menschen davon leben, dass man Fotos von ihnen macht.
Solange es Erwachsene sind, habe ich kein Problem, ein oder zwei Soles in ein gutes Foto zu investieren, aber Kinder habe ich nicht gegen Geld fotografiert, denn die gehören in die Schule. 



Freitag, 3. Juli 2015

Einige wenige Textilien in Peru - Teil 2

Zwei Tage später fing der wirklich spannende Teil der Reise an: Wir flogen von Lima nach Puno. Der Ort liegt auf über 3.810 Höhe am Rand des Titicacasee.
Viel zu oft war ich aufgrund der Höhe außer Puste, aber oft genug gab es so tolle Dinge zu sehen, dass mir einfach der Atem weg blieb.

Am ersten Tag in Puno ließen wir es ruhig angehen und. Aber die ganzen Andenkenläden waren einfach nicht zu übersehen.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Einige wenige Textilien in Peru - Teil 1


Normalerweise verbringe ich irgendwo in Europa meinen Urlaub und und dann ist es recht einfach sich einen Programmpunkt rauszusuchen, wo ich im textilen/brettchenweben Bereich etwas besonderes sehe.
Letztes Jahr war es das Museum in Halberstadt, wo ich die brettchengewebten Borten fotografieren konnte.

Dieses Jahr hatten wir ein wesentlich exotischeres Ziel: Peru. Eine Freundin arbeitet dort für mehrere Monate und hat uns eingeladen, sie zu besuchen. Da konnten wir nicht nein sagen.
Aus Südamerika kenne ich eine Webtechnik, das ‚Andean Pebble Weave‘, was sich eins zu eins als Zweiloch-Gewebe im Brettchenweben umsetzen lässt.
Entsprechend hatte ich mich ein wenig umgeschaut und entschieden, in Cusco das ‚Centro Textil‘ zu besuchen, um im Urlaub einen textilen Höhepunkt zu haben.

Es kam aber alles ganz anders.


Montag, 25. Mai 2015

Das broschierte Band aus Dublin

Als ich 2013 das Band webte, hatte ich als Vorlage nur den Artikel 'Silk Braids and Textiles of the Viking Age from Dublin' von Frances Pritchard.

Dort gab es auch eine Skizze des Fundes aber die Beschriftung war nicht ausreichend um zu erkennen, ob nun die Broschierung oder der Untergrund gekennzeichnet war oder ob es nur die 'Ein- und Austrittspunkte' der Broschierung waren.

Ich hatte mich dafür entschieden, das Muster noch einmal neu zu schreiben. Statt 17 Musterbrettchen hatte ich mit 16 Musterbrettchen gearbeitet.

Bei der Textilkonferenz in London im Oktober 2014 hatte ich die Möglichkeit Frances Pritchard zu fragen, aber ihre Antwort hatte mich mehr verwirrt, als das sie mir weiter geholfen hätte.

Bis dann im Winter 2014/2015 dieses Bild bei Pinterest auftauchte:


Sonntag, 24. Mai 2015

Der Flachsmarkt in Krefeld Linn

ist immer wieder ein Besuch wert.

Besonders für Brettchenweber, weil man dort einiges kaufen kann, was man normalerweise nicht einfach so beziehen kann.

Dieses Jahr war ich sehr gespannt, denn Claudia Wollny hatte angekündigt, mit ihrem neuen Buch 'Die fabelhafte Welt der brettchengewebten Stola und Manipel zu St. Donat, Arlon' vor Ort zu sein.
Die beste Gelegenheit, sich das Buch einmal anzuschauen, bevor man 39,90 Euro investiert.

So war ich Samstag morgen um 10.00 h auf dem Markt und mein erstes Ziel war der Stand, von Birgit Höffmann, wo sie und Otfried Staudigel als Gäste waren.  Dort war schon viel los und ich hatte die Möglichkeit, ausgiebig durch das Buch zu blättern und mit der Autorin zu sprechen, bevor ich das Buch kaufte.

Auch wenn ich im Momtent nicht plane, die Motive zu weben (danke, ich habe schon ein über 100 Brettchen-Projekt, ich benötige kein weiteres) so ist dieses Buch doch so wunderbar aufgebaut und gestaltet, dass bei mir nur der 'haben will' Instinkt einsetzte.

Man hat hier nicht die Anleitung für alle 29 Motive, nein, hier werden detailliert bei jedem einzelnen  Motiv Original und Rekonstruktion miteinander verglichen und man sieht, dass es nur dann Abweichungen gibt, wenn der Weber damals einen Fehler gemacht hat...

Das Buch wanderte ganz schnell in meinen Rucksack, genau wie 200 neue Brettchen von Otfried Staudigel - vielleicht werde ich das Band doch aufziehen: einige der Motive sind sehr verführerisch.

Leider habe ich vergessen, mir das Buch signieren zu lassen. Aber dazu treffe ich sie vielleicht in der nächsten Zeit wieder.

Dienstag, 5. Mai 2015

Musterentwicklung - pattern developement

Neben dem Weben von Borten, liebe ich es, Webanleitungen zu entwickeln oder anhand von historischen Vorlagen die alten Muster zu rekonstruieren.
Da das oft viel schneller geht, als das Weben der Borten an sich, habe ich in den letzten Jahren genug Muster entworfen, dass ich mir für den Rest meines Lebens keine Sorge mehr für die Musterauswahl machen muss...


... da ich aber nicht vor habe, keine weiteren Muster zu entwickeln, liegt bei mir so einiges 'auf Halde'. Einige, die ich 'Just for fun' geschrieben habe, habe ich inzwischen auf meiner Seite veröffentlicht und freue mich, wenn jemand anders sie webt.

Die meisten Muster sind ordentlich beschriftet, aber bei einigen rätsel ich, was mich damals inspiriert hat.

Bei dem hier habe ich keine Probleme mit der Zuordnung - Hochdorf verschiedene Motive neu arrangiert, Technik: 3-farbiges Köper
Das Aufwändigste an diesem Muster sind die ganzen kleinen x und y. Das sind die Drehrichtungen.



This one is a variation of all the finds of Hochdorf new arranged – but I still haven’t found the time for weaving it. Technique: 3 colored 3/1 broken twill.
The 'x' and the 'y' in the pattern had been most time consuming as it indicates the turning direction of the tablets.

Freitag, 24. April 2015

Das Grab des Keltenfürsten von Hochdorf

in den Jahren 1978 und 1979 wurde dieses sog. Fürstengrab aus der späten Hallstattzeit (ca. 550 v. Chr.) ausgegraben.

Neben vielen Metallgegenständen gab es auch organische Reste, die in großer Zahl konserviert worden waren.

Ich beschäftige mich schon ziemlich lange damit, weil zu den organischen Resten auch einige Brettchenborten gezählt werden, die für mich in ihrer Pracht und Komplexität einzigartig sind.

Kleine Bortenauswahl

Montag, 20. April 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Am Wochenende war es mal wieder so weit: Im Unperfekthaus in Essen trafen wir uns zum gemeinsamen Klönen, Gucken und natürlich zum Brettchenweben.

Wir hatten Glück und konnten - obwohl wir nur etwa 20 Personen waren - mit dem Wintergarten wieder einmal den schönsten und einen der größten Räume nutzen.

Ich habe mit 'Wie man mit Karopapier und Bleistift ein Muster in Köpertechnik entwickelt' einen kleinen Kurs gegeben und einige Köpfe zum Rauchen gebracht.

Es gab trotzdem keinen Feueralarm und es war ein sehr entspannter, kreativer Tag, den ich sehr genossen habe.

Freitag, 3. April 2015

Umfangreiches Update auf meiner Homepage

Nachdem mich das Internet in den letzten Tagen im Stich gelassen hatte, habe ich den ruhigen Vormittag genutzt, um einiges auf meiner Homepage zu aktualisieren:

Neu bei den Buchrezensionen:

Lea Lauxen, Brettchenweben

Ralph Issacs, Sazigyo - Woven Miniatures of Buddhist Art

Neues Band im historischen Bereich:
 

Überarbeitete Artikel im historischen Bereich:


  
Neue Musteranleitungen:






Sonntag, 22. März 2015

Brettchenwebertreffen in Viersen

Schon seit einigen Jahren ist es Tradition, dass immer im März in Wegberg-Dalheim ein Brettchenwebertreffen stattfindet, aber da das Waldheim wg. dringendem Renovierungsbedarf geschlossen wurde, mussten wir ausweichen.
Die Organisatorin, Menja, hat stattdessen in Viersen ein Selbstversorgerhaus aufgetan, in dem wir unterschlüpfen konnten.
Gut, die Aufenthaltsräume kamen nicht ganz an Dalheim ran, aber die Küche und die Zimmer waren um Klassen besser. Und wenn auch noch das Wetter mitgespielt hätte, dann hätten wir das Außengelände nutzen können.

Aber bei dem Wetter, waren wir bis auf wenige Ausnahmen drinnen und haben viel gewebt, gequasselt, gelacht und ich habe trotzt einer dicken Erkältung eine schöne Zeit gehabt.

Dienstag, 24. Februar 2015

Historisches Brettchenweben in Köpertechnik

Dass mich die ganzen historischen Borten faszinieren, ist ja kein Geheimnis. Weil ich aber auch verstehen will, wie man es damals geschafft hat, so komplexe Muster ohne Karopapier zu weben, suche ich immer nach einem Weg, nur mit Skizzen und ohne komplizierte Anleitungen zu weben.

Bei der Zweilochtechnik klappt das wunderbar, doch Köper war für mich eine Technik, die nicht ohne aufwändiges Mustererstellen auf Karopapier (ok, inzwischen arbeite ich mit Excel-Tabellen) funktionierte. Aber es konnte doch nicht sein, dass man immer so aufwändig die Muster vorarbeiten musste.
Wenn man bedenkt, dass alleine die große Borte aus Hochdorf mit mindestens 115 Brettchen gewebt wurde, dann musste es einen anderen Weg geben. Aber ich fand keinen.

Bis ich vor nicht allzulanger Zeit in der Brettchenweber-Gruppe bei Facebook daran erinnert wurde, dass es von Ottfried Staudigel eine sogenannte Zwei-Pack-Methode gibt, bei der man mit wenig Aufwand eine einfarbige Borte in Köperstruktur webt.

Sie ist auch bei Steinmaus erklärt und das Resultat sieht etwa so aus:


Ich hatte das Glück, dass ich vor vielen Jahren einen Kursus bei Herrn Staudigel belegt hatte, wo er uns dies beigebracht hatte. Nicht nur das: Er hatte uns animiert, die Brettchen zu klappen, um damit einfache Muster selbst zu entwickeln und zu weben.
Mein Versuch von damals sieht nicht prickelnd aus, zeigt aber, dass es geht:


Mit Pappkarten macht mir persönlich das Klappen keine Freunde und ich bin bis heute kein Fan davon, dies zu tun.

Deswegen habe ich die Erinnerung an diese Technik verdrängt. Aber es ist DIE Methode, um Borten zu weben, bei denen man nur beim Wechsel der Farben die Brettchen klappt. Den Drehrhythmus brauch man dafür nicht zu verändern und man kommt mit einer Skizze aus, um das Muster zu weben.

Allerdings glaube ich nicht, dass alle Köpermuster so gewebt wurden. Muster mit vielen Farbwecheln wie die Borten aus Hallstatt, Mammen, Kirkkomäki oder Humikkala wurden wahrscheinlich in der heute üblichen Technik gewebt, weil man dort recht wenige einfarbige Strecken hat. Aber Borten wie Evobo oder Hochdorf sind wahrscheinlich in dieser Technik gewebt worden.

Literatur:
Ottfried Staudigel, 'Der Zauber des Brettchenwebens, 2000

Montag, 23. Februar 2015

Sazigyo - Woven Miniatures of Buddhist Art





Normalerweise bin ich nicht der Typ, der stundenlang über ein Buch sabbert und zum mäßig interessierten Göttergatten sagt: "Schatz, guck dir das an! Oh, schau nur hier!" und der wieder in seiner typischen Art antwortet: "Ja, das sind Borten." Doch das Buch hier zeigt so wunderschöne Borten, und erklärt den Hintergrund zu den Symbolen verständlich, dass ich einfach nur schwer begeistert bin.

Dabei sind Baumwollborten aus Burma mit orientalischen Motiven eigentlich nicht mein 'Beuteschema' aber das Buch zeigt einfach sehr viele tolle Borten in ganz vielen Bildern (besonders bei den Motiven Bild von 'Original' und der Umsetzung als Borte) und das was ich vom Text gelesen habe ist bisher sehr fundiert (Wenn man ein Buch Peter Collingwood widmet, dann hat es das auch zu sein).

Hier das Inhaltsvezeichnis, das schon sehr viel aussagt:

Part I The Sazigyo in Context
                    1 Snared by Sazigyo on the Shwedagon Steps
                    2 Buddhism, Monks, and Monasteries in Burma
                    3 From Palm Tree to Palm-Leaf Manuscript
                    4 Donation as a Way of Life
Part II The Sazigyo as Tablet-Woven Textile Band
                    5 A Brief History of Tablet Weaving
                    6 The Craft, Its Tools, and Techniques
                    7 Damage and Repaiers to Sazigyo
Part II The Sazigyo as Woven Text
                    8 Text Lettering: The Look of the Script Band
                    9 Sewn Corrections to the Woven Text
                  10 The Woven Word: Text Messages
                  11 Selected Sazigyo Texts in English Translation
Part IV Pattern and Picture Woven Motifs and Images
                  12 Geometric Motifs as Pattern and Symbol
                  13 The Miniature Woven Images and Their Symbolism
Part V the Structure of Sazigyo
                  14 The Brighton Museum Collection of Sazigyo
                  15 Explanation of Tablet-Weaving Techniques
                  16 Summary of Techniques Used bySazigyo Weavers
                  17 Sample Analysis of a Sazigyo

Ich habe für das Buch bei Amazon 78,00 Euro bezahlt, aber das scheint ein Tagespreis zu sein. Stand heute (23.02.15) kostet es 94,00 Euro und hat dann auch bei mir die Schmerzgrenze überschritten.

Ja, es ist viel Geld und ja, wenn man sich nicht für buddhistische Motive interessiert, dann braucht man es nicht zu kaufen.
Aber ich finde, dass dieses Buch auf ganz vielen farbigen Seiten, wunderschöne Borten zeigt und ich werde noch einige Stunden damit verbringen, alles in mich aufzusaugen.
 
       

Unterwegs im März

Ich habe zwei spannende Veranstaltungen im Terminkalender:

Wer noch kurzfristig Lust auf ein wirklich schönes und gemütliches Webertreffen hat, der kann sich noch für ein Webertreffen für das Wochenende 20. - 22. März in 40 Viersen anmelden.
Es ist ein neues, recht modernes Selbstversorgerhaus und neben dem gemeinsamen Klönen und Weben wird es auch den einen oder anderen Workshop geben.
Ich dachte, ich mache etwas mit 'Musterentwicklung Köper' klassisch mit Papier und Bleistift.
Kosten pro Person: 88,00 Euro
Wer noch Lust hat, kann sich hier anmelden: Facebook-Seite



Am 29. März bin ich in Hannover im Landesmuseum und werde im Rahmen der Ausstellung HighTechRömer zusammen mit der Cohors Prima Germanorum das Brettchenweben als Handwerk über alle Jahrtausende vorstellen und vermitteln, dass es eine Germanische Handarbeit war.
Mein Part wird sein, die Techniken vor den Römern und nach den Römern vorzustellen.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Ein brettchengewebtes Band aus Ladoga/Russland

С. И. КОЧКУРКИНА, О. В. ОРФИНСКАЯ. ПРИЛАДОЖСКАЯ КУРГАННАЯ КУЛЬТУРА: ТЕХНОЛОГИЧЕСКОЕ ИССЛЕДОВАНИЕ ТЕКСТИЛЯ.
  http://tinyurl.com/mxn9sqq


In der Brettchenwebengruppe hatte ich ursprünglich eine Diskussion zu diesem Band und der Rekonstruktion angefangen, weil ich überhaupt nicht mit der Auswertung einverstanden bin. Ich habe jetzt meine Gedanken hierhin übernommen, um es etwas 'beständiger' zu machen.

Es handelt sich um ein Bortenfragment aus dem 10. - 12. Jhd. aus Ladoga/Russland. Die Stadt wurde von den Wikingern gegründet.
Das Buch findet man auf Academia, eine Zusammenfassung auch (Da es sich um ein russisches Buch handelt, bin ich auf 'Bildchengucken' beschränkt, aber die Zusammenfassung hat wenigstens einige englische Zeilen)
Auf der ersten Seite des Buches siehst man ein nachgewebtes Band, das wohl die Rekonstruktion dieses Fragmentes darstellt. Es handelt sich um ein "schnurbindiges Einzugsmuster mit festem Drehrhythmus" 9v9z. Ich glaube nicht, dass die Rekonstruktion passt.

It's about a 10th to 12th century find in LadogaRussia.
The origin of the town is Viking.
You can find the book on Academia, an abstracta also (as it is russian, I can't read a word but I think that the pictures are obvious.

If you click the link you see the fragment of a tablet woven band and a 'reconstruction' of it. If you click further you will find the hole book on academia. On the first page you see a reconstruction of this band.
It's a rather simple pattern - 9v9b. I don't think that it fits



Sonntag, 25. Januar 2015

Dumm gelaufen....

Vor einiger Zeit war ich beim Handweavers Studio in London und habe mir diverse Sorten Wolle zugelegt.

Neben einer wunderbaren 'naturally-dyed worsted wool 18/2' auch eine 20/2 Merino-Wool, die wunderschöne Farben hatte und vernünftig gezwirnt schien.

Mit ersteren habe ich die schmale Oseberg-Borte gewebt und bin wunderbar damit klar gekommen.

Heute hatte ich mir ein einfaches kleines Muster erstellt (Gerüchten zufolge handelt es sich bei der Vorlage, die mich angelächelt hatte, um eine Rekonstruktion von Kaarina burial site grave 40 - aber das glaube ich erst, wenn ich das Original gesehen habe) und hatte mir drei Farben rausgesucht, um es zu weben.

Aufketten und anweben funktionierten auch wunderbar, aber schon nach kurzer Zeit wurde das Garn länger und länger und länger.
Ich hatte es mit Holzbrettchen aufgekettet, aber da es die leichten von Jens sind, sollte das Gewicht kein Problem sein.

Ich habe schon so manch ein anspruchsvolles Garn verarbeitet, aber ich hatte noch nie das Problem, dass alle Fäden gleichzeitig zickten. Hier hatte ich es.

So kam wie es kommen musste, und nach ca. 20 cm rissen 15 Fäden gleichzeitig und Besserung war nicht in Sicht. Ich bin zwar vieles, aber nicht so masochistisch veranlagt, dass ich mich da durchkämpfe, habe die Notbremse gezogen und kurzentschlossen die Borte abgeschnitten.


Inzwischen weiß ich, was das Problem war: Mangelnde Materialkenntnis.
Merinowolle ist zwar eine wunderschöne, flauschige Wolle, die hat aber meist kurzstapelige Wolle mit viel Crimp (Kräuselung)! Das bringt die Flauschigkeit in das Garn, hat aber den Nachteil, dass durch die kurze Faserlänge eigentlich sehr viel Drall vonnöten wäre.
Aber die Wolle, die ich gekauft hatte, hat nur 'normalen' Drall.

Schmeiße ich das Garn jetzt weg? Nein, ich werde es auch weiter als Kettfaden verwenden, ABER niemals mehr nur Merinowolle, sondern immer in Kombination mit anderer Wolle, so dass diese die Längung auffangen kann.

Das Muster werde ich demnächst noch einmal weben.

Montag, 19. Januar 2015

Brettchenwebertreffen in Essen

Es ist wieder so weit, am Sonntag 19. April von  09 - 18 h treffen sich die Webverrückten wieder im Unperfekthaus in Essen

Zur Anmeldung geht es hier lang oder man schreibt mir eine Mail an info (at) aisling.biz


Wir brauchen keine Raummiete zu bezahlen, aber das Getränke- und Speiseangebot muss genutzt werden. Es gibt eine Flatrate für nichtalkoholische Getränke incl. Kaffee, die am Tag 10,90 E, bzw. für 5 Stunden 6,90 E kostet
Das Restaurant ist gut und preiswert (Allergiker brauchen es nicht zu nutzen) http://www.unperfekthaus.de/restaurant/
Ich habe für uns den Raum 404 (http://www.unperfekthaus.de/angebote/404/) reserviert, der für ca. 20-30 handarbeiteten Personen Platz bietet.
Was machen wir:
Weben, Bücher blättern, anderen über die Schulter schauen oder einfach nur Kaffee trinken und über das Hobby erzählen.. Kurz einen entspannten, kreativen Tag erleben.


Edit: Bitte kommt in Kleidung des 20./21. Jhd. Es ist ein Handarbeitstreffen und keine 'Mittelalterveranstaltung'. 

Sonntag, 18. Januar 2015

Der jüdische Schatz von Erfurt

1998 wurde in Erfurt durch Zufall ein großer Schatz entdeckt, der unter der Mauer eines Kellergewölbes vergraben war.
Der ursprüngliche Besitzer aller dieser Schätze war höchstwahrscheinlich der jüdische Geldverleiher und Bankier Kalman von Wiehe, der seine Wertsachen während des Pestpogroms im Jahr 1349 aus Angst vor Raub und Plünderung versteckte. Er überlebte die gewalttätige Verfolgung, die am 21. März in Erfurt durchgeführt wurde, nicht.

Der Schatz ist insgesamt 28 kg schwer und neben vielen Metallgegenständen wurden auch einige textile Fragmente geborgen.

Grit Zimmermann hat diese analysiert und mit dem Bericht 'Die textilen Reste an den Goldschmiedearbeiten des Erfurter Schatzfundes' 2010 in dem Buch 'die mittelalterliche jüdische Kultur in Erfurt Band 2 Der Schatzfund' veröffentlicht.

Wenn sich nicht die meisten der textilen Resten an den Gürtelendbeschlägen und Gürtelapplikation befunden hätten, wäre es ein netter, aber nicht herausragender Artikel. doch es handelt sich hier um brettchengewebte Gürtel aus Seide, die als 'Trägermaterial' für die aufwändigen und kostbaren Gürtel dienten.