Sonntag, 30. März 2014

'Reconstructed tablet woven bands from Vestfold'

 'Reconstructed tablet woven bands from Vestfold'  von Else-Margrethe Huse ist ein Buch, dass ich
 niemals empfehlen würde, denn ihre 'Rekonstruktion' ist sehr weit von dem Ursprung entfernt. In einem Fall hat sie ein komplett anderes Muster entwickelt.
Ich spreche von dem Band von Vestrum/Norwegen aus dem vierten Jahrhundert.
Dazu gab es eine interessante Diskussion in der Facebook Gruppe 'Historic Tablet Weaving', die unglücklicherweise gelöscht wurde.
Deswegen zeige ich die Entwicklung hier:

'Reconstructed tablet woven bands from Vestfold'  by Else-Margrethe Huse is a book I would never recommend as the 'reconstructions' of the historic bands are very far away from the origen. In one case she did a total different pattern.
I'm speaking about the band from Vestrum/Norway 4th century.
Well, there had beenn a long and good discussion in the Facebook-Group 'Historic Tablet Weaving' which unfortunately had been deleted.
So I will show it here:

Samstag, 29. März 2014

Die Verwendung von Hakenkreuzen bei historischen Brettchenwebereien in der Bundesrepublik Deutschland

Auch wenn viele Hakenkreuze als Swastiken, Sonnenräder oder ähnliches bezeichnen, so ändert es nichts daran, dass es im rechtlichen Sinne Hakenkreuze sind. Und die Verwendung (besser gesagt die Nicht-Verwendung) derer ist in der Bundesrepublik Deutschland ganz genau durch Gesetze geregelt.

In diesem Fall ist es der §86 des Strafgesetzbuch.
Den kompletten Text kann man hier nachlesen: http://dejure.org/gesetze/StGB/86.html

Verbotene Zeichen im Sinne dieses Gesetzes kann man hier finden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verwenden_von_Kennzeichen_verfassungswidriger_Organisationen
Dazu gehören auch 'zum verwechseln ähnliche Kennzeichen'
Ich zitiere den Link: 'Nach der ständigen Rechtsprechung bedeutet „zum Verwechseln ähnlich“, dass ein „nicht besonders sachkundiger und nicht genau prüfender“ Betrachter die typischen Merkmale eines Originalsymbols erkennt. Dabei ist unerheblich, ob das fragliche Symbol bekannt oder unbekannt ist.'
Darum zieht auch das Argument 'eine Swastika ist etwas ganz anderes', nicht.

Mittwoch, 26. März 2014

Einige Informationen zum historischen Widderhorn


Man kann es einfach nicht oft genug sagen:

Obwohl das Motiv des Widderhorns in ähnlicher Form vielfach auf Malereien (der Griechen und Römer) zu sehen ist, ist es weder in der Eisenzeit, noch bei den Wikingern, noch im hochmittelalter im textilen Bereich verwendet worden. Es ist ein Motiv aus dem vorderen Orient des 19ten Jahrhunderts, dort wurden die brettchengewebten Bänder gefunden.

Man kann bei Peter Collingwood 'The Technique of Tablet weaving' folgende Information dazu neben einer Abbildung auf Seite 113 finden:
'Diagonal colour stripes: Kivrim motif from Anatolian bands'
Otfried Staudigel beschreibt ein ähnliches Band als 'Laufender Hund' auf Seite 227 '... und hellen Partien eine mäandernde Wellenlinie, die auch auf Brettchengeweben in verschiedenen Balkanländern und in der Türkei auftacht und 'Laufender Hund' genannt wird.'
Candace Crockett schreibt in ihrem Buch 'Weben mit Brettchen (Ausgabe 1994) auf Seite 79 zu einem Bild vom Widderhorn 'Das Band links ist ein komplizierteres türkisches Band... '

Wenn man den 'Laufenden Hund' oder das 'Widderhorn' mit den Funden der Wikingerzeit aus  Humikkakala, Kekomäki Kaukola, Mammen, Birka, Kostrup, Hvilehoj, etc.vergleicht, dann sieht man, dass die Bildsprache unterschiedlich ist und das Muster nicht passt.

Auch ich habe früher so manch ein Widderhorn gewebt, weil es keine 'effe' Schnurbindung ist und weil ich dachte, dass es es ein historisches Muster ist. Als ich dann erfahren habe, aus welcher Zeit es ist, habe ich sehr gestaunt.


Even if the motiv of the Rams Horn can be found in similary form on historic paintings (of the Greecs and the Romans) the motiv hadn't been used as tablet woven band in the Iron Age, from the vikings or in the mediveal time. It is a motive of the middle east from the 19th century, where the first bands had been found.

You can find the Rams horn in Peter Collingwood 'The Technique of Tablet Weaving (THE BIBLE) on page 113. Description: Diagonal colour stripes: Kivrim motif from Anatolian bands
Otfried Staudigel describes a similar band as 'Runing Dog' on page 227 '... also occurs on tabletwoven bands from the Balkans and Turkey.
As I have the book Card Weaving by Candace Crockett I can only translate the description of the band on page 79 'the band left is a more complicated Turkish band...'

If you compare this pattern to the historic founds of the Vikings like Humikkakala, Kekomäki Kaukola, Mammen, Birka, Kostrup, Hvilehoj, etc.than you will see how different the style of the rams horn is to the original tablet woven bands of this time.

I'd also woven my faire share of 'Rams horns' - before I knew better I also used it as Viking/Celtic pattern.

But now I use it for something like this:

Sonntag, 23. März 2014

Die Türkische Cammer in Dresden

Zusammen mit Freunden hatte ich am Wochenende bei einer Kurzvisite in Dresden einen Abstecher in das Dresdner Residenzschloss gemacht und die Gelegenheit genutzt, die Türckische Cammer zu besichtigen.

Da die Sachsener Kurfürsten zu den 'Jägern und Sammlern' gehören und alles über den fernen Osten zusammen getragen haben, was ihnen unter den Fingern kam, ist die Ausstellung groß.

Ok, meistens orientalische Waffen und Rüstungen, aber auch ein Dreimastzelt, Pferdegeschirr, und einige wenige Textilien gibt es. Aber das hat es in sich.

Ich habe es sehr bedauert, dass ich dort nicht fotografieren durfte, denn in der Ausstellung habe ich mindestens Dutzend Borten gesehen, von denen mehrere wahrscheinlich brettchengewebt sind.
Getrennt durch eine Glasscheibe kam ich nicht nah genug ran, um das zu erkennen und der Ausstellungskatalog ist so waffenlastig, dass es nix zu den Textilien gibt.

Etwas das ich sehr bedauere, denn einige Muster waren sehr spannend und ich hätte mich gerne später intensiver mit Details beschäftigt.

Bilder gibt es dieses Mal deswegen nicht. 


Dienstag, 18. März 2014

Fertig!

Mehr Infos und Detailbilder gibt es hier.

Sonntag, 16. März 2014

Fast fertig

Viel Platz habe ich nicht mehr auf der Kette.

Neben unzähligen Fischen, Fröschen, Eidechsen, Vögeln und anderem Getier habe ich die Tardis, das Stargate Symbol für die Erde und jetzt das Logo von Torchwood gewebt.

Ich hab noch nie so viele verschiedene Muster auf eine Kette gequetscht und es macht mir unheimlichen Spaß.

Leider hat meine Kette nur 46 Musterbrettchen, wo ich für das Torchwood-Logo eigentlich 54 benötigen würde. und dass das Motiv ein wenig langgezogen ist, überzeugt mich auch nicht. Aber da man es immer noch erkennen kann, passt es!

So sieht die Kette auf dem Webstuhl aus und im Moment gefällt mir die rot dominierte Rückseite viel besser als die helle Vorderseite.
Da ich es als Deko für den Esszimmertisch verwenden will, kann ich beide Seiten verwenden!


Samstag, 8. März 2014

Brettchenwebertreffen 2014 in Wegberg-Dalheim

Leider konnte ich nur an einem Tag zum Webertreffen, aber der hatte es in sich.

Ich habe noch nie so viele wunderschöne Borten an einem Ort gesehen.

gewebt von Irene Lyng

Es folgt eine Auswahl meiner schönsten Bilder. Einige Bilder sind nichts geworden, ich hoffe, dass andere Weber noch Bilder einstellen werden.

Samstag, 1. März 2014

Die Altartuchborte von Halberstadt

Die Altartuchborte von Halberstadt ist eine Borte, die mich nicht los lässt.

Ich kenne sie schon ewig. Es war eins der ersten 'aufwändigeren' Schnurbindungsmuster das ich gewebt hatte. 
Damals wusste ich nicht, dass das Original überbroschiert war und ich sozusagen zu den Hintergrund gewebt hatte.

Heute weiß ich immer noch nicht viel über das Band, dabei habe ich es mir schon live und in Farbe in Halberstadt ansehen können.
Doch im Domschatz ist das Fotografieren verboten und in den Publikationen gibt es von allem Bilder, nur nicht Details von dieser Borte. 
Selbst im Anhang von Nancy Spies Buch 'Ecclesiastical Pomp and Aristrocratic Circumstance' habe ich nichts dazu gefunden. 

In der Deutschen Digitalen Bibliothek gibt es einige Bilder zu der Altardecke, aber der Schwerpunkt sind die Stickereien, nicht die brettchengewebte Borte.


 Rekonstrukion  eines kleinen Teils der broschierten Borte - ich habe es schon in verschiedenen Versionen gewebt.