Mittwoch, 24. Dezember 2014

'Migration Period tablet woven bands' aus Skandinavien



Ich habe mir erlaubt, mich durch das Buch 'The Högom Find and Other Migration Period Textiles and Costumes in Scandinavia' von Magareta Nockert zu arbeiten und einmal die brettchengewebten Borten, die sie in den Beschreibungen der verschiedenen Gräber erwähnt, aufzulisten.

Diese Gräber beziehen sich auf ‚Migration Period’ in Skandinavien und werden zwischen 480 und 610 n. Chr. datiert.

Von vielen Bändern sind leider nur noch Fragmente erhalten, die nicht immer einen Rückschluss auf die ursprüngliche Breite, das Material und evtl. auf die Brettchenanzahl zulassen. In den wenigsten Fällen ist es möglich, ein Muster zu rekonstruieren, weil die Fundstücke einfach zu kurz sind.
Sie wurden - soweit nicht anders angegeben - aus Wolle gewebt (2-Fädig-gesponnen)

Die meisten Fragmente sind im Zusammenhang mit Metallteilen (meistens Knopfähnlich) gefunden worden.





Schweden:

Hogum

Textil-Fragment II
3,5 – 3,6 cm breit, ca. 60 Brettchen  
Textil- Fragment III
4 cm breit, ca. 60 Brettchen
2 Brettchen breit, Abschlusskannte eines Stoffes.
Textil-Fragment IV
Borte nicht in ganzer Breite vorhanden sind 3,3 cm mindestens 67 Brettchen
Textil-Fragment VI
auch ein brettchengewebtes Band 6 cm breit als Abschuss eines Armes am Handgelenk.

Skyttberg, Timra, Medepad

Unvollständiges Band, vorhanden 2,3 cm, Pferdehaar, ca. 50 Brettchen

Salby, Toresund, Sörmland

1,8 cm 28 Brettchen,

Danmarksby, Danmark, Uppland (Gräberfeld 8 Gräber mit Textilfunden)

6 cm, ca. 50 Brettchen, zu wenig vorhanden, um ein Muster zu erkennen
Unvollständiges Band, 2 cm vorhanden
Unvollständiges Band, 1,3 cm vorhanden, ca. 1,6 cm tatsächliche Breite, ca. 20 Brettchen
Unvollständiges Band, 0,9 cm vorhanden, diese mit 13 Brettchen gewebt
Unvollständiges Band, 1,8 cm vorhanden

Norwegen

Dosen, Os, Hordaland

6 cm, nicht genug erhalten, um Brettchenanzahl oder Muster zu bestimmen
4 cm, Muster scheint Ähnlichkeit mit Snartemo V zu haben, aber zu schlechter Zustand, um ein Muster zu rekonstruieren oder die Brettchenanzahl zu bestimmen

Veiem, Grong, Nord-Trondelag

Mehrere Fragmente von Bänder erhalten, u.a.
(F149)   7,7 cm breit und mit 84 – 87 Brettchen gewebt (Pferdehaar)
(F39)   6,3 cm breit, 71 Brettchen
(F40)   7,3 cm breit,
(F50)   7,2 cm breit,
4,6 cm Musterteil 60 Brettchen
weitere Fragmente sind erhalten, keins breiter als 4,8 cm
Wahrscheinlich gehören F50, F40 und F149 zu ein und demselben Band

Evebo/Eide

39 od. 40 Brettchen, 2,4 cm breit „Tiermuster“
40 Brettchen, 2,7 cm breit
50 Brettchen, 3,3 cm (weft-wrapped patterning in horsehair)
76 Brettcehn, 3,7 cm

Ugulen, Luster, Sogn & Fjordane

Mind. 70 Brettchen, ca. 7cm breit (Pferdehaar)

Snartemo, Haegebostad, Vest-Agder

Grab II
0,8 cm breit, 16 Brettchen 2-Loch-Gewebe
5,8 cm breit (Pferdehaar und Wolle)

Grab V
4,8 cm, 46 Brettchen  (Pferdehaar)

Ovre Berge, Lyngdal, Vest-Agder

5 cm breit, 52 Brettchen

Dänemark

Sejlflod, Alborg amt

Borten vorhanden wurden aber schon in einem anderen Buch beschrieben

Vognsild, Alborg amt

3,2 cm, 44 Brettchen


Meine Schlussfolgerung:
Brettchenweben zu der Zeit war ‚in’. Mit feinem Material wurden möglichst breite Borten gewebt, die oft auf oder an andere Textilien genäht worden waren.

Die verwendeten Webtechniken waren Köpertechnik, Flottiertechnik, Soumaktechnik, Broschierung und vereinzelt 2-Loch-Technik

Ob es jetzt daran liegt, dass die Knöpfe, die fast immer auf den Borten genäht waren, dafür gesorgt haben, dass die Textilien in der direkten Umgebung nicht so schnell zerfielen, wie die anderen Textilien oder ob es ‚schick’ war nur die Knopfleisten mit Brettchenborten zu verzieren, kann ich nicht beurteilen.

Auffällig ist die hohe Anzahl von Borten, bei denen Pferdehaar verwendet wurde.
Es scheint sowohl als Schussfaden, als auch als Broschierfaden verwendet worden zu sein.
Auch wenn ich zuerst dachte, dass sie als Kettfaden verwendet wurde, liegt dass daran, dass ich etwas falsch übersetzt hatte.

ABER es handelt sich hier um eine ganz andere Mode als zu der ‚Wikingerzeit’, wo überwiegend feine broschierte Borten gefunden wurden, die nur selten eine Breite von 2 cm überschritten.

Kommentare:

  1. Spannend, vielen Dank für Die Mühe !

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bitte, gern geschehen - hab nur meine Auswertung, die ich sowieso in Word geschrieben hatte, in den Blog kopiert ;-)

      Löschen