Sonntag, 19. Oktober 2014

Eric of Pomeranias Gürtel

Es ist einer der wenigen komplett erhaltenen Gürtel aus dem Mittelalter.
Der Gürtel wird aus dem 13. Jhd. datiert, die Beschläge aus dem 1. Drittel 15. Jhd.
Gesamtlänge des Gürtels: 178 cm
Breite des Gürtels: 3 cm
Technik: Flottierung überbroschiert 
Brettchen: 80+ 

It is a belt of the 13th century, but the metal is of the 15th century
length: 178 cm
width: 3 cm
technique: snartemo with brocading
tablets: 80 and more

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Schon seit ich vor vielen Jahren im Buch 'Gürtel des hohen und späten Mittelalters' von Ilse Fingerlin über den Gürtel gestolpert bin, war ich von ihm fasziniert.
Ein aufwändiges Gewebe, das zusätzlich noch broschiert war.
Den Versuch, zumindest die Broschur zu entziffern gab ich recht bald auf, denn über 80 Brettchen wollte ich nicht broschieren....

Voriges Jahr habe ich mir dann das Buch NESAT X gekauft und darin wurde das Grundgewebe des Gürtels analysiert und eine Musterbeschreibung veröffentlicht.
Und wie ich befürchtet hatte, brauchte man dafür 85 Brettchen. Ein kompliziertes Grundgewebe und darüber noch eine Broschur.... neeee, ohne mich.
Das ist selbst für mich eine Nummer zu groß. Um das zu machen, müsste ich ins Kloster gehen...

ABER die einzelnen Mustersequenzen sind einfach nur wunderschön. Und so konnte ich nicht widerstehen und habe sie vereinfacht.

Viktoria Homqvist hat in ihrem Bericht in NESAT X gute Vorarbeit geleistet und alle 26 Mustersequenzen des Gürtels skizziert. Daran habe ich mich gehalten, als ich für mich das Muster entwickelt hatte.

Well more than 80 tablets with 2 time conuming techniques - I would love to do it. But not now. Maby when I'm retired.
But Viktoria Homyvist had written in NESAT X a analyse of the snartemo technique (ok, not yet snartemo - more difficult)  and there had been drawings of the pattern. So I couldn't resist and worked from this source and made the pattern simpler. 

Bildschirmfoto 2014-09-06 um 13.15.30
Musteranleitung Vogel von Aisling

Weil ich in der letzten Zeit viel Stippen gewebe gemacht hatte und noch eine 'angefangene' Borte hatte, habe ich die erste Nachwebung auch in dieser Technik gemacht.
Die Anleitung oben ist alles was ich brauche, um das Muster zu weben. Mehr habe ich nicht. 
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1. Versuch in Pebble Weave von Aisling

Ich nahm 32 Musterbrettchen. Das sah schon mal richtig gut aus, aber irgendwie passten mir die roten Pünktchen nicht so ganz.
Also habe ich die Borte vom Webstuhl genommen.





Als nächstes habe ich rote und gelbe Seide genommen und eine neue Borte aufgezogen.
Technik 'Sulawesi' also etwas ganz modernes und habe angefangen zu weben.


My first try to weave it had been in pebble weave. By the way: this is the pattern I use for weaving. I don't write anything else down.I used 32 tablets for the pattern. It looks good but I didn't liked the 'dots' in the pattern and so I tried something new and started a band with yellow and red silk and used the Sulawesi technique.

Sulawesi Technik von Aisling
Soweit so gut, aber irgenwie stimmten die Proportionen nicht. Zu viel rot, zu wenig gelb. Also habe ich alle Mustersequenzen einmal gewebt und dann jedes Brettchen um einen Faden erleichtert, so dass ich jetzt einen 'Ausgelassenen Einzug' (Missing hole) weben konnte.

I like it, but it hadn't been total fine. Too much red too few yellow. So I have woven all pattern once and than I took from every tablet one thread away that I can weave a missing hole. 


Missing Hole von Aisling
Vogel von Aisling in Sulawesi

Vogel von Aisling in Missing Hole


Vergleich Missing Hole (oben) und Sulawesi (unten)



Literatur: NESAT X, 2008, Oxford UK
Anleitung: eigener Entwurf

Kommentare:

  1. Der direkte Vergleich ist sehr toll um die Unterschiede zwischen den einzelnen Techniken zu sehen und zu verstehen!
    Marled

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    1. Ja, das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, das im Vergleich zu weben. Wobei in diesem Fall die Missing Hole Variante mein Favorit ist.

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